• Kakao - ISIN: XC0005705816
    Börse: ARIVA Indikation / Kursstand: 2.616,32 $/t

Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Im wichtigsten Kakaoanbauland Elfenbeinküste hat die größte Gewerkschaft zu einem Streik und der Behinderung der Anlieferung in die Häfen aufgerufen. Zuvor sahen sich den Angaben der Organisation zufolge viele Kakaobauern zu einem Verkauf ihrer Ware unterhalb des ab Farm staatlich garantierten Preises gezwungen, wenn sie ihre Ware überhaupt loswerden wollten. Die meisten Kakaobauern haben keine Möglichkeiten, größere Mengen zu lagern und sind auch auf Liquidität angewiesen, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Zu den Gründen für die schwache Nachfrage gebe es unterschiedliche Ansichten. Die Corona-Krise habe den Schokoladenkonsum und damit den Bedarf an Kakaobohnen reduziert. Darauf verweise vor allem die Regulierungsbehörde CCC. Nachdem die erste Corona-Welle noch einigermaßen glimpflich überstanden worden sei, habe die zweite Welle dazu geführt, dass sich Ware aus der seit Oktober laufenden Haupternte nun in den Lagerhäusern häufe. Die Rede sei von 100.000 Tonnen, heißt es weiter.

„Andere, vor allem aus dem Kreis der Exporteure, geben aber dem seit 2020/21 zu zahlenden Aufschlag von 400 US-Dollar je Tonne auf den Börsenpreis eine Mitschuld, weil er Abnehmer dazu veranlasse, sich andernorts nach billiger zu erwerbenden Kakaobohnen umzusehen. Hoffnung auf ein Anziehen der Nachfrage schürten die jüngsten Daten aus Nordamerika. Überraschenderweise hat die Vermahlung von Kakaobohnen im vierten Quartal dort um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt, nachdem sie in den beiden Vorquartalen um zehn Prozent bzw. vier Prozent geschrumpft war“, so Helbing-Kuhl.

Der am Morgen gemeldete Rückgang der Verarbeitung in Europa um 3,1 Prozent im vierten Quartal dürfte dagegen enttäuschen. In Umfragen sei mit einem nur halb so starken Rückgang gerechnet worden, heißt es weiter.

„Gestern legte der Kakaopreis in New York aber angesichts der nordamerikanischen Daten und der Proteste in der Elfenbeinküste um 2,5 Prozent auf 2.590 US-Dollar je Tonne zu, etwa das Niveau zu Jahresbeginn. Bedingt durch die Corona-Krise war der Preis im Sommer 2020 bis auf 2.100 US-Dollar je Tonne abgesackt, hatte sich dann aber unter Schwankungen erholt. Seit Ende November hatten ihn dann die neuen Lockdowns wieder belastet“, so Helbing-Kuhl.

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