• LEONI AG - Kürzel: LEO - ISIN: DE0005408884
    Börse: XETRA / Kursstand: 13,685 €

Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Leoni hat am Dienstagabend angekündigt, dass eine Abspaltung des Wire & Cable Solutions (WCS)-Geschäfts entweder mit einem Börsengang oder einem (Teil-)Verkauf vorbereitet werde. Leoni wird sich damit künftig auf das Geschäft mit Automobil-Kabelnetzen im Unternehmensbereich Bordnetz-Systeme (WSD) konzentrieren. „Obwohl Fahrzeugleitungen, die für Kabelbäume verwendet werden, den Hauptumsatzanteil bei WCS ausmachen, sind die tatsächlichen Synergien zwischen den beiden Unternehmen (WCS und WSD) sehr begrenzt“, weiß Warburg-Analyst Marc-René Tonn.

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Die Entscheidung zur Trennung der beiden Geschäftsbereiche folgt der strategischen Überprüfung der bestehenden Konzernstruktur im Rahmen des Spar- und Effizienzprogramms Value21 des Unternehmens. Die Umsetzung operativer Verbesserungsmaßnahmen mit dem Ziel, bis 2022 nachhaltige jährliche Kosteneinsparungen von 500 Mio. Euro zu erreichen (bei einer Verbesserung der EBIT-Marge um 2 bis 3 Prozentpunkte auf einen mittleren einstelligen Prozentbereich), soll planmäßig vorankommen. Darüber hinaus arbeitet Leoni weiter an seinem Refinanzierungsbedarf, bei dem alle Optionen geprüft werden.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die WCS-Sparte einen Umsatz von 1,93 Mrd. Euro und ein EBIT (bereinigt) von 66 Mio. Euro. Von 2014 bis 2018 lag die bereinigte EBIT-Marge zwischen 3,4 und 4,7 Prozent. „WCS blieb damit zwar auch hinter dem bisherigen EBIT-Margenziel von 7 Prozent zurück, war aber in den letzten sehr volatilen Jahren bei WSD ein stabilisierender Faktor für das Ergebnis“, schreibt Tonn.

Mit der Ankündigung erfülle Leoni den Teil der strategischen Überprüfung seines Programms Value21. Ein Verkauf (oder IPO) des gesamten WCS-Geschäfts würde über reine Portfolioanpassungen in diesem Geschäft hinausgehen. „Der Verkauf des Geschäfts sollte Leoni helfen, seine Finanzlage zu verbessern, was den Druck auf die Refinanzierungsseite verringern würde. Auf der anderen Seite wird jedoch ein eher stabiler Teil des Geschäfts veräußert“, kritisiert der Experte.

Während er den entscheidenden Schritt im Allgemeinen begrüße, hänge eine abschließende Bewertung vom Erfolg und den tatsächlichen Bedingungen des angekündigten Programms ab. Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass alle Entscheidungen unter starkem Druck auf die Netto-Finanzposition getroffen würden.

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