Berlin (Godmode-Trader.de) - Flüssigerdgas aus Katar - das ist einer der Pfeiler der künftigen Energieversorgung Deutschlands. Russisches Gas war gestern, jetzt muss die Lücke mit arabischem gefüllt werden. Bundeswirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck war im März dazu in Katar vorstellig. Unvergessen das Pressefoto, auf dem Habeck dem Handelsminister Scheich Mohammed bin Hamad bin Kasim al-Abdullah Al Thani in demütiger Verbeugung die Hand reicht. Das Bild sagt so einiges aus: Deutschland stellt die Energiesicherheit über alles, die sonstigen Schwierigkeiten mit dem Regime in Katar (Bsp.: Menschenrechte) werden hintangestellt.

Denn die deutsche Industrie macht Druck, die Politik steht in der Pflicht. Jederzeit kann der russische Gasfluss nach Europa stoppen. Zuletzt sind die Gespräche mit der katarischen Führung über Liquefied Natural Gas (LNG)-Lieferungen ins Stocken geraten. Nun soll der Besuch des Emirs des Golfstaats heute in Berlin neuen Schwung bringen. An diesem Freitag trifft sich Scheich Tamim Bin Hamad Al Thani, zu Gesprächen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Berlin. Wie das „Handelsblatt“ berichtete, bringt der Emir einen Vertrag über langfristige Gaslieferungen mit.

Verflüssigtes Erdgas (LNG) soll nun schneller als bisher bekannt nach Deutschland geliefert werden. „Wir wollen unsere US-Flüssiggasanlage Golden Pass in Texas, an dem Qatar Energy 70 Prozent hält, bereits 2024 so weit haben, dass wir nach Deutschland liefern können", sagte der Vizepremier des Golfstaats, Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, dem „Handelsblatt".

Zusätzliche Gasmengen kämen dann etwas später hinzu. „Die Erweiterung der Förderung in unserem Gasfeld North Dome wird 2026 abgeschlossen sein, vielleicht sogar schon 2025." North Dome ist das weltgrößte Gasfeld, das sich Katar und der Iran unter dem Persischen Golf teilen. Bis spätestens 2026 soll die katarische Gasförderung daraus von derzeit 77 auf 126 Mio. Tonnen LNG gesteigert werden.

Bei dem Besuch von Hamad Al Thani in Berlin wird es auch um weitere Milliarden-Investitionen in deutsche Unternehmen gehen. Diese würden bald abgeschlossen, sagte der Vizepremier dem Handelsblatt, ohne Details zu nennen. Besonders interessiert sei der Staatsfonds an den Branchen erneuerbare Energien, Technologie, Pharma, Finanzdienstleistungen und Immobilien. Durch Milliardeninvestitionen vor allem in Europa und den USA, inzwischen aber auch immer mehr in Russland und China will Katar ökonomisch bedeutsamer werden, als es das als weltgrößter LNG-Exporteur ohnehin schon ist.