Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September überraschend stark eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank gegenüber dem Vormonat um 1,6 Punkte auf 104,7 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit April 2013, wie das Münchener Ifo-Institut am Mittwoch mitteilte. Es handelte sich bereits um den fünften Rückgang in Folge. Die Volkswirte hatten im Schnitt mit einem weniger starken Rückgang auf 105,8 Zähler gerechnet.

    Für Verunsicherung in der deutschen Wirtschaft sorgten offenbar die Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten, der drohende Sanktionswettlauf zwischen Russland und der lange Zeit ungewisse Ausgang des Unabhängigkeitsreferendums in Schottland. "Der deutsche Konjunkturmotor läuft nicht mehr rund", schrieb Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts, in einer Mitteilung.

    Verantwortlich für die Eintrübung im September waren insbesondere schwächere Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate. Die entsprechende Komponente verschlechterte sich von 101,7 Zählern auf 99,3 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2012. Der Index für die Bewertung der aktuellen Geschäftslage sank von 111,1 Punkten im Vormonat auf 110,5 Punkte.

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    Das Ifo-Geschäftsklima gilt als wichtigster Frühindikator für die deutsche Wirtschaft. Es basiert auf ca. 7.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels.