Auf dem nordamerikanischen Automobilmarkt wurde es bereits im Oktober sehr kalt und ungemütlich, der Winter in Detroit könnte äußerst frostig werden: Zunächst schockte der weltweit zweitgrößte Zulieferer Delphi mit seinem Antrag auf Gläubigerschutz die Finanzmärkte. Die Pleite stellt die größte Insolvenz in der Geschichte der US-Automobilindustrie dar. Damit nicht genug: General Motors und Ford erschreckten die Investoren mit happigen, eiskalten Gewinnwarnungen. Das Dilemma in allen drei Fällen: Insbesondere Pensionszusagen in Milliarden-Höhe und Probleme mit der teuren Krankenversicherung schränken die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der europäischen und insbesondere japanischen Konkurrenz erheblich ein.

Die Lage von Delphi ist typisch für die Probleme der gesamten US-Autobranche: Die Zulieferer stehen unter massivem Druck der großen Konzerne. General Motors, Ford und DaimlerChrysler verlangen immer bessere Konditionen, weil sie immer weniger Fahrzeuge absetzen. In diesem Jahr mussten bereits der Automobil-Innenraumausstatter Collins & Aikman und der Karosseriebauer Tower Automotive den Gang zum Konkursrichter antreten.

Wohin geht die Fahrt der US-Hersteller? Und wie sehen die Auswirkungen auf die europäischen und asiatischen Produzenten aus? Derzeit überwiegen auf dem nordamerikanischen Markt eindeutig die Risiken. Zins- und Inflationssorgen sowie Ängste vor einem Einbruch auf dem US-Immobilienmarkt dürften die Anleger zunehmend nervös machen. Steigende Energiepreise drücken auf die Stimmung der US-Verbraucher und könnten im vierten Quartal zu enttäuschenden Absatzzahlen führen. Aber es gibt auch einen Lichtblick: Die jüngste Vereinbarung von GM mit der Autogewerkschaft United Auto Workers hinsichtlich finanzieller Zugeständnisse in Höhe von 15 Mrd. US-Dollar könnte sich unserer Einschätzung nach positiv auf Ford und DaimlerChrysler auswirken.

Vor diesem Hintergrund ist unserer Meinung nach bei US-Automobilaktien Vorsicht geboten. Ungleich besser präsentierte sich zuletzt DaimlerChrysler dank operativer Verbesserungen bei der einstigen Ertragsperle Mercedes und des brummenden Lkw-Geschäftes. Gute Perspektiven sehen wir für Hersteller, die wie Porsche und Nissan relativ geringe operative Risiken und einen hohen Free Cash Flow aufweisen, die höchsten operativen Gewinnmargen erzielen sowie weitere Marktanteile auf dem schwierigen US-Markt gewinnen. Positiv auswirken auf die Europäer und Japaner könnte sich auch die Stärke des US-Dollars. Eine wichtige Rolle spielt nicht zuletzt das Management; zum Beispiel stehen Dieter Zetsche (DaimlerChrysler), Wendelin Wiedeking (Porsche) und Carlos Ghosn (Nissan) für Qualität.

Das Fondsmanagement von DWS Konsumwerte hat sich der Lage entsprechend vorsichtig positioniert und hält an seiner Untergewichtung des Automobilsektors fest.

Quelle: DWS

Die im Jahr 1956 gegründete DWS (Die Wertpapier Spezialisten), Fondstochter der Deutschen Bank, ist im Publikumsfondsgeschäft mit einem verwalteten Vermögen von 95,2 Mrd. Euro Marktführer in Deutschland. Der Marktanteil in Deutschland liegt in etwa bei 24,3 % (per Ende März 2005). Allein in Deutschland zählt die DWS über 3 Millionen Kunden. Die DWS Fonds-Palette deckt alle Regionen und Branchen, viele Anlageformen und Anlagestile ab.