Auch in der letzten Woche profitierten die Aktienmärkte nochmals von der günstigen Liquiditätssituation und dem Performancedruck der Anleger, die an dem jüngsten Kursaufschwung bisher nicht vollständig partizipiert haben. Dabei sorgte die FED mit der Fortsetzung der Zinspause für ausreichend Zündstoff, zumal aus ihrer Sicht die sinkenden Energiepreise den Druck auf die Teuerung dämpfen. In diesem komfortablen Umfeld – moderates Wirtschaftswachstum gepaart mit in Grenzen gehaltener Inflation - fühlen sich die Anleger derzeit am wohlsten. Allerdings steigen mit den Kursen auch die Erwartungen auf gute Nachrichten. Deswegen wurde zum Wochenschluss ein „erster Warnschuss“ in Form heftiger Gewinnmitnahmen abgegeben, weil die Daten zum US-BIP für das 3. Quartal unter den pessimistischsten Erwartungen lagen. Dennoch konnten die Weltaktienmärkte ein Plus von 0,6% ins Wochenende mitnehmen. Im Laufe der Woche erreichte der DAX 6300 Punkte. Unterstützung bekam der deutsche Aktienmarkt neben einem freundlich aufgenommenen ifo-Index von besser als erwarteten Gewinnen bei DaimlerChrysler. Zudem profitierte die Deutsche Telekom von guten Nachrichten der France Telekom. Beide Sektoren gehörten mit +2,4% (Autos) und +5,0% (Telekommunikation) zu den Wochengewinnern.

Nach wie vor sieht die Situation an den Aktienmärkten günstig aus. Die Unternehmen liefern die geforderten Gewinnzahlen. In den USA haben zur Halbzeit der Berichtssaison für das 3. Quartal drei Viertel der vorliegenden Ergebnisse die Prognosen übertroffen. Allerdings belief sich das Überraschungspotenzial bei den meisten Unternehmen im moderaten Bereich. Auch in Europa erfüllen die meisten Unternehmen ihre Vorgaben, Enttäuschungen einiger weniger Konzerne wurden in den letzten Wochen regelrecht ignoriert. Dabei sollte die Situation Anfang Mai in Erinnerung gerufen werden, in der sich über Nacht die Wahrnehmung der zuvor ebenfalls positiv aufgenommenen Nachrichtenlage umkehrte, und die Märkte dann in eine Konsolidierung übergingen. Dennoch können dem deutschen Aktienmarkt im nächsten Jahr weitere Kurssteigerungen bis 7000 Punkte winken, wenn man weitere Gewinnsteigerungen der Unternehmen im niedrigen einstelligen Bereich und sogar ein leicht höheres Risikobewusstsein bei einem moderaten weltweiten Konjunkturaufschwung unterstellt. In dieser Woche berichten überwiegend Finanzwerte: ABN Amro und Depfa (Montag), UBS, (Dienstag), Deutsche Bank (Mittwoch), Credit Suisse (Donnerstag) und Commerzbank (Freitag). Zudem berichten FMC, Linde, Metro, Sanofi-Aventis (Dienstag) und Altana, BASF, BMW, MAN, Unilever (Donnerstag).

Für den Rentenmarkt stehen in der laufenden Woche neben der EZB-Sitzung am Donnerstag wichtige US-Indikatoren am Mittwoch (ISM) bzw. Freitag (Arbeitsmarkt) an. Von der EZB-Sitzung ist kaum mit Impulsen für den Markt zu rechnen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die EZB das Leitzinsniveau unverändert lassen, aber starke Signale in Hinblick auf eine Erhöhung im Dezember - auf einen Leitzins von dann 3,50% - aussenden. Zur weiteren Vorgehensweise im nächsten Jahr dürfte es hingegen kaum Neuigkeiten geben. Für den Rentenmarkt werden daher die US-Daten ausschlaggebend sein. Nach dem schwachen Wachstum im dritten Quartal dürfte der Markt die Indikatoren besonders kritisch betrachten. Cominvest erwartet sowohl beim wichtigen Konjunkturindikator ISM als auch bei den neugeschaffenen Stellen eine leichte Verbesserung, so dass der Rentenmarkt wieder einen Teil seiner Kursgewinne abgeben wird. Wir gehen beim Bund-Future von einem Kursniveau von ca. 116,90 zum Wochenschluss aus.

Quelle: cominvest

Die cominvest Asset Management GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main wurde im Jahr 2002 durch Zusammenlegung der inländischen Asset Management-Aktivitäten der Commerzbank AG gegründet und ist seitdem eine hundertprozentige Tochter der Commerzbank. Aktuell verwaltet sie 55 Milliarden Euro, wovon 44% auf Privatkunden und 56% auf institutionelle Investoren entfallen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf europäischen Aktien- und Rentenfonds.