Genf (Godmode-Trader.de) - Während Russland weiter militärisches Gerät an die Grenze zur Ukraine verlegt, gehen die diplomatischen Bemühungen zur Lösung des Konflikts weiter. In Genf trafen sich Putins Außenamtschef Sergej Lawrow und Bidens Außenminister Anthony Blinken. Lawrow erklärte nach dem Treffen, er habe seinen US-Kollegen und den Westen zum Ende der „russlandfeindlichen Hysterie“ im Ukraine-Konflikt aufgerufen. Das Treffen sei „offen und nützlich“ gewesen und man freue sich, den Dialog in den kommenden Tagen fortzusetzen.

Lawrow wies Befürchtungen im Westen zurück, dass eine Invasion in die Ukraine unmittelbar bevorstehen könnte. Russland erwarte in der nächsten Woche von den USA eine schriftliche Antwort auf seine Vorschläge zu Sicherheitsgarantien, sagte Lawrow. Danach solle es weitere Gespräche auf Ebene der Außenminister geben. Russland sieht sich von der NATO in seiner Sicherheit bedroht und fordert ein Ende der Osterweiterung des Bündnisses. Lawrow kritisierte, dass eine „russophobe Minderheit" den Ton angebe. Er hoffe darum, dass sich die Gemüter wieder beruhigen würden.

US-Außenminister Blinken hat den Kreml nach dem Krisengespräch erneut vor einem Einmarsch in die Ukraine gewarnt. „Ich habe die Position der Vereinigten Staaten und unserer europäischen Verbündeten und Partner übermittelt, dass wir fest an der Seite der Ukraine stehen und ihre Souveränität und territoriale Integrität unterstützen", sagte Blinken.

Dass die beiden miteinander reden, ist zunächst einmal ein gutes Zeichen. Ob das Treffen am Ende die Kriegsgefahr im Osten Europas wirklich nachhaltig entschärfen kann, ist aber zu bezweifeln. Die Fronten sind verhärtet, Russland Aufmarsch an der Grenze zur Ukraine wird immer bedrohlicher.

Aktuelle Videoaufnahmen aus Zentralrussland zeigen Züge mit zahlreichen Komponenten mehrerer Luftabwehr-Systemen vom Typ ‚Buk‘, die sich in Richtung Westen bewegen. Am Freitag zeigte die russische Staats-Agentur „RIA“ Videomaterial, das die Ankunft einer S-400 im Übungsgebiet in Belarus zeigt. Für die nächsten Wochen kündigte Moskau große Marinemanöver mit mehr als 140 Kriegsschiffen im Mittelmeer, im Atlantik und in der Nordsee an.

Angesichts der russischen Truppenpräsenz an der Grenze zur Ukraine erwägt die britische Regierung laut einem Bericht, Hunderte weitere Soldaten in die baltischen Staaten und nach Polen zu entsenden. Damit solle die Abschreckung gegenüber Russland erhöht werden, berichtete die Zeitung „Times“. Derzeit sind in Estland 830 britische Soldaten stationiert, weitere 140 im Rahmen einer Nato Mission in Polen. Die zusätzlichen Einheiten könnten schnell entsandt werden, sollten die NATO-Verbündeten in Osteuropa mit einer erhöhten Truppenpräsenz aus Russland an ihrer Grenze konfrontiert sein, so das Blatt.