London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Mit gut 9.500 Dollar je Tonne notiert Kupfer aktuell nur knapp 800 Dollar unter seinem Rekordhoch von Anfang Mai. Um die Preisrally in Schach zu halten, hatten chinesische Behörden im Mai am Markt eingegriffen. So wurden unter anderem Teile der strategischen Reserven veräußert. Zudem gingen die Einfuhren von raffiniertem Kupfer und von nicht-raffiniertem Kupferkonzentrat zwischen März und Juni um mehr als 20 Prozent zurück, wie Analysten der Deutschen Bank berichten. Ein Teil des Bedarfes wurde dabei über physische Kupferbestände der Börse in Shanghai und vorhandene Lagerbestände im Verarbeitenden Gewerbe gedeckt.

Gleichwohl ist die Nachfrage im weltgrößten Verbraucherland China im ersten Halbjahr um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, und sie soll auch weiter anziehen. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege bei der Deutschen Bank sieht den Spielraum für weitere Preisstabilisierungsmaßnahmen in China daher gering. Aus den Industrienationen wird ebenfalls eine steigende Nachfrage vermeldet.

Zunehmende Digitalisierung, die Energiewende und E-Mobilität steigern den Bedarf. Die Angebotsseite ist laut Marcus Landau von der DZ Bank darauf eher schlecht vorbereitet, da viele Minengesellschaften ihre Investitionen in den letzten Jahren erheblich zurückgefahren hätten. Damit drohten Engpässe auf der Angebotsseite und Überhänge auf der Nachfrageseite. Vor diesem Hintergrund seien weiteren Preisanstiege zu erwarten.