• Bitcoin BTC/USD - Kürzel: BTC/USD - ISIN:
    Börse: Bitfinex / Kursstand: 35.035,29913 $

Dieser Faktor lässt sich auf ein Wort reduzieren: Regulierung. Schon länger gibt es Rufe nach mehr Regulierung. Erst in der vergangenen Woche sprach sich EZB-Chefin Lagarde dafür aus. Dass gerade Notenbanken ein Interesse an Regulierung haben, ist klar. Kryptowährungen sind eine Konkurrenz für normale Währungen. Gewinnen sie weiter an Popularität und ersetzen nach und nach das bisherige Papiergeld, verlieren Notenbanken die Kontrolle.

Das hat gute und schlechte Seiten. Zu den guten gehört sicherlich, dass man vor einer gewissen Willkür geschützt ist. Die Geldmenge kann nicht einfach von heute auf morgen verdoppelt werden. Zu den schlechten Seiten gehört, dass ohne zentrale Steuerung Rettungsaktionen für den gesamten Finanzmarkt wie im März 2020 nicht mehr möglich sind.

Viele Krypto-Fans haben keine Angst vor Regulierung. Wie sollte auch reguliert werden? Geht das überhaupt? Ein dezentrales Netzwerk kann man schlecht regulieren. Daher würden viele Regeln ins Leere laufen, meinen viele. Man muss vor Regulierung keine Angst haben.

Das Gegenteil ist der Fall. Kryptos haben nur eine Zukunft, wenn sie möglichst vielen Menschen leicht zugänglich sind. Regulation kann das erschweren. Man stelle sich vor, all die Handelsplätze, die es derzeit gibt, könnten Auflagen nicht erfüllen und müssten ihr Geschäft aufgeben. Oder man stelle sich vor, dass Kreditkartenfirmen und Banken keine Geschäfte mit Handelsplätzen machen dürfen. Wer sein Papiergeld nicht zu einem Handelsplatz transferieren kann, hat schlechte Karten.

Kryptos würde es auch dann noch geben. Die erschwerte Zugänglichkeit würde sie sie für die breite Masse jedoch wertlos machen. Kryptos würden zu einer Randerscheinung werden und wieder vor allem am Rand der Gesellschaft verwendet werden. Das rechtfertigt keine Billionenkapitalisierung.

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Bitcoin BTC/USD

Die Frage ist nicht, ob Regulierung gefährlich werden kann (sie kann sehr gefährlich werden und das de facto Ende bedeuten), sondern ob es soweit kommt. Hier kann man optimistisch in die Zukunft blicken. Politik und Regulatoren sind nämlich langsam und vermutlich bereits zu spät dran.

Kryptos werden von immer mehr Anlegern entdeckt. Einer Umfrage unter Asset-Managern von Bitwise nach finden Anleger vor allem die geringe Korrelation zu vielen anderen Assets interessant (Grafik 1). Besonders spannend: Gerade Bitcoin wird immer mehr als Inflationshedge gesehen und hat damit einen echten Wert.


Bedenken gibt es auch. Regulierung steht an vorderster Front (Grafik 2). Es hält viele dennoch nicht davon ab zu investieren. Der Trend hat vermutlich gerade erst begonnen. Noch immer wissen viele überhaupt nicht wie sie investieren können oder sollen. Es gibt eine enorm hohes Interesse an einfach zugänglichen Möglichkeiten. Viele gibt es nicht. Gäbe es sie, würde die Nachfrage vermutlich explodieren.


Macht Regulierung keinen Strich durch die Rechnung, wird Bitcoin vermutlich nicht mehr komplett kollabieren. Es wird aber noch Jahre dauern, bis die Volatilität mit anderen Anlageklassen vergleichbar ist. Bis dahin müssen sich Anleger weiterhin auf kurze Boom-Bust-Zyklen einstellen.

Über diese Zyklen gewinnen Bitcoin und andere immer mehr Bekanntheit und werden von immer mehr Anlegern und institutionellen Investoren entdeckt. Das verschafft Legitimität. Je mehr Geld in Kryptos fließt, auch über Großinvestoren, Pensionsfonds, private Vorsorge usw., desto schwieriger wird eine strikte Regulierung, die derzeit vor allem Einschränkungen vor Augen hat.

Clemens Schmale


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