Ankara (Godmode-Trader.de) - Die Türkei erhält mitten in der Krise Unterstützung vom Emirat Katar. Das Land versprach Ankara Direktinvestitionen über 15 Mrd. US-Dollar. Der Golfstaat wolle in der Türkei investieren, teilte der Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, nach einem Treffen Erdogans mit dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, mit. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Katar basierten auf wahrer Freundschaft und Solidarität, so Kalin.

Wie genau diese Investitionen aussehen sollen, war zunächst unklar. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, Thani habe betont, dass er die Beziehungen zwischen den beiden Ländern ausbauen wolle. Erdogans Sprecher betonte, dass die türkische Wirtschaft auf sicherem Boden stehe und durch die jüngste Entwicklung noch gestärkt werde.

Im Juni 2017 hatten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain eine Blockade über Katar verhängt und ihre diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen gekappt. Sie warfen Katar unter anderem die Unterstützung von Terrorgruppen vor, was das Emirat zurückwies. Die Regierung in Ankara hielt damals zur Führung in Doha. Die jetzige Hilfe vom Golf erscheint somit wie eine Dankesgeste.

Die Türkei liegt mit dem Nato-Partner USA politisch im Clinch, was sich auf die Wirtschaftsbeziehungen auswirkt. Washington hat derweil angekündigt, im Streit um den US-Pastor Brunson hart bleiben zu wollen. Vizepräsident Mike Pence erklärte, die Türkei sei gut beraten, US-Präsident Donald Trump und seine Entschlossenheit, US-Bürger nach Hause zu holen, nicht auszutesten. Er und Trump würden nicht lockerlassen, bis Brunson bei seiner Familie in den USA sei, schrieb der Vizepräsident auf Twitter.

Die Türkei hält den Geistlichen fest, weil er angeblich an dem Putschversuch gegen die Regierung von Recep Tayyip Erdogan im Jahr 2016 beteiligt gewesen sein soll. Die US-Regierung weist dies zurück. Trump hatte deswegen die Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei verdoppelt. Die Türkei hob daraufhin unter anderem die Zölle für Autos aus den USA deutlich an. Auch bei alkoholischen Getränken, Tabak, Kosmetika oder Kohle sind höhere Abgaben fällig. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, betonte diese Woche, die USA würden ihre Strafzölle auch im Falle einer Freilassung Brunsons nicht zurückziehen.