Frankfurt (Godmode-Trader.de) - „Die Nominierung von Christine Lagarde als nächste EZB-Präsidentin war für die Märkte eine positive Überraschung. Sie zerstreut die Ängste mancher Marktteilnehmer, dass Bundesbankpräsident Jens Weidmann als Vertreter einer harten Geldpolitik das Ruder übernehmen würde. Einige könnten Bedenken gegenüber Lagarde haben, da sie keinen volkswirtschaftlichen Hintergrund hat und bislang nie in einer Zentralbank tätig war. Aber als Präsidentin des Internationalen Währungsfonds (IMF) und ehemalige Finanzministerin Frankreichs verfügt sie über die notwendige Erfahrung und ist – wie Mario Draghi – ein exzellenter Kommunikator“, kommentiert Seema Shah, Senior Global Investment Strategist bei Principal Global Investors.

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    Ausgehend von Lagardes vorheriger Unterstützung für die Entscheidungen Draghis, eine innovative Geldmarktpolitik einzuführen, gehen die Märkte laut der Expertin nun davon aus, dass sie Anhängerin einer lockeren Geldmarktpolitik ist. „Sie glaubt an eine aggressive, aktive Geldpolitik anstelle einer passiven Erzeugung von Inflation. Unter ihrer EZB-Präsidentschaft könnten weitere Zinssenkungen, quantitative Lockerungsmaßnahmen – inklusive eines erneuten Ankaufsprogramms für Unternehmensanleihen –, Zentralbankoperationen (TLTROs) und sogar abgestufte Einlagenzinsen realistische Optionen sein“, so Shah.

    Angesichts der bereits negativen Zinsen und einem Kaufprogramm für Staatsanleihen nah am gesetzlichen Limit in einigen Ländern, stößt die EZB allerdings an die Grenzen geldpolitischer Wirksamkeit, warnt Stratege Shah. Die Geldpolitik allein könne die Wirtschaft der Eurozone nicht aus dem Schlamassel befreien. „Die Volkswirtschaften der Peripherie werden wahrscheinlich den größten Nutzen aus Lagardes wahrscheinlicher Bestätigung ziehen können. Italienische zweijährige Anleihen sind zurück im negativen Bereich und zehnjährige BTPs liefern nur 1,71 Prozent Zinsen. Unabhängig von der politischen Unruhe in Italien mögen die Märkte Wertpapiere, die eine positive Rendite abwerfen und gleichzeitig von einer lockeren Zentralbankpolitik gestützt werden. Die Renditen der Anleihemärkte von Kernländern sind zwar ebenfalls unter Abwärtsdruck. Aber mit einem Minus von 40 Basispunkten sind zum Beispiel deutsche zehnjährige Bundesanleihen sicherlich nah an der Untergrenze.“