Stellen Sie sich vor, Sie würden einige ehemalige Produktionsstätten für Silber, Zink und Blei besitzen. Und zwar nicht nur zwei oder drei, sondern 68 (achtundsechzig!). Und nun planen Sie, diese stillgelegten Minen wieder in Betrieb zu nehmen. Denn die Preise für Silber, Zink und Blei befinden sich seit geraumer Zeit wieder im Aufwind, so dass sich der Abbau in den vor sich hindösenden Minen wieder lohnen würde. Ein Blick auf die folgenden Bildchen zeigt das sehr schön:

Zuerst Zink:

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Dann Blei:

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Und schließlich Silber:

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Nun befinden sich Ihre 68 Produktionsstätten allerdings nicht irgendwo, sondern in einer der rohstoffreichsten Gegenden Kanadas, dem so genannten Slocan Silver Camp in British Columbia. Die Größe Ihres Gebiets? Schlappe 100 Quadratkilometer.

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Was meinen Sie, wieviel wären ihre 68 Minenoldtimer wohl wert, wenn dort in früheren Jahren bereits mehrere Millionen Unzen Silber sowie einige Hundert Millionen Pfund Zink und Blei aus der Erde geholt wurden. 100 Millionen kanadische Dollar? 150, vielleicht sogar 300 Millionen? Gut möglich.

So in etwa stellt sich die Ausgangslage bei der kanadischen Klondike Silver (KS.V) dar. Mit dem Unterschied allerdings, dass der Börsenwert des Winzlings nach der jahrelangen Talfahrt des gesamten Sektors auf kaum zu fassende 6,5 Millionen CAN-Dollar zusammengeschrumpft ist. Das sind etwas mehr als vier Millionen Euro. Für 100 Quadratkilometer Land und 68 Produktionsstätten.

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Das heißt, 68 stillgelegte Zink- Blei- und Silberminen inklusive der dazugehörenden Ländereien, Produktionsanlagen, Maschinen und Fahrzeuge kauft man hier tatsächlich für den berühmten Appel, mit noch einem hartgekochten Ei dazu. Die gerade gesehene Grafik stammt übrigens von der Internetseite des Unternehmens.

In hundsgewöhnlichem „Börsianersprech“ könnte man noch hinzufügen:

Der nahezu schuldenfreie Konzern wird derzeit 40 Prozent unter Buchwert gehandelt. Übersetzt bedeutet das: Grundstücke, Gebäude, Maschinen und Anlagen im Wert von einem Dollar erwirbt man hier für 60 Cents.

Die eklatante Unterbewertung fällt inzwischen auch einigen Insidern auf. Anthony Maxwell zum Beispiel. Vielleicht wollte sich der Großaktionär das Trauerspiel beim Aktienkurs einfach nicht mehr länger mit ansehen und hat deshalb im Dezember mal eben acht Millionen Aktien in die eigene Schatulle gepackt.

Dort werden die guten Stücke jetzt vermutlich unverkäuflich darauf warten, dass sich beim Kurs doch mal wieder etwas tut. Dass er dazu durchaus in der Lage ist, der Kurs, das zeigt die folgende Abbildung: Vor einigen Jahren notierte die Aktie im Bereich von 8,00 bis 10,00 kanadischen Dollar. Kümmerliche sechs (sechs!) Cents, oder 0,06 kanadische Dollar waren davon am Freitagabend noch übrig.

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Alte Börsianerregel: Der Umsatz läuft dem Kurs voraus…

So grausam kann Börse sein. Oder auch so interessant. Je nachdem, auf welcher Seite man gerade steht.

Spaßeshalber könnten Sie sich an dieser Stelle noch den folgenden englischsprachigen Artikel durchlesen. Der Edelmetall- und Rohstoff-Kenner Rob McEwen, ein Urgestein der Branche, wird dort in seinem Ausblick auf 2018 mit den folgenden Worten zitiert:

„Es ist nur eine Frage der Zeit, bis eine riesige Kapitalflut in den Edelmetall- und Minensektor strömen wird“.

Warum sich McEwen da so sicher ist? Weil werthaltige Anlagen an den hochfliegenden Märkten kaum noch zu finden sind. Außer im total zusammengefalteten Rohstoff- und Minensektor. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag vom vergangenen Wochenende.

McEwen sagt:

„Vergleicht man den Goldman Sachs Rohstoff-Index mit dem S&P 500, dann erkennt man, dass Rohstoffe heute auf dem niedrigsten Niveau seit 1971 notieren“.

Das Chance-Risiko-Verhältnis zeige kaum noch Abwärtspotential, dafür aber jede Menge Luft nach oben.

Interessant Notiz am Rande: 2017 wurde der Firmenchef von McEwen Mining (MUX) von den Kitco-Lesern zum zweiten Mal in Folge zum CEO des Jahres gewählt. Die Seite gilt als eine der wichtigsten Informations-Adressen für den Rohstoff- und Edelmetall-Sektor.

Was bei der von Rob McEwen erwarteten „Kapitalflut“ in den Minensektor wohl aus den 6,5 Millionen CAN-Dollar an Börsenwert bei der kleinen Klondike Silver werden wird?

Schwer zu sagen.

„Ein wenig mehr“ dürfte es aber schon werden.

Ach, fast vergessen: Die ersten der 68 stillgelegten Blei-, Zink- und Silberminen sollen in 2018 wieder in Produktion gehen…

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


PS: Natürlich besitze ich selbst auch ein paar Aktien von Klondike Silver (Offenlegung gemäß WpHG). Da ich sehr langfristig anlege, sind die Aktien bis auf Weiteres unverkäuflich.


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.