New York/ London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Der Ölpreis verzeichnete im frühen Handel zunächst moderate Zuwächse, am Mittag entfernt sich die Notiz für die Nordseesorte Brent aber wieder von der 61 Dollar-Marke. Dennoch steht seit Wochenbeginn ein Preisanstieg von rund 2 US-Dollar zu Buche. Im Vergleich zu dem auf den mehr als 30 prozentigen Einbruch in den letzten sieben Wochen ist die Erholung aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

    Um das Gleichgewicht am Ölmarkt im nächsten Jahr wiederherzustellen und sicherzustellen, dass die Bestände nicht weiter steigen und die Preise entsprechend weiter fallen, ist eine erhebliche Produktionskürzung seitens der OPEC und ihrer Verbündeten notwendig.

    Die OPEC-Staaten treffen sich in der nächsten Woche. Dann soll vor allem über eine Kürzung der Ölförderung diskutiert werden. Bereits am Rande des G20-Gipfels kommendes Wochenende in Buenos Aires werden voraussichtlich vorbereitende Gespräche geführt. US-Präsident Donald Trump hat dagegen mehrfach vehement niedrigere Ölpreise gefordert. Allerdings sorgt nicht zuletzt die US-Ölbranche derzeit dafür, dass es ein großes Angebot gibt. Sorgen über die Weltkonjunktur lassen darüber hinaus auch die Investoren an der künftigen Ölnachfrage zweifeln.

    Die Analysten von Goldman Sachs gehen dennoch davon aus, dass die Organisation erdölexportierender Länder ihre Ölförderung verringern wird. Deshalb erwarten die Experten für kommendes Jahr auch stark anziehende Ölpreise. Die OPEC dürfte während ihres Treffens in der nächsten Woche zumindest die Erwartungen schüren, dass sie tatsächlich das Angebot am Ölmarkt verknappt, heißt es von der Helaba. „Eigentlich dürften aber alle Produzentengruppen ein Interesse an Preisen von mehr als 60 Dollar haben.“ Nur die US-Fracking-Industrie hätte eventuell aufgrund von Absicherungen ein nicht so starkes Interesse an deutlich höheren Preisen.