Heute wird in den USA gewählt. Neu gewählt werden rund ein Drittel der Sitze des US-Senats, das gesamte Repräsentantenhaus sowie die Gouverneure in 36 US-Bundesstaaten. Seit vielen Monaten steht die Midterm Election, die sogenannte Zwischenwahl, nicht nur bei Beobachtern der US-Politik im Fokus. Auch am Aktienmarkt wird die Wahl mit Argusaugen verfolgt.

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    Dieses Mal wird der Wahl sogar eine besondere Bedeutung zugemessen, da die Republikaner von US-Präsident Donald Trump mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren dürften. Das Ergebnis wäre ein "Divided government". Dem Präsidenten würde die entsprechende Mehrheit fehlen, um Gesetzesvorhaben durchsetzen zu können.

    Seit der Wahl von US-Präsident Donald Trump vor zwei Jahren haben die US-Indizes überdurchschnittlich stark zugelegt, auch wenn sie seit dem Sommer stark gefallen sind. Viele Beobachter meinen nun: Wenn die Republikaner ihre Mehrheit in den beiden Kongresskammern verlieren, was nach den letzten Umfragen sehr wahrscheinlich ist, dann ist der Markt dazu verdammt, zu fallen. Denn Trump wäre fast schon entmachtet, weil er ohne die Demokraten kaum noch Gesetzesvorhaben durchsetzen könnte.

    Doch eine Statistik behauptet nun: Es ist vollkommen egal, wie die Midterm Election ausgeht. Denn seit dem Jahr 1946 ist der Markt nach jeder einzelnen Midterm Election gestiegen, so eine Statistik der US-Website RiskHedge.

    "Seit 1946 fanden 18 Midterm Elections statt. Der Aktienmarkt stand 12 Monate nach jeder dieser einzelnen Wahlen höher. Jedes einzelne Mal", schreibt die Website. Seit dem Jahr 1946 seien US-Aktien in den 12 Monaten nach der Midterm Election im Schnitt um 17 Prozent gestiegen und damit deutlich stärker als im langjährigen Durchschnitt der sonstigen Jahre. Gemessen vom Tief im jeweiligen Jahr der Midterm Election hätten Aktien im Schnitt sogar um 32 Prozent zugelegt.

    Die Stärke von US-Aktien in den 12 Monaten nach Midterm Elections hängt mit einem wohlbekannten zyklischen Effekt am US-Aktienmarkt zusammen. Im 3. Jahr nach einer US-Präsidentschaftswahl performen US-Aktien besonders stark und deutlich stärker als in anderen Jahren. Noch stärker als im Kalenderjahr nach der Midterm Election zeigen sich US-Aktien aber in den 12 Monaten von der Midterm Election aus gerechnet, wie die Auswertung der US-Website zeigt.

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    Wie eine Statistik der Deutschen Bank zeigt, stiegen US-Aktien auch in den drei Monaten rund um die Midterm Elections in den vergangenen Jahrzehnten deutlich. Mit Ausnahme des Jahres 1978 standen US-Aktien jedes Mal zwei Monate nach einer Midterm Election höher als einen Monat vor der Wahl. Im Mittel (Median) standen US-Aktien zwei Monate nach den Midterm Elections 8 % höher als einen Monat vor der Wahl.

    Fazit: Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es in den USA insgesamt 18 Midterm Elections. Jedes einzelne Mal standen US-Aktien 12 Monate nach der Midterm Election höher als am Wahltag. Auch die durchschnittliche Performance in den 12 Monaten nach einer Midterm Election sowie im Kalenderjahr nach der Midterm Election ist deutlich überdurchschnittlich. Zumindest aus Sicht der Börsenzyklen spricht also alles dafür, dass der US-Aktienmarkt in den kommenden 12 Monaten zulegen wird. Auch in den drei Monaten um den Wahltermin zeichnen sich US-Aktien durch eine überdurchschnittliche Performance aus, wie Daten der Deutschen Bank zeigen.