In den vergangenen Monaten hat es sich immer mehr herauskristallisiert, dass die Märkte an einer wichtigen Wende im Anlagezyklus stehen. Die US-Wirtschaft, wenngleich er es weiterhin schlecht geht, befindet sich fünf Jahre nach der Krise auf einem Pfad der Erholung. Das Wachstum der US-Wirtschaft ist dynamischer als jenes der Eurozone, sodass die Amerikaner schneller aus der Krise kommen dürften, als wir. Die US-Notenbank wird ihr Programm zur geldpolitischen Lockerung schneller beenden, als die Bank of Japan, die unter Shinzu Abe in ihrer Strategie der drei Pfeile schließlich erst damit begonnen hat.

    Die Bewegungen des US-Dollars sind von außerordentlicher Bedeutung für die Bewertung fast aller Vermögenswerte auf der Welt, schließlich ist der US-Dollar die Weltreservewährung. In einer Phase der US-Dollar-Abwertung, wie wir sie etwa zwischen den Jahren 2001 und 2007 und nach der unmittelbaren Finanzkrise bis heute beobachten konnten, dient der US-Dollar als Carry-Trade-Währung: Liquidität strömt aus dem US-Dollar-Raum heraus und wird außerhalb der USA investiert.

    In einer Phase der US-Dollar-Aufwertung, wie sie in den Jahren 1995 bis 2001 zu beobachten war, strömte Kapital in die USA zurück. In dieser Phase zeichnet sich die US-Wirtschaft durch ein dynamischeres (nicht höheres!) Wachstum im Vergleich zu anderen Ländern der Erde aus.

    Wir könnten uns gerade am Übergang von einer Phase der US-Dollar-Abwertung zu einer US-Dollar-Aufwertung befinden. Dies deutet der Goldpreis an, der durch das Unterschreiten der Unterstzung bei 1315 USD/Unze seinen langfristigen Aufwärtstrend beendete. Das scheint auch der Kupferpreis anzudeuten, der eine vergleichbare Unterstützung bei 6635 USD/Tonne hat. Bricht diese Marke auf Wochenschlusskursbasis, könnte Kupfer in eine stärkere Korrektur eintreten.

    China befindet sich in einem komplizierten Übergang von einer rohstoffintensiven und auf den Export fokussierten fertigenden Industrie- hin zu einer konsumorientierten Mittelstandsgesellschaft. Der Rohstoffbedarf Chinas und der Emerging Markets wird weiterhin immens sein. Allerdings muss angesichts der Abschwächung des Wachstums, einer Entspannung der Angebotsbilanz bei vielen Rohstoffen sowie angesichts der möglichen US-Dollar-Aufwertung bezweifelt werden, ob dies auch zu wieder steigenden Rohstoffpreisen führen wird. Normalerweise sind Phasen einer US-Dollar-Aufwertung geprägt von fallenden Preisen für Rohstoffe aller Art.

    Trading-Idee: Short Kupfer, wenn der Preis unter 6635 USD/Tonne fällt und am Ende einer Woche auch darunter schließt. Ein Stopp kann bei 7700 USD/Tonne gesetzt werden. Ziele lassen sich schwer identifizieren, allerdings ist es wahrscheinlich, dass bei Aufgabe des Supports bei 6635 USD/Tonne mehr als das Risiko vom Stopp zum Einstieg (rund 1065 USD) verdient werden können. Berechnet man das Ziel basierend auf der großen SKS-Trendwendeformation aus dem eingeblendeten Chart, so erhält man 4900 USD/Tonne als möglichen ersten Stabilisierungspunkt der nun möglichen großen Kupfer-Preiskorrektur. Das Potenzial liegt dann also bei rund 1700 USD.

    Autor: Jochen Stanzl --> http://go.guidants.com/#c/jochen.stanzl

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