Immer mehr Länder wollen ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 deutlich verringern und bis 2050 CO2-neutral sein. Zuletzt gaben die USA ein neues Ziel aus. Bis 2030 soll der Ausstoß gegenüber 2005 um 50-52 % sinken. Das klingt zunächst sehr ambitioniert. 2005 war allerdings das Jahr mit dem zweithöchsten Ausstoß der US-Geschichte. Das macht es einfacher als von einem niedrigeren Niveau, z.B. 2009, zu reduzieren.

Trotzdem ist das Ziel ambitioniert. Trotz Pandemie ist der Ausstoß 2020 über dem linearen Trend, der bis 2030 benötigt wird, geblieben (Grafik 1). Bis zur Neutralität 2050 muss sich der Trend danach noch einmal beschleunigen.


Das Ziel 2030 ist nicht unerreichbar. Vor allem zu Beginn des Wandels ist die Reduktion leichter als man denkt. Kohlekraftwerke werden durch Gaskraftwerke ersetzt. Investitionen sind zwar notwendig, der Hebel ist aber enorm. Die Probleme beginnen, wenn die einfache Substitution am Ende ist.

Bestimmte Branchen können nicht einfach von fossilen Energieträgern umstellen. Die Batterie, die benötigt wird, um ein Frachtschiff von China nach Europa zu bewegen, muss erst noch erfunden werden. Ein Containerschiff verbraucht je nach Größe zwischen 100 und 200 Tonnen Treibstoff am Tag. Elektromobilität ist da keine Alternative.

Je näher wir an die Treibhausgasneutralität herankommen, desto schwieriger wird die Reduktion. Daher sind viele der Meinung, dass es ohne Atomenergie nicht geht. Die globale Stromproduktion aus Atomenergie hat ein schwieriges Jahrzehnt hinter sich. Nach Fukushima 2011 stieg Deutschland aus der Atomenergie aus. Japan fuhr viele Kraftwerke nach unten.

Inzwischen steigt die Produktion wieder (Grafik 2). China baut viele neue Kraftwerke. Denkbar ist eine Renaissance, denn Atomenergie ist zumindest was den CO2 Ausstoß anbelangt sauber. Natürlich gibt es andere Probleme…


Für Schiffe oder Flugzeuge sehen viele Wasserstoff als Alternative zu Öl. Wasserstoff muss allerdings hergestellt werden. Daher haben einige die Vision, Atomenergie dafür zu verwenden.

Die CO2 Ziele sind jedenfalls nach derzeitigem technologischem Stand nur schwer erreichbar, wenn man auf Atomenergie verzichten will. Anleger haben das bereits erkannt. Aktien von Uranproduzenten konnten seit Jahresbeginn kräftig steigen. Die Rallye beginnt allerdings zu stocken. Das liegt daran, dass der Uranpreis nicht mitzieht (Grafik 3).


Ohne höhere Uranpreise können auch die Aktien nicht weiter steigen. Der Uranpreis steigt natürlich nur, wenn die Nachfrage nach Uran steigt. Die Welt ist aktuell nicht unterversorgt. Die Aktien sind nur dann ein gutes Investment, wenn Atomenergie zur Energiewende gehört.

Keiner kann garantieren, dass es dazu kommt. Vorstellbar ist es. Die Wende wird mit der Zeit immer schwieriger, nicht leichter. Diese Erkenntnis dürfte erst mit der Zeit reifen. Aktien wie etwa von Cameco werden während dieses Prozesses noch einmal deutlich günstiger zu haben sein. Dann sind sie möglicherweise ein sehr attraktives Langfristinvestment.

Clemens Schmale


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