Während die Märkte in Fernost und Europa gestern einen kräftigen Reversal hinlegten, mussten die US-Anleger aufgrund des Feiertags „President Day“ untätig zusehen. Die Investoren in den US-Indizes haben deshalb heute eigentlich einiges nachzuholen – doch die Marktlage hat sich eingetrübt. Der EuroStoxx kommt erst nicht vom Fleck und fällt dann um 0,7 Prozent, während der DAX mehr als 1,3 Prozent auf 9.080 Punkte verliert.

    Vor diesem Hintergrund gehen auch die US-Anleger lieber auf Nummer sicher. In der ersten Stunde nach Handelsbeginn verliert der Dow Jones 0,8 Prozent auf 16.045 Punkte. Der S&P gibt um 0,64 Prozent auf 1.877 Punkte ab. Besser hält sich der Nasdaq 100 : Er büßt nur 0,33 Prozent auf 4.067 Punkte ein.

    Für Aufsehen hat heute ein Treffen von Vertretern Russlands und Saudi-Arabiens in Katar gesorgt. Die beiden Ölförderstaaten haben sich auf ein Einfrieren ihrer jeweiligen Ölproduktion geeinigt. Die Produktion soll nicht über das hohe Niveau vom 11. Januar hinaus angehoben werden. Weil in den vergangenen beiden Wochen bereits immer wieder Gerüchte über Förderbegrenzungen aufgekommen waren, haben viele Marktteilnehmer mit möglichen Produktionssenkungen gerechnet, sodass kräftige Gewinne beim Ölpreis heute rasch wieder abschmelzen. Die Enttäuschung der Anleger spiegelt sich in den Notierungen. WTI gibt um 1 Prozent auf 32 US-Dollar ab. Brent verliert 1,5 Prozent auf 33,50 US-Dollar.

    Katars Energieminister Mohammad bin Saleh al-Sada stellte in Aussicht, dass andere Förderer der heute getroffenen Absprache folgen könnten. „Vor allem der Anschein, dass der Widerstand Saudi-Arabiens aufzuweichen scheint, mag den Rohölnotierungen langfristig helfen, ist doch zu einem Großteil der hart geführte Kampf um Marktanteile auch durch die Preispolitik des OPEC-Riesen ausgelöst worden“, blickt die NordLB in einer Analyse voraus.

    Laut einer aktuellen Deloitte-Studie ist wegen des Ölpreisverfalls jede dritte der weltweit 500 untersuchten Ölfirmen von der Insolvenz bedroht. Sie seien zusammen mit etwa 150 Milliarden US-Dollar verschuldet, erinnert die Analyse an die enge und gefährliche Verknüpfung mit den Banken.

    Enttäuscht wurden heute auch die Erwartungen an den Empire State Manufacturing Index. Der Konjunkturindikator arbeitet sich im roten Bereich nur mit Mühe nach oben.

    Bei den Einzelwerten steht heute General Electric im Fokus der Anleger. Der Chef der Öl- und Gassparte von GE, Lorenzo Simonelli, hat auf einer offiziellen Reise in den Iran die Geschäftsgelegenheiten in Teheran ausgelotet. Die Aktie steigt um 1,2 Prozent.

    Gold gibt am Nachmittag kleine Gewinne ab und notiert auf dem Niveau des Vortages bei 1.209 US-Dollar (-0,04 Prozent).

    Auch der Euro steckt gegenüber dem US-Dollar zurück. Das Währungspaar notiert bei 1,1135 (-0,22 Prozent).


    Konjunktur

    NAHB-Hausmarktindex leicht unter den Erwartungen

    Der NAHB-Hausmarktindex notiert im Februar bei 58. Erwartet wurde ein Wert von 60 nach 60 zuvor.

    New Yorker Konjunkturindex steigt nur leicht

    Die Geschäftsaktivität des verarbeitenden Gewerbes im Großraum New York ist im Februar nur leicht gestiegen und blieb damit hinter den Erwartungen zurück. Der von der Federal Reserve Bank of New York ermittelte Index für die allgemeine Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe des Distrikts kletterte auf minus 16,64. Volkswirte hatten einen Stand von minus 10,00 prognostiziert. Im Vormonat hatte der Index bei minus 19,37 gelegen.

    Einzelaktien

    Genuine Parts übertrifft die Analystenschätzungen

    Der Ersatzteile-Dienstleister Genuine Parts übertrifft im abgelaufenen Geschäftsquartal mit einem Gewinn von $1,07 je Aktie die Analystenschätzungen von $1,00. Umsatz mit $3,68 Mrd jedoch unter den Erwartungen von $3,75 Mrd.

    Tegna übertrifft die Analystenschätzungen

    Das Medienunternehmen Tegna übertrifft im abgelaufenen Geschäftsquartal mit einem Gewinn von $0,53 je Aktie die Analystenschätzungen von $0,45. Umsatz mit $805 Mio jedoch unter den Erwartungen von $810 Mio.

    Pfizer verbucht Quartalsverlust wegen Rabattstreit

    Der Pharmakonzern Pfizer Inc hat das Ergebnis für das vierte Quartal 2015 aufgrund eine Sonderbelastung von 784,6 Millionen Dollar korrigiert und weist nunmehr einen Verlust aus. Hintergrund ist eine Einigung in einem Rabattstreit der inzwischen zu Pfizer gehörenden Wyeth Corp mit dem US-Gesundheitsprogramm Medicaid. Pfizer wird diese Kosten nachträglich auf das Viertquartalsergebnis buchen. Aus einem Nettogewinn von ursprünglich 613 Millionen Dollar oder 10 Cent je Aktie wird damit ein Verlust von 172 Millionen Dollar entsprechend 3 Cent je Aktie.