Das Hickhack um Opel nimmt allmählich bizarre Züge an. Offensichtlich versucht die Bundesregierung mit allen Mitteln zu verhindern, was nicht zu verhindern ist: Es ist nun einmal ein Wesenszug der freien Marktwirtschaft, dass problembeladene Unternehmen untergehen. Das muss so sein, denn die Alternative kann nicht lauten, dass Pleitefirmen auf Kosten der Steuerzahler durchgefüttert werden. Das kann niemand ernsthaft wollen, schon gar nicht die Menschen, die jetzt um ihre Arbeitsplätze bangen.

Die Verteufelung der Insolvenz, mit der sich Teile der SPD und der Gewerkschaften jetzt hervortun, geht vollkommen an der Realität vorbei. Eine Insolvenz muss nicht zwangsläufig das Ende eines Konzerns bedeuten. Aufgabe einer Insolvenz ist es, einen Neuanfang für das Unternehmen zu ermöglichen, etwa indem Altansprüche von Alteigentümern und Gläubigern zurückgedrängt werden.
Genau das sollte man im Falle Opel anstreben: Wenn der Konzern im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens nur noch einen Teil seiner Schulden zurückzahlen müsste, dann wäre das zwar unerfreulich für die Banken, doch langfristig würde das weitaus mehr Arbeitsplätze sichern, als der Versuch, das Unternehmen auf Staatskosten zu alimentieren.

Das Bild, das der DAX in dieser Woche lieferte, passt zur verfahrenen Situation bei Opel: Es war ein Eiertanz um die Marke von 5.000 Punkten. Trotz mehrfacher Anläufe mussten sich die Optimisten schließlich geschlagen geben. Starke Unterstützung bieten jetzt allerdings die 200-Tage-Linie (rot) und der mittlerweile deutlich ansteigende 50-Tage-Durchschnitt (graue Linie):

Da sich wichtige konjunkturelle Indikatoren schon wieder eintrüben, ist zu befürchten, dass die Luft schon bald wieder dünner wird. Sowohl die zweite Schätzung zur amerikanischen Wirtschaftsleistung von minus 5,7 Prozent im ersten Quartal, als auch der Chicagoer Einkaufsmanagerindex (34,9 Punkte) fielen schwächer aus als erwartet. Womöglich werden wir die 5.000er Marke noch einmal etwas deutlicher von unten betrachten.

Einige Sektoren ficht das alles jedoch nicht an: Gold und Silber schwingen sich von einem Hoch zum nächsten. Der Anstieg trägt allmählich Züge einer Kaufpanik. Und siehe da, der Goldaktienindex HUI schickt sich an, den seit März vergangenen Jahres gültigen Abwärtstrend zu beenden.

Der Kursverlauf sieht prächtig aus, achten Sie auf die rote Linie. Viel fehlt nicht mehr, und die Bullen übernehmen wieder endgültig das Kommando. Ein Wochenschlusskurs oberhalb von 390 Punkten könnte schon bald für bombige Stimmung bei den Gold- und Silberproduzenten sorgen. Schon in der kommenden Woche könnte es soweit sein.

Den Lesern des Antizyklischen Börsenbriefs hatten wir die aussichtsreichsten Unternehmen des Sektors im November und Dezember massiv zum Kauf empfohlen. In der Grafik oben ist diese Phase rot markiert. Wir haben das Tief zwar nicht auf den Punkt genau erwischt, aber wir waren nah dran. Und Sie können sich vorstellen, dass wir derzeit mit einem breiten Grinsen unterwegs sind: Es gibt kaum einen anderen Sektor, der seither eine vergleichbare Entwicklung zu verzeichnen hat.

In der kommenden Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die in wenigen Tagen erscheint, gehen wir der Frage nach, was jetzt zu tun ist.

Zur Anmeldung kommen Sie über folgenden Link:

https://ssl.godmode-trader.de/antizyklischerboersenbrief/anmeldung.php
Was sonst noch los war:
Stahlaktien konnten am Freitag zulegen. Stahlhersteller wie Salzgitter (WKN 620200) und ThyssenKrupp (WKN 750000) profitierten von den weltweit fallenden Preisen für Eisenerz. Dadurch wird die Stahlherstellung für die Konzerne billiger.

Die Aktie des Warenhauskonzerns Arcandor (WKN 672500) kam am Freitag unter die Räder und rauschte fast elf Prozent in die Tiefe. Noch am Freitagvormittag war Firmenboss Karl-Gerhard Eick zuversichtlich, dass sein Konzern die beantragten 650 Millionen Euro Staatsbürgschaft bekommen werde.

Die Wirtschaftsprüfer von PriceWaterhouseCoopers sind da jedoch ganz anderer Meinung. Die Analysten glauben, dass eine Sanierung des angeschlagenen Konzerns kaum Aussichten auf Erfolg hat. Die vom Bund beauftragte Gesellschaft stellte fest, dass Arcandor nicht über die nötige Substanz für eine Staatsbürgschaft verfügt. Starker Tobak.

Leider ist eben jene Staatsbürgschaft Voraussetzung für eine Sanierung des Unternehmens: Banken, Zulieferer und Eigentümer wollen Arcandor nur bei gleichzeitiger Staatshilfe weiter unterstützen. Andernfalls droht dem Konzern mit seinen 50.000 Mitarbeitern die Insolvenz. Ob sich ein Auslaufmodell wie eine Kaufhauskette allerdings ebenso umstrukturieren ließe, wie der Autokonzern Opel, das ist doch mehr als fraglich.

Wie wir die Lage jetzt einschätzen und was wir unseren Lesern raten, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die in Kürze erscheint.

Anmeldemöglichkeit (1) : Das Drei-Monats-Abo des Antizyklischen Börsenbriefs

Anmeldemöglichkeit (2) : Das Jahres-Abo des Antizyklischen Börsenbriefs

Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de