Angesichts der deutlichen Kursverluste am US-Aktienmarkt in den vergangenen Wochen zeigt sich auch die US-Regierung zunehmend besorgt. US-Finanzminister Steven Mnuchin telefonierte am Sonntag in Einzelgesprächen mit den Chefs der sechs größten Wall-Street-Banken (Bank of America, Citi, Goldman Sachs, JPMorgan Chase, Morgan Stanley und Wells Fargo), wie Mnuchin über seinen Twitter-Account mitteilte.

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    "Die CEOs bestätigten, dass sie über ausreichend Liquidität für Kredite an Verbraucher, Geschäftsmärkte und für alle anderen Marktgeschäfte verfügen", heißt es in dem über Twitter verbreiteten Statement. Die Banken hätten außerdem keinerlei Clearing- oder Margin-Probleme und die Märkte funktionierten einwandfrei, wie die Bankchefs gegenüber Mnuchin bestätigten.

    Am heutigen Montag wird Mnuchin außerdem mit den Chefs der wichtigsten Behörden mit Zuständigkeiten für die Börsen telefonieren. Diese Behörden sind in der sogenannten "Working Group on Financial Markets" zusammengeschlossen, die umgangssprachlich auch als "Plunge Protection Team" (etwa: "Team zum Schutz vor Markteinbrüchen") bezeichnet wird. Neben dem US-Finanzminister gehören auch Fed-Chef Jerome Powell sowie die Chefs der Börsenaufsicht SEC sowie der Leiter der Commodity Futures Trading Commission zum Plunge Protection Team. Die Chefs weiterer Behörden werden an dem heutigen Telefonat außerdem beratend teilnehmen, heißt es.

    https://twitter.com/USTreasury/status/1076959260205113345

    Wegen des Streits zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Kongress über den Bau einer Grenzmauer zu Mexiko befindet sich die US-Regierung seit Samstag in einem teilweisen "Government Shutdown". Teile der US-Regierung und Behörden bleiben geschlossen und Mitarbeiter erhalten keine Bezahlung. US-Präsident Donald Trump will wegen des "Shutdowns" anders als geplant nicht nach Florida reisen und die Weihnachtsfeiertage in Washington verbringen.

    "Wir sehen weiterhin ein starkes Wachstum in der US-Wirtschaft mit einer robusten Aktivität von Verbrauchern und Unternehmen", wird Mnuchin in seinem über Twitter verbreiteten Statement zitiert. Trotz des "Government Shutdowns" werde in den wichtigsten Bereichen des US-Finanzministeriums weiter gearbeitet, betonte Mnuchin.

    Insbesondere aus Angst vor einer Eintrübung der zuletzt stark wachsenden US-Wirtschaft angesichts weiter steigender Zinsen und ohnehin hoher Bewertungen hat der US-Aktienmarkt seit Anfang Oktober dramatische Kurseinbußen verzeichnet. Der relativ marktbreite S&P-500-Index sank gegenüber Anfang Oktober um mehr als 17 Prozent.

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    S&P 500

    Am US-Aktienmarkt findet auch an Heiligabend ein verkürzter sowie am 2. Weihnachtstag ein regulärer Handel statt. Nur am ersten Weihnachtsfeiertag bleiben die Börsen geschlossen.

    Die vorbörslichen Indikationen deuten darauf hin, dass der US-Aktienmarkt an Heiligabend mit weiteren Kursverlusten in den Handel starten dürfte. Die Versuche von US-Finanzminister Mnuchin, den Markt zu beruhigen, scheinen zumindest bisher nicht gefruchtet zu haben.


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