Fazit: Die US-Notenbank setzt ihren Kurs der geldpolitischen Normalisierung ungeachtet der Kritik von US-Präsident Donald Trump fort und hat den Leitzins am Mittwoch wie erwartet zum dritten Mal in diesem Jahr und bereits zum achten Mal seit der Finanzkrise um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Die Fed Funds Target Rate liegt damit künftig in einer Spanne von 2,00 bis 2,25 Prozent.

Fed-Präsident Jerome Powell begründete die Zinserhöhung damit, dass sich die US-Wirtschaft in einer starken Verfassung befinde. Die Arbeitslosigkeit sei niedrig und die Inflationsrate liege in der Nähe des Ziels von zwei Prozent, so Powell.

Für das laufende Jahr rechnen die meisten Mitglieder des Offenmarktausschusses wie bisher mit einer weiteren Leitzinsanhebung, wie die zusammen mit dem Zinsentscheid veröffentlichten Prognosen zeigen. Die vierte Leitzinserhöhung in diesem Jahr dürfte damit voraussichtlich im Dezember beschlossen werden. Für das kommende Jahr werden im Mittel weiter drei Zinserhöhungen erwartet. Auch 2020 und 2021 soll der Leitzins nach Einschätzung der Mitglieder des Offenmarktausschusses weiter steigen. Ihre langfristige Zinsprognose hob die Fed leicht von 2,9 auf 3,0 Prozent an.

Die Notenbank strich einen Satz aus ihrem Statement zum Zinsentscheid, wonach die Geldpolitik "akkommodierend" bleibe. Fed-Präsident Powell betonte aber, dass die Zinsen im historischen Vergleich weiterhin niedrig seien und dass man weiterhin graduelle Zinserhöhungen für angemessen halte.

Im Zusammenhang mit den sich verschärfenden Handelskonflikten sieht Powell zunehmende Gefahren für die US-Wirtschaft, wollte aber konkrete Maßnahmen der US-Regierung nicht kommentieren. Zahlreiche Unternehmen seien inzwischen besorgt, unter anderem wegen der Gefahr, dass internationale Lieferketten unterbrochen werden könnten. In den Wirtschaftsdaten sei bisher allerdings nennenswerter Effekt durch höhere Zölle festzustellen, so Powell. Entscheidend sei, wo die Handelspolitik langfristig hinsteuere. Sofern die Handelskonflikte zu zunehmenden Protektionismus führten, sei dies schlecht für die US-Wirtschaft so Powell.

Ihre Wachstumsprognose für 2018 erhöhte die Fed von 2,8 auf 3,1 Prozent. Auch die Erwartung für 2019 wurde leicht erhöht. Die Inflationsprognosen wurden nicht nennenswert verändert. Der Arbeitsmarkt hat sich nach Einschätzung der Fed weiter gefestigt, die Wirtschaft sei zuletzt mit hohem Tempo gewachsen.

21.28 Uhr: Die Pressekonferenz mit Fed-Präsident Powell ist zu Ende.

21.25 Uhr: Powell will nicht darauf eingehen, ob die Bewertungen am US-Aktienmarkt übertrieben hoch sind oder nicht. Nach verschiedenen Maßstäben seien die Bewertungen im historischen Vergleich aber hoch, so Powell.

21.24 Uhr: Angesprochen auf die Frage, wie die US-Geldpolitik die Schwellenländer beeinflusse, betont Powell, dass sich das Mandat der US-Notenbank nur auf die US-Wirtschaft beziehe. Die Schwellenländer spielten aber eine große Rolle und seien auch für die US-Wirtschaft wichtig, so Powell.

21.23 Uhr: "Wir sind nicht verantwortlich für die Fiskalpolitik, aber langfristig hat die Fiskalpolitik einen großen Einfluss", so Powell. Man befinde sich bereits seit langer Zeit auf einem nicht nachhaltigen Pfad bei der Fiskalpolitik, so Powell. Je früher die Probleme angegangen würden, desto besser.

21.21 Uhr: Dadurch, dass man den Zinssatz für die die Überschussreserven der Geschäftsbanken beim letzten Zinsentscheid im Juni nur um 0,20 statt um 0,25 Prozent angehoben habe, habe man den Leitzins wieder stärker in die Mitte der vorgegebenen Spanne bewegen können, so Powell. Sollte sich der Leitzins erneut aus dem Zielbereich bewegen, habe man die entsprechenden Mittel, um damit umzugehen, so Powell. Man sehe dies aber nicht als großes Problem.

21.17 Uhr: Die Fed sei nicht verantwortlich für den Dollar, so Powell. Der Dollar habe aber erst einen Teil des Einbruchs aus dem Jahr 2017 wieder aufgeholt, so Powell.

21.15 Uhr: Ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit oder ein Wachstumseinbruch könnten Zeichen sein, dass man das Hoch des Zinserhöhungszyklus erreicht habe, so Powell.

21.10 Uhr: Die Zinsen für Verbraucherkredite steigen zwar laut Powell, aber sie steigen von einem sehr niedrigen Niveau, so Powell. Immobilienkredite seien immer noch billiger als vor der Krise, so Powell.

21.07 Uhr: Powell kritisiert, dass einige der Notfallvollmachten der Fed durch den Dodd-Frank-Act gestrichen wurden.

21.05 Uhr: Die Geldpolitik sei weiter unterstützend und der Leitzins liege weiter unterhalb des neutralen Zinses, auch wenn man nicht genau wisse, wo dieser liege, so Powell.

21.00 Uhr: Die gestiegenen längerfristigen Zinsen sollten sich mit der Zeit auch auf die Wirtschaft auswirken, so Powell.

20.57 Uhr: Es könnte sein, dass durch die neuen Zölle die Verbraucherpreise zusätzlich steigen, so Powell. Man sehe diesen Effekt aber bisher nicht. Bisher sehe man nur einen moderaten Anstieg der Löhne und die Inflation liege in der Nähe von zwei Prozent.

20.53 Uhr: Man sehe bisher keinen deutlichen Anstieg der Inflation, so Powell. Man wisse, dass die eigenen Prognosen zur Konjunkturentwicklung sehr unsicher seien.

20.51 Uhr: Er mache sich Sorgen, wo die Handelspolitik langfristig hinsteuere, so Powell.

20.49 Uhr: Wie sich die Handelskonflikte auswirken, hänge vor allem davon ab, wie sie enden, so Powell. Wenn die Konflikte dazu führen, dass es am Ende einen faireren und freieren weltweiten Handel gebe, sei dies positiv. Gebe es mehr Protektionismus, sei dies aber negativ für die US-Wirtschaft. Unter dem Strich sei ein nennenswerter Effekt der Zölle kaum zu sehen bisher.

20.48 Uhr: Die Fed ist nicht verantwortlich für die Handelspolitk und wird deshalb einzelne Änderungen der Handelspolitik nicht kommentieren, so Powell. Man höre aber von zunehmenden Sorgen aus der US-Wirtschaft. So werden unter anderem Unterbrechungen der Lieferketten befürchtet.

20.47 Uhr: Es gebe zwar Unsicherheitsfaktoren, diese könne man aber managen. Powell erwähnt, dass sich einige Vermögenspreise auf Allzeithoch befinden.

20.45 Uhr: Die Stabilität des Finanzsystems habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, so Powell.

20.43 Uhr: Man könne die niedrige Inflationsrate der vergangenen Jahre nicht als selbstverständlich betrachten, so Powell. Wenn die Inflation anziehe oder schwächle werde man die Geldpolitik entsprechend anpassen. Man versuche, das passende Gleichgewicht zu finden und weder zu schnell noch zu langsam straffen.

20.41 Uhr: Powell gibt keine klare Antwort auf die Frage, warum die Mitglieder des Offenmarktausschusses für Ende 2021 höhere Zinsen erwarten als im längerfristigen Mittel. Einige Mitglieder erwarten für die kommenden Jahre moderat höhere Zinsen als der neutrale Zins, so Powell.

20.39 Uhr: Die Fed richtet sich nicht nach politischen Erwägungen, so Powell.

20.38 Uhr: Die Fragerunde der Journalisten hat begonnen.

20.37 Uhr: Die Tatsache, dass der Satz aus ihrem Fed-Statement gestrichen wurde, wonach die Geldpolitik "akkommodierend" bleibe, signalisiert laut Powell keine Änderung im erwarteten Zinspfad, sondern zeige, dass sich die Wirtschaft wie erwartet entwickele. Die Projektionen zeigen, dass weiter graduelle Zinserhöhungen erwartet werden.

20.35 Uhr: Die heutige Zinserhöhung spiegele die wirtschaftliche Stärke wieder, so Powell.

20.34 Uhr: Der Arbeitsmarkt dürfte stark bleiben und die Inflationsrate in der Nähe des Fed-Ziels von zwei Prozent bleiben.

20.33 Uhr: Die Zinsen bleiben auch nach der heutigen Zinserhöhung niedrig, so Powell. Die US-Wirtschaft dürfte nach Einschätzung der Fed in diesem Jahr um 3,1 Prozent und im kommenden Jahr um 2,5 Prozent wachsen.

20.32 Uhr: Die Inflation ist laut Powell niedrig und stabil. Aber: "Nicht alles ist perfekt, nicht alle Amerikaner profitieren", so Powell.

20.31 Uhr: Die US-Wirtschaft sei stark, die Arbeitslosigkeit nehme ab und die Löhne steigen, so Fed-Präsident Jerome Powell.

20.30 Uhr: Die Pressekonferenz mit Fed-Präsident Jerome Powell hat begonnen.

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20.20 Uhr: Die Pressekonferenz mit Fed-Präsident Jerome Powell beginnt in 10 Minuten und kann hier live verfolgt werden.

20.19 Uhr: Die US-Notenbank hebt den Zins für die Überschussreserven der Geschäftsbanken (interest on excess reserves) per 27. September um ebenfalls 0,25 Prozentpunkte auf 2,20 Prozent an. Der sogenannte Diskontsatz für kurzfristige Fed-Kredite an die Geschäftsbanken wird um ebenfalls 0,25 Prozentpunkte auf 2,75 Prozent angehoben.

20.15 Uhr: Das komplette Statement zum Zinsentscheid kann hier gelesen werden. Die Begleitmaterialien sind hier zu finden.

20.12 Uhr: Die Fed rechnet für das laufende und das nächste Jahr mit einem höheren Wachstum als noch zuletzt. Die Inflationserwartungen der Fed bleiben für dieses Jahr als auch für 2019 weitestgehend identisch mit den Juni-Projektionen. Die Fed-Projektionen zum Arbeitsmarkt für 2018 und 2019 bleiben zum Juni weitestgehend konstant.

20.11 Uhr: Die Fed erwähnt den Handelskonflikt in ihrem Statement nicht.

20.10 Uhr: In ersten Reaktionen auf den Fed-Zinsentscheid konnten die US-Aktienmärkte sowie der Euro auf neue Tageshochs klettern. Gold legte etwas zu, während die Anleiherenditen auf ein neues Tagestief sanken.

20.09 Uhr: Die folgende Grafik ("Dot Plot") aus dem Fed-Statement zeigt, wo die einzelnen Mitglieder des Offenmarktausschusses (inklusive der nicht stimmberechtigten) den Leitzins jeweils am Ende des angegebenen Jahres erwarten. Für das laufende Jahr rechnen 12 von 16 Mitglieder des Offenmarktausschusses mit einer weiteren Leitzinserhöhung, die aller Voraussicht beim Zinsentscheid im Dezember beschlossen werden dürfte. Für das kommende Jahr werden im Mittel weiter drei Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. Auch danach dürfte die Fed ihren Zinserhöhungskurs fortsetzen, wie die Prognosen zeigen.

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20.05 Uhr: Die Mitglieder des Offenmarktausschusses sind etwas optimistischer für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr. Im Mittel erwarten die Fed-Mitglieder einen BIP-Anstieg um 3,1 Prozent, nachdem bisher 2,8 Prozent erwartet wurden.

20.03 Uhr: Die Entscheidung zur Zinsanhebung fiel einstimmig. Alle neun stimmberechtigten Mitglieder des Offenmarktausschusses stimmten für die Anhebung.

20.02 Uhr: Die US-Notenbank hat den Satz aus ihrem Statement gestrichen, dass die Geldpolitik "akkommodierend" bleibe ("The stance of monetary policy remains accomodative, thereby supporting strong labor market conditions and a sustained return to 2 percent inflation"). Die Ära der lockeren Geldpolitik ist damit vorerst zu Ende.

20.01 Uhr: Die Mitglieder des Offenmarktausschusses erwarten mehrheitlich wie bisher eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr. Für das kommende Jahr werden im Mittel weiter drei Zinserhöungen in Aussicht gestellt.

20.00 Uhr: Die US-Notenbank hebt den Leitzins wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte an. Die Fed Funds Target Rate liegt damit künftig in einer Spanne von 2,00 bis 2,25 Prozent.

19.52 Uhr: Das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, die sogenannte PCE-Kernpreisrate, lag zuletzt bei 1,98 Prozent und damit ziemlich genau beim Inflationsziel der Fed von zwei Prozent. Nach der heutigen Zinserhöhung dürfte der Leitzins zum ersten Mal seit längerer Zeit über der PCE-Kerninflationsrate liegen. Dies würde für die USA endgültig das Ende einer "lockeren Geldpolitik" bedeuten. Entsprechend könnte die US-Notenbank heute auch einen Satz aus ihrem Statement zum Zinsentscheid streichen, die die Geldpolitik noch als "akkommodierend" charakterisiert.

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19.41 Uhr: Besonders deutlich macht sich der geldpolitische Straffungskurs der Fed bisher in den Schwellenländern bemerkbar. Denn in die schnell wachsenden Volkswirtschaften war nach der Finanzkrise viel billige Dollar-Liquidität geflossen. Inzwischen wird Kapital in großem Stil wieder abgezogen und fließt in die USA zurück. Der Dollar legt deshalb zu, was dazu führt, dass immer mehr Kreditnehmer in den Schwellenländern ihre Dollar-Kredite nicht mehr bedienen können. Dies ist neben hausgemachten Problemen mit ein Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in zahlreichen Schwellenländern.

19.25 Uhr: Als relativ sicher gilt, dass die Fed nach der heutigen Zinserhöhung auch im Dezember noch einmal an der Zinsschraube drehen wird. Für das Jahr 2019 hat die US-Notenbank selbst zuletzt drei Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. Neben dem Zinsentscheid werden um 20.00 Uhr auch die ökonomischen Prognosen der einzelnen Mitglieder des Offenmarktausschusses inklusive der Prognosen für den Leitzins ("Dot Plot") veröffentlicht. Der Markt dürfte sich sehr stark darauf konzentrieren, wie sich die Zinserwartungen für das kommende Jahr verändern.

19.17 Uhr: Die für heute erwartete Leitzinserhöhung ist bereits die achte im aktuellen Zinszyklus. Immer mehr Beobachter stellen sich inzwischen die Frage, wie weit die US-Notenbank die Zinsen noch erhöhen kann, ohne dadurch einen Konjunktureinbruch zu risikieren. Zuletzt wuchs die US-Wirtschaft zwar sehr schnell, wenn aber die Einmaleffekte aus Trumps Steuerreform in den kommenden Monaten und Jahren verpuffen, könnte ein böses Erwachen drohen. Andererseits liegt die Teuerung je nach Inflationsmaß inzwischen im Zielbereich der Fed von zwei Prozent und dürfte damit zumindest vorerst weitere Anhebungen rechtfertigen. Die meisten Beobachter erwarten aktuell, dass die Fed im aktuellen Zinserhöhungszyklus den Leitzins nicht über 3 Prozent anheben wird.

19.11 Uhr: Die Erwartung der Finanzmärkte ist klar. Die US-Notenbank wird heute den Leitzins zum dritten Mal in diesem Jahr um 25 Basispunkte (0,25 Prozentpunkte) anheben. Der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der US-Notenbank refinanzieren können, wird dann in einer Spanne zwischen 2,00 Prozent und 2,25 Prozent liegen. Aus den Kursen der Fed Funds Futures an der Terminbörse CME ergibt sich aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 95,0 Prozent, dass die Fed den Zins um 0,25 Prozentpunkte anhebt.

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18.50 Uhr: Herzlich Willkommen im Live-Ticker zum Fed-Zinsentscheid und der anschließenden Pressekonferenz. Die US-Notenbank verkündet um 20.00 Uhr MESZ ihren Zinsentscheid und veröffentlicht ihre ökonomischen Prognosen. Um 20.30 Uhr beginnt die Pressekonferenz mit Fed-Präsident Jerome Powell.


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