• Flatex übernimmt DeGiro
  • Volkswagen steigert Auslieferungen
  • China-Deal und Großbritannien-Wahl sorgen für gute Stimmung
  • EU einigt sich auf Klimaneutralität bis 2050
  • Henkel: Kurseinbruch nach Prognosesenkung
  • Delivery Hero tätigt Zukauf in Südkorea und kündigt Kapitalerhöhung an
  • UK-Wahl: Konservative holen absolute Mehrheit
  • Kreise: USA und China einigen sich auf Phase-1-Deal

DAX

  • Die Aktienmärkte haben am Freitag eine Berg- und Talfahrt veranstaltet. Der deutliche Wahlsieg der Konservativen in Großbritannien und die Aussicht auf eine Teil-Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China sorgten zunächst für gute Stimmung an den Aktienmärkten. Doch im Laufe des Tages ließ die Euphorie spürbar nach. Zwar haben China und die USA inzwischen bestätigt, dass der Text des Phase-1-Handelsabkommens vereinbart wurde. Doch fallen die Zollsenkungen offenbar schwächer aus als noch am Donnerstag spekuliert. An der Wall Street konnten die wichtigsten Indizes am Freitag abermals neue Rekordstände verzeichnen, nachdem China die Existenz des Handelsabkommens bestätigt hatte. Doch nachdem die Details bekannt wurden, kehrte wieder etwas mehr Ernüchterung ein. Der DAX ging mit einem Plus von 0,46 Prozent bei 13.282,72 Punkten aus dem Handel, nachdem der Index im Hoch bis auf über 13.400 Zähler geklettert war. Auf Wochensicht verbucht der Leitindex ein Plus von 0,88 Prozent.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Der Onlinebroker Flatex übernimmt den niederländischen Billigbroker DeGiro, wie Flatex am Freitag mitteilte. In einem ersten Schritt wurden bereits 9,4 Prozent übernommen, in einem weiteren Schritt sollen 100 Prozent übernommen werden. Der Gesamtkaufpreis beläuft sich auf 250 Millionen Euro und beinhaltet eine Zahlung in Form der Gewährung von Aktien an der Flatex AG sowie einer Zahlung in bar. Für die zu gewährenden Aktien führt Flatex eine Sachkapitalerhöhung über bis zu 7,5 Millionen Aktien aus dem genehmigten Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts für Aktionäre durch. Den Verkäufern werden diese Aktien zu einem Kurs von 25,33 Euro je Aktie gezahlt. Die Barkomponente des Gesamtkaufpreises wird in Höhe des verbleibenden Restbetrags, voraussichtlich rund 60 Millionen Euro gezahlt, so das Unternehmen.
  • Der Chiphersteller Broadcom hat im vierten Quartal bei Umsatz und Gewinn die Analystenschätzungen übertroffen. Der Gewinn je Aktie erreichte 5,39 Dollar, während die Analysten nur mit 5,35 Dollar gerechnet hatten. Der Umsatz lag mit 5,78 Milliarden Dollar über den Erwartungen von 5,74 Milliarden Dollar. Für das Geschäftsjahr 2019/2020 stellte Broadcom einen Umsatz von 24,5 bis 25,5 Milliarden Dollar in Aussicht, während der Markt bisher nur mit 23,99 Milliarden Dollar gerechnet hatte. Das Kerngeschäft mit Halbleitern habe die Talsohle erreicht, so das Unternehmen.
  • Der Volkswagen-Konzern hat die Auslieferungen im November deutlich gegenüber dem Vorjahresmonat steigern können. Konzernweit erhöhten sich die Auslieferungen um 5,1 Prozent auf 988.800 Fahrzeuge, wie Volkswagen mitteilte. Im Zeitraum Januar bis November erhöhten sich die Auslieferungen um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 9,94 Millionen Fahrzeuge. "Damit liegen wir im Zeitraum Januar bis November trotz erheblichen Gegenwinds aus den Märkten zum ersten Mal in diesem Jahr leicht über dem Vorjahresniveau. Wir sind daher zuversichtlich, das Jahr 2019 erfolgreich abzuschließen", sagte Volkswagen-Vertriebsleiter Christian Dahlheim.
  • Nach einer schwachen Entwicklung im November hat der Flughafenbetreiber Fraport seine Passagierprognose für das Gesamtjahr gesenkt. Die Passagierzahl am Frankfurter Flughafen sank im November um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 5,065 Millionen, wie das Unternehmen am Morgen mitteilte. Die Cargo-Menge ging um 5,4 Prozent auf 183.564 Tonnen zurück. "Wir gehen daher im Gesamtjahr von einem leicht geringeren Zuwachs des Passagierverkehrs in Frankfurt aus, der unterhalb unseres bisherigen Ausblicks von etwa zwei bis drei Prozent liegt", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte. Die Entwicklung im November war auch auf Streiks zurückzuführen. Die internationalen Beteiligungsflughäfen von Fraport entwickelten sich im November überwiegend positiv. Wie Fraport am Freitag außerdem mitteilte, hat das Unternehmen den Zuschlag für das Centermanagement im Terminal B des Newark Liberty International Airports für eine Laufzeit von fünf Jahren erhalten.
  • Die Aktien des Konsumgüterkonzerns Henkel brechen am Freitag deutlich ein. Das Unternehmen hatte am Donnerstagabend einen pessimistischen Ausblick für das kommende Geschäftsjahr veröffentlicht. So soll der bereinigte Gewinn je Aktie um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentwert sinken. Das organische Umsatzwachstum soll null bis zwei Prozent betragen. Die bereinigte Umsatzrendite soll bei rund 15 Prozent liegen. "Wir erwarten für Henkel auch im Geschäftsjahr 2020 ein herausforderndes Marktumfeld, das nur schwer vorhersagbar ist, insbesondere mit Blick auf die industrielle Nachfrage", sagte Vorstandsvorsitzender Hans Van Bylen.
  • Die Koalitionsfraktionen wollen dem chinesischen Technologiekonzern Huawei den Zugang zum deutschen 5G-Netz erheblich erschweren. Das geht aus dem Entwurf für einen gemeinsamen Antrag von Union und SPD hervor, der dem Handelsblatt vorliegt.
  • Eine Phase-III-Studie des Pharmakonzerns Roche mit dem Krebsmittel Tecentriq in Verbindung mit Cotellic und Zelboraf hat die Ziele erreicht.
  • Der Essenslieferdienst Delivery Hero hat 87 % der Anteile des südkoreanischen Essenslieferanten Woowa übernommen. Das Unternehmen wurde dabei mit €3,6 Mrd bewertet. Die restlichen 13 % sollen zu einem späteren Zeitpunkt über einen Aktientausch übernommen werden. Zur Finanzierung der Woowa-Übernahme hat Delivery Hero eine Sachkapitalerhöhung unter Ausschluss der Bezugsrechte beschlossen. Der Kaufpreis soll zu €1,7 Mrd in bar und zu €1,9 Mrd in neuen Aktien bezahlt werden. Die bisherigen Anteilseigner von Woowa werden nach der Transaktion bis zu 13,6 % an Delivery Hero halten.

Konjunktur & Politik

  • Sowohl die US-Seite als auch die chinesische Regierung haben am Freitag bestätigt, dass der Text für das Phase-1-Handelsabkommen zwischen beiden Seiten vereinbart wurde. Die für den 15. Dezember geplanten weiteren Zölle werden nicht in Kraft treten, wie beide Seiten vereinbarten. Die USA würden zudem Zölle für chinesische Produkte schrittweise senken, hieß es. Im Gegenzug würde China die Importe aus den USA schrittweise erhöhen. China werde außerdem strukturelle Reformen und andere Veränderungen in den Bereichen geistiges Eigentum, Technologietransfer, Landwirtschaft, Finanzdienstleistungen sowie Devisen vornehmen, erläuterte der US-Handelsbeauftragte .Die USA werden Zölle von 25 Prozent auf 250 Milliarden Dollar an chinesischen Waren und 7,5 Prozent auf 120 Milliarden Dollar an chinesischen Waren beibehalten, wie der US-Handelsbeauftragte mitteilte. Nach Einschätzung des US-Politikportals Politico sind die Zollsenkungen damit weniger umfangreich als noch am Tag zuvor spekuliert. So wurde zuvor gemeldet, dass die Zölle bei 360 Milliarden Dollar an chinesischen Waren halbiert werden sollen.
  • Der Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses hat für die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens (Impeachment-Verfahren) gegen US-Präsident Donald Trump gestimmt. Die Anklage lautet auf Machtmissbrauch und Behinderung der Ermittlungen des Kongresses. Das Votum des Justizausschusses ist eine Empfehlung an das Plenum des Repräsentantenhauses, das voraussichtlich in der kommenden Woche die Eröffnung des Impeachment-Verfahrens beschließen wird. Das Verfahren selbst findet dann im US-Senat statt, wo Trumps Republikaner eine Mehrheit haben. Eine Verurteilung Trumps gilt deshalb als sehr unwahrscheinlich. Allerdings könnte das Impeachment-Verfahren im Wahlkampf des kommenden Jahres eine große Rolle spielen.
  • Die US-Lagerbestände sind im Oktober wie erwartet um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,2 Prozent, nach keiner Veränderung im Vormonat.
  • Die US-Importpreise sind im November wie erwartet um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen, nach einem Rückgang um 0,5 Prozent im Oktober. Die Exportpreise legten ebenfalls um 0,2 Prozent zu. Hier war ein Anstieg um 0,1 Prozent erwartet worden, nach einem Minus von 0,1 Prozent im Vormonat.
  • Der US-Einzelhandelsumsatz ist im November weniger stark gestiegen als erwartet. Im Vergleich zum Vormonat legte der Einzelhandelsumsatz um 0,2 Prozent zu, während die Volkswirte eigentlich mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet hatten. Der Anstieg im Vormonat wurde von 0,3 auf 0,4 Prozent leicht nach oben revidiert. Die sogenannte Kernrate lag mit 0,1 Prozent im November ebenfalls unter den Erwartungen von 0,4 Prozent.
  • Die russische Zentralbank setzt ihren Zinssenkungskurs fort. Am Freitag wurde der Leitzins zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld um 0,25 Punkte auf 6,25 Prozent gesenkt. Es handelt sich bereits um die fünfte Zinssenkung in diesem Jahr. Die Notenbank kündigte außerem an, im ersten Halbjahr 2020 weitere Zinssenkungen zu prüfen.
  • Die Bundesbank hat ihre Wachstums- und Inflationsprognosen für Deutschland gesenkt. Für 2019 rechnet die Bundesbank jetzt mit einem BIP-Wachstum von 0,5 Prozent (zuvor: 0,6 Prozent) und für 2020 von nur noch 0,6 Prozent nach 1,2 Prozent zuvor. Die Prognose für 2021 wurde leicht von 1,3 Prozent auf 1,4 Prozent angehoben. Die Inflationsrate soll 2020 bei 1,3 Prozent (zuvor: 1,5 Prozent) und 2021 bei 1,6 Prozent (zuvor: 1,7 Prozent) liegen. Für 2019 wird unverändert eine Inflationsrate von 1,4 Prozent erwartet.
  • Bei der Parlamentswahl in Großbritannien haben die konservativen Tories unter Premierminister Boris Johnson eine absolute Mehrheit errungen. Nach Auszählung von 645 der insgesamt 650 Wahlkreise kommen die Konservativen auf 361 Parlamentssitze, womit sie die absolute Mehrheit von 326 Sitzen deutlich überschreiten. Vor allem die Labour Party, die größte Oppositionspartei, verzeichnete Verluste. Premierminister Boris Johnson dürfte nun eine deutliche Mehrheit haben, den mit der EU ausgehandelten Brexit-Vertrag auch durch das Parlament zu bringen. Daran waren die Konservativen bisher mehrfach gescheitert.
  • Die USA und China haben sich in ihren Verhandlungen offenbar auf ein erstes Handelsabkommen geeinigt. Dies berichten mehrere US-Medien. Die neuen Zölle auf chinesische Waren wie Smartphones und Spielzeug im Wert von 160 Milliarden Dollar, die eigentlich am Sonntag in Kraft treten sollten, seien damit abgewendet, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Handelsdeal sei bereits am Donnerstag von seinen Beratern vorgelegt worden, heißt es. Er solle am Freitag offiziell verkündet werden. Der Vertragstext müsse aber noch ausformuliert werden. Bereits am Donnerstag hatte Trump mit seiner Aussage, dass einem "großen Deal" mit China "sehr nahe" sei, für Euphorie an den Aktienmärkten gesorgt.
  • Die Stimmung unter den großen japanischen Industriekonzernen hat sich auf Sicht der vergangenen drei Monate deutlich eingetrübt. Der quartalsweise ermittelte Tankan-Index sank von plus 5 Punkten im dritten Quartal (September) auf 0 Punkte im vierten Quartal (Dezember). Damit wurde der tiefste Stand seit März 2013 erreicht.

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