Dank moderater Äußerungen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke zur zukünftigen Geldpolitik verzeichneten die Aktienmärkte die zweite Woche in Folge Kurssteigerungen. DAX- und EuroStoxx50-Index verbesserten sich jeweils um rund 2,8%, der amerikanische S&P500-Index legte um ca. 2% zu. Auch in Japan kam es zu höheren Kursen, der Nikkei 225-Index verzeichnete ein Kursplus von 2,8%. Die Kursgewinne kamen insbesondere in den letzten zwei Handelstagen der Vorwoche zustande, nachdem die US-Notenbank wie erwartet die Leitzinsen - abermals um 25 Basispunkte - auf jetzt 5,25% erhöht hat. Die von einigen Marktteilnehmern befürchtete Erhöhung um 50 Basispunkte blieb aus. Im Gegenteil: Es wurden sogar vermehrt Hinweise auf eine baldige Zinspause der Fed ausgemacht. Der US-Dollar geriet infolge der Zinsentscheidung unter Druck und gab um nahezu 2% gegenüber dem Euro nach. Innerhalb der Branchen wiesen Rohstoffwerte mit einem Plus von 4,4% die beste Entwicklung auf. Das ist generell auf steigende Rohstoffpreise sowie speziell auf die anhaltende Fusionswelle im Stahlbereich zurück zu führen.

In dieser Woche dürften sich die Aktieninvestoren nochmals besonders für die Konjunkturdaten aus Europa und den USA interessieren. „Insbesondere die ISM-Daten für das Verarbeitende Gewerbe heute und am Donnerstag für den Dienstleistungssektor sowie die Industrieaufträge am Mittwoch sollten Aufschluss darüber geben, wie stark die US-Wirtschaft aktuell wächst“, sagt US-Experte Klaus Breil. „Wenn auch auf verlangsamter Basis, so sollte die expansive Entwicklung weiterhin anhalten.“ Der Arbeitsmarktbericht für Juni am Freitag beschließt den Datenreigen aus den USA.

In Europa ist der Auftragseingang der deutschen Industrie am Donnerstag von besonderer Bedeutung. Hier sollte das Plus zwar geringer als im Vormonat ausfallen, jedoch nach wie vor ein positives Konjunkturumfeld aufzeigen. In dieser Woche stehen noch keine wichtigen Unternehmensdaten an. Gegen Ende der Woche werden Absatzzahlen von Audi und BMW für den Monat Juni erwartet, auch einige Fluggesellschaften legen Verkehrszahlen vor. Frische Impulse dürften die Aktienmärkte erst mit Beginn der Quartalsberichtssaison erhalten, die ab dem 10. Juli startet. Angesichts des Nationalfeiertags in den USA am Dienstag und daher geschlossener Börsen dürfte die Handelswoche durch geringere Volumina und einem teils volatilen Handel gekennzeichnet sein. Eine Konsolidierung würde angesichts der teils hohen Kursgewinne der vergangenen zwei Handelswochen nicht überraschen. Auch der im Zuge der „Zinseuphorie“ wenig beachtete Ölpreis, der mittlerweile wieder ein Niveau von mehr als 73 US-Dollar für ein Barrel Brent erreicht hat, könnte sich kurzfristig als Belastungsfaktor für weitere Kurssteigerungen erweisen.

Die wichtigsten Einflüsse am Rentenmarkt gehen in der dieser Woche von den Notenbanken aus. Die Eine, nämlich die EZB, hält ihre monatliche Sitzung ab und wird nach unserer Einschätzung den Leitzins unverändert bei 2,75% belassen – die Andere, die US-Notenbank Fed, wird hingegen nicht tagen. Dennoch wird die Fed die in dieser Woche anstehenden US-Daten sehr genau beobachten, um dann zu entscheiden, ob weitere Zinserhöhungen notwendig sind. So wird am heutigen Montag der wichtigste konjunkturelle Frühindikator der USA, der ISM-Index, veröffentlicht und am Freitag wird der Arbeitsmarktbericht Auskünfte über die Lage der Beschäftigung geben. Wir erwarten jeweils recht freundliche, gegenüber dem Vormonat wieder ansteigende, Werte. Dennoch bleibt die Angst vor weiteren Zinsschritten der Fed. Vor diesem Hintergrund dürfte der Markt kaum Korrekturpotenzial haben. Wir erwarten daher kaum Bewegung am Rentenmarkt mit Werten um die 115,50 für den Bund-Future.

Quelle: ADIG

Die ADIG Allgemeine Deutsche Investment-Gesellschaft mbH, Fondstochter der Commerzbank, wurde 1949 gegründet. Das verwaltete Fondsvermögen beträgt mehr als 24,0 Mrd. Euro in 90 Publikumsfonds. Die Aktivitäten der ADIG werden unter dem Dach der COMINVEST Asset Management GmbH geführt.