In der letzten Woche stellten die guten Konjunkturdaten den gestiegenen Ölpreis in den Schatten und bescherten den Aktienmärkten weitere Kurszuwächse. Hierfür ist aber auch die bereits mehrere Wochen andauernde Kursstärke verantwortlich, an der nicht alle Anleger im vollen Umfang partizipieren, da sie in Erwartung eines abkühlenden Marktes ihre Aktienquoten reduziert hatten. Allein der Ölpreis scheint der positiven Anlegerstimmung im Wege stehen zu können, denn gerade für europäische Unternehmen sorgt der schwache Euro für eine doppelte Kostenbelastung. „Andererseits üben die Unternehmen immer noch Kostendisziplin, weswegen die hohen Rohstoffkosten bislang aufgefangen werden konnten“, sagt COMINVEST-Fondsmanager Klaus Breil. Er hält es für wahrscheinlich, „dass wir bei dem unverändert konstruktiven konjunkturellen, insbesondere dem preislichen Umfeld, mit weiteren Kurssteigerungen rechnen können.“

Die USA befinden sich aktuell in der heißen Gewinnwarnungsphase für die Gewinne des 2. Quartals. Die Erwartungen sind nach wie vor auf niedrigem Niveau, ein Ausbleiben größerer Warnungen könnte somit für weitere Kaufeuphorie sorgen, und dies bereits im Vorfeld der Gewinnberichte ab der 2. Juliwoche. Im selben Zuge dürften dann die marktbreiten Indizes wie z.B. der S&P 500 neue Jahreshochs über 1.220 markieren können. In Europa sieht die technische Verfassung wesentlich günstiger aus, nachdem von Woche zu Woche bereits neue Jahreshochs erzielt werden. Wurde zu Jahresbeginn von den Prognostikern im Durchschnitt ein Anstieg des DAX bis zum Jahresende auf 4.560 veranschlagt, so hat der Markt dieses Niveau bereits leicht überschritten. In den nächsten Tagen muss sich zeigen, inwiefern die Prognosen nach oben angepasst werden bzw. bei Beibehaltung der Prognosen konsequenterweise Gewinne mitgenommen werden. Insofern ist in den nächsten Tagen für Spannung gesorgt. Auch wenn der Ölpreis weiter ansteigen sollte, scheint die positive Grundstimmung derzeit noch nicht in Gefahr. „Auf längere Sicht sind jedoch kurzfristige Konsolidierungen denkbar, die für eine leichte Abkühlung der bereits überkauften Situation sorgen“, sagt COMINVEST-Experte Klaus Breil.

Nach dem deutlichen Renditeanstieg am Rentenmarkt, der zu einem großen Teil auf das Herauslaufen von Zinssenkungserwartungen zurückzuführen war, ist in dieser Woche aufgrund der geringen Bedeutung der zur Veröffentlichung anstehenden Daten nur mit schwachen Bewegungen zu rechnen. Aus den USA werden die Auftragseingänge für Gebrauchsgüter (Durable Goods Orders) und die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Bei den Auftragseingängen besteht ein leichtes Risiko, dass die Daten unter Konsens liegen. In Euroland stehen der ZEW- und der Belgische Zentralbankindikator zur Veröffentlichung an. Während der ZEW-Indikator aufgrund der Erwartung von Neuwahlen in Deutschland steigen sollte, gehen wir beim Belgischen Zentralbank-Indikator, einem der besten Indikatoren für die Entwicklung in der gesamten Euro-Zone, von wenig Bewegung aus. Da von Datenseite also kaum Einflüsse ausgehen sollten, erwarten wir eine Seitwärts-Bewegung um die 122,00 im Bund-Future.

Quelle: ADIG

Die ADIG Allgemeine Deutsche Investment-Gesellschaft mbH, Fondstochter der Commerzbank, wurde 1949 gegründet. Das verwaltete Fondsvermögen beträgt mehr als 22,6 Mrd. Euro in 90 Publikumsfonds. Die Aktivitäten der ADIG werden unter dem Dach der COMINVEST Asset Management GmbH geführt.