• Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
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  • WTI Öl - Kürzel: WTI - ISIN: XC0007924514
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Wien/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Ende vergangenen Jahres schlossen die 14 Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) zusammen mit Russland und zehn weiteren Nicht-OPEC-Staaten ein Abkommen zur Begrenzung des Ölangebotes. Die Förderung der OPEC sollte um 1,2 Mio. Barrel pro Tag, die der anderen Unterzeichner um 558.000 Barrel pro Tag sinken. Ziel war es, die Ölpreise wieder deutlich nach oben zu treiben.

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Während der Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate in den vergangenen Monaten mehr Öl produzierten als vereinbart, kürzte Saudi-Arabien so stark, dass die OPEC ihre Vereinbarung insgesamt erfüllte. Neueste Reuters-Schätzungen zufolge hat sich das Verhältnis im März aber gewandelt. Danach trägt Saudi-Arabien die Kürzungen offenbar nicht mehr größtenteils im Alleingang. Das Königreich hat seine Produktion im März etwas erhöht, die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihre Förderung dagegen reduziert. Die Umsetzung der OPEC-Produktionskürzungen liegt bei 95 Prozent.

Die anderen Vertragspartner dagegen kamen ihren Verpflichtungen bisher nur begrenzt nach. So wird Russland sein Kürzungsvolumen von 300.000 Barrel erst Ende April erreichen. Nach Aussagen von Energieminister Nowak hat das Land seine Ölproduktion im März um 200.000 Barrel pro Tag reduziert. Offiziell werden die Produktionsdaten für März vom russischen Energieministerium in der kommenden Woche veröffentlicht.

Als Gegenkraft zur Förderkürzung von OPEC und Partnern erweisen sich die hohen weltweiten Lagerbestände sowie die zunehmende Ölproduktion in den USA. Die US-Schieferölindustrie hat ihre Kosten mittlerweile so stark reduziert, dass laut den Analysten der Hamburger Sparkasse schon Preise von 30 US-Dollar pro Barrel für eine rentable Förderung ausreichen. Vor diesem Hintergrund wird die US-Ölproduktion in diesem Jahr voraussichtlich auf mehr als 9 Mio. Barrel pro Tag ansteigen.

Trotz der Förderkürzungen gibt es derzeit keinen Mangel an Rohöl. Sollte die im Juni auslaufende Vereinbarung nicht verlängert werden, dürften die Ölpreise sogar deutlich zurückfallen.