• US-Gebrauchsgüteraufträge erholen sich von ihrem Einbruch
    • US-Wirtschaft schrumpft in Q1 stark
    • Düstere IWF-Prognose
    • ifo Exporterwartungen deutlich gestiegen
    • Destatis: Immobilienpreise steigen zu Jahresbeginn erneut kräftig
    • GfK-Konsumklima erholt sich weiter
    • IWF: Es droht eine Rezession von historischem Ausmaß
    • Trump: US-Truppen sollen teils nach Polen
    • Verfassungsänderung: Referendum in Russland startet
    • Bayer erzielt Glyphosat-Vergleich in den USA
    • Wirecard stellt Antrag auf Insolvenz. Kein schneller DAX-Rauswurf
    • Lufthansa kann teilverstaatlicht werden
    • Wirecard: konzerneigene Bank nicht Teil des Insolvenzverfahrens
    • Lufthansa-Vorstand buhlt um Zustimmung der Aktionäre
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    DAX

    • Nach den deutlichen Kursverlusten vom Vortag konnte der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag wieder zulegen. Der DAX beendete den Xetra-Handel mit einem Plus von 0,69 Prozent auf 12.177,87 Punkte, nachdem das Börsenbarometer zuvor im Handelsverlauf mehrfach das Vorzeichen gewechselt hatte. Drei Aktien standen heute am deutschen Aktienmarkt im Mittelpunkt des Geschehens. Zunächst Wirecard: Der Konzern kündigte an, einen Insolvenzantrag zu stellen. Das habe der Vorstand beschlossen, so das Unternehmen in einer Ad-hoc-Mitteilung. Die Deutsche Börse hat den Handel mit der Wirecard-Aktie daraufhin ausgesetzt. Ab 11:20 Uhr wurde das Papier wieder gehandelt, und stürzte entsprechend in die Tiefe. Schon bevor der Handel ausgesetzt wurde, notierten Wirecard deutlich im Minus. Den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim zuständigen Amtsgericht München stelle Wirecard wegen „drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung“, teilte der Zahlungsdienstleister mit. Es stellt sich nun immer mehr die Frage, ob sich Wirecard überhaupt noch im DAX halten kann. Bayer-Papiere waren anfangs die größten Gewinner im Leitindex, drehten dann aber ins Minus. Der Konzern und der größte Teil der Kläger im Glyphosat-Streit in den USA haben sich auf einen Vergleich geeinigt. Die erst jüngst aus dem DAX abgeschobenen Aktien der Lufthansa sind die größten Gewinner im MDAX. Die Einigung über ein weitreichendes Sparpaket mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo und die berechtigte Hoffnung, dass Großaktionär Thiele dem staatlichen Hilfspaket trotz geäußerter Zweifel auf der außerordentlichen Hauptversammlung heute zum Durchbruch verhilft, ließen den Kurs der Aktie so kräftig steigen.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmensnachrichten

    • Die Lufthansa wird durch den Bund vor der drohenden Insolvenz gerettet. Mit einer überwältigenden Mehrheit von 98,04 Prozent der Stimmrechte stimmten die Aktionäre der Fluggesellschaft auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am Donnerstag für den Staatseinstieg und damit für das insgesamt rund 9 Milliarden Euro schweresRettungspaket für die angeschlagene Airline. Das Rettungspaket umfasst neben einer Aktienbeteiligung des Bundes in Höhe von 20 Prozent durch Kapitalerhöhung auch eine stille Einlage über 5,7 Milliarden Euro und einen Kredit über drei Milliarden Euro. Großaktionär Heinz Hermann Thiele, der mehr als 15 Prozent der Lufthansa-Aktien besitzt und damit größter Einzelaktionär ist, hatte bereits am Mittwochabend in einem Zeitungsinterview angekündigt, entgegen anderslautender Spekulationen für das Rettungspaket zu stimmen.
    • RIB Software rechnet für 2020 mit einem Umsatz von 240-270 Millionen Euro und einem operativen EBITDA von 55 bis 75 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.
    • Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY geht im Falle von Wirecard von schwerer Kriminalität in praktisch weltumspannenden Ausmaß aus. „Es gibt deutliche Hinweise, dass es sich um einen umfassenden Betrug handelt, an dem mehrere Parteien rund um die Welt und in verschiedenen Institutionen mit gezielter Täuschungsabsicht beteiligt waren", erklärte EY am Donnerstag. „Im Rahmen der Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2019 hat EY entdeckt, dass gefälschte Saldenbestätigungen und weitere gefälschte Unterlagen für die Treuhandkonten vorgelegt wurden.“ EY habe das den zuständigen Behörden sowie dem Unternehmen und seinem Aufsichtsrat mitgeteilt. „Konspirativer Betrug, der darauf abzielt, die Investoren und die Öffentlichkeit zu täuschen, geht oft mit umfangreichen Anstrengungen einher, systematisch und in großem Stil Unterlagen zu fälschen", hieß es in der Mitteilung weiter. „Auch mit umfangreich erweiterten Prüfungshandlungen ist es unter Umständen nicht möglich, diese Art von konspirativem Betrug aufzudecken.“ Ernst & Young (EY) ist im Wirecard-Skandal zuletzt in den Fokus gerückt. EY brachte mit seinem vergangene Woche verweigerten Testat das Kartenhaus zwar zum Einsturz, hatte die Wirecard-Bilanz zuvor aber auch eine Dekade lang testiert. Und zwar sogar noch im Frühjahr 2019, als die "Financial Times" längst schwere Vorwürfe gegen Wirecard erhoben hat.
    • Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr hat zu Beginn der Hauptversammlung bei den Aktionären eindringlich um Zustimmung für das staatliche Rettungspaket geworben. Das Unternehmen sei in der Corona-Krise „angewiesen" auf die Unterstützung des Bundes, sagte Spohr. Andernfalls drohe bald die Zahlungsunfähigkeit. Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) rief die Aktionäre auf, der neun Milliarden Euro schweren Finanzhilfe zuzustimmen. Ohne Unterstützung drohe der Lufthansa in den nächsten Tagen die Insolvenz, bekräftigte Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley in der virtuell abgehaltenen Versammlung. „Wir haben kein Geld mehr." Nur durch das Paket aus Kredit, Stillen Einlagen und dem Einstieg des Staates bei der Lufthansa sei die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Spohr berichtete von schleppenden Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi zu Sparbeiträgen des Bodenpersonals. Während man mit den Piloten in guten Gesprächen sei und mit der Kabinengewerkschaft Ufo bereits eine Vereinbarung getroffen habe, verliefen die Verhandlungen mit Verdi „enttäuschend“, sagte Spohr.
    • Google wird erstmals mit Zeitungsverlagen Lizenzverträge abschließen und Geld für die Präsentation von journalistischen Inhalten zahlen. Das kündigte der Konzern in einem Blog-Eintrag an. Die Inhalte sollen auf Google News und Google Discover erscheinen. Wie die Präsentation der Inhalte für die Nutzer genau aussehen wird, teilte Google nicht mit.
    • Boeings Krisenjet 737 Max muss künftig noch auf ein weiteres Sicherheitsrisiko geprüft werden. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA führte eine Richtlinie ein, die Inspektionen für besseren Schutz von Verkabelung nahe der Triebwerke vorschreibt. Boeing teilte mit, die Mängel selbst entdeckt und die Maßnahme bereits im Dezember 2019 empfohlen zu haben.
    • Im Fall zweier in China wegen Spionagevorwürfen angeklagter Kanadier denkt die Regierung in Peking über einen möglichen Handel nach. Michael Kovrig und Michael Spavor würden davon profitieren, wenn die Finanzchefin des chinesischen Telekomkonzerns Huawei, Meng Wanzhou, freigelassen und nach China zurückgeschickt werde, sagte Außenministeriumssprecher Zhao Lijian.
    • Beim Softwarehersteller Blackberry weitete sich der Nettoverlust im 1. Quartal auf 636 Mio. Dollar von 35 Mio. im Vorjahr aus. Blackberry begründete den Fehlbetrag mit einem Sonderaufwand von 594 Mio. Dollar im Zusammenhang mit der Plattform Spark. Der Umsatz fiel um 16,6 Prozent auf 206 Mio. Dollar.
    • Tesla erzielte in der neuen Qualitätsstudie der Verbraucherschutz-Organisation J.D. Power die schlechteste Punktzahl unter allen 32 großen Fahrzeugmarken, die in den USA verkauft werden. Ergebnis: Die Model S, X, Y oder 3 hatten 250 Probleme pro 100 Fahrzeuge. Der Branchendurchschnitt lag bei 166. 
Tesla-Chef Elon Musk treibt nach Reuters-Informationen den Bau einer Batterieforschungs- und -produktionsanlage in Kalifornien voran. Mit dem Projekt"Roadrunner" wolle Tesla nach einem Ausbau seines Werks in Fremont eigene Autobatterien herstellen, wie aus Dokumenten der Stadtregierung hervorgehe, so Reuters..
    • Der Unterhaltungskonzern Walt Disney hat die für Mitte Juli geplante Wiedereröffnung seiner geschlossenen Vergnügungsparks in Kalifornien verschoben. Der Staat Kalifornien habe noch keine Richtlinien für die Inbetriebnahme von Themenparks vorgelegt, hieß es in einer Mitteilung.
    • Der Autokonzern Toyota hat sich mit 293 Mio. Dollar an Uber Technologies beteiligt. Der Anteil summiert sich Firmenangaben zufolge auf 10,25 Prozent.
    • Segway stellt die Produktion der Elektro-Fahrzeuge ein. Laut einer Erklärung des Unternehmens ist Mitte Juli Schluss mit den zweirädrigen Transportmitteln. Der Segway machte im vergangenen Jahr weniger als 1,5 % des Umsatzes des Unternehmens aus.
    • Der Zahlungsdienstleister Wirecard will wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung Insolvenz beantragen. Der Vorstand habe entschieden, beim Amtsgericht München die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu beantragen, teilte der DAX-Konzern am Donnerstag mit. Es werde zudem geprüft, ob auch Insolvenzanträge für Tochtergesellschaften der Wirecard-Gruppe gestellt werden müssten. Die konzerneigene Bank ist vom angekündigten Insolvenzantrag ausgenommen. Die Bank sei "nicht Teil des Insolvenzverfahrens der Wirecard AG", erklärte der Konzernvorstand am Donnerstag. „Die BaFin hat für die Wirecard Bank AG bereits einen Sonderbeauftragten eingesetzt." Demnach wird die Wirecard-Bank organisatorisch und finanziell vom Mutterkonzern abgekoppelt. „Die Freigabeprozesse für alle Zahlungen der Bank werden zukünftig ausschließlich innerhalb der Bank und nicht mehr auf Gruppenebene liegen."
    • Eine Insolvenz von Wirecard könnte eine Reihe von Banken teuer zu stehen kommen, die dem Unternehmen über eine Kreditlinie bis zu 1,75 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt haben sollen. Darunter die Commerzbank, ING und ABN Amro. Auch nach dem Insolvenzantrag droht laut den Regeln der Deutschen Börse dem Konzern kein schneller Rauswurf aus dem DAX. Nur im Falle einer Abwicklung oder falls der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse abgewiesen wird, muss ein Unternehmen aus einem Auswahlindex „umgehend" erntfernt werden. Die nächste reguläre Index-Überprüfung der Deutschen Börse steht am 3. September an.
    • Die Lufthansa kann teilverstaatlicht werden. Denn nun ist klar, dass der entscheidende Großaktionär Heinz Hermann Thiele auf der heutigen Hauptversammlung (Beginn 12.00 Uhr) das staatliche Hilfspaket, das neben Kredit und einer stillen Beteiligung auch einen direkten Einstieg des Bundes mit rund 20 Prozent des Kapitals vorsieht, nicht torpedieren wird. Der Münchner Unternehmer sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Mittwochabend, dass er mit seinen Stimmen die nötige Zweidrittelmehrheit nicht verhindern wird. „Ich werde für die Beschlussvorlage stimmen“. Thiele hält nach seiner Aufstockung 15,5 Prozent an Lufthansa. Damit war offensichtlich, dass gegen ihn der Staatseinstieg nicht möglich gewesen wäre. Denn zur Teilnahme an der Online-Hauptversammlung haben Anleger nur 38 Prozent der Stimmen angemeldet. Thiele hatte zuvor die Bedingungen des Rettungspakets kritisiert. Den geplanten Staatseinfluss hielt er für zu groß, den Preis für die Beteiligung zu hoch und das Ausstiegsszenario fast unerfüllbar. Seine Entscheidung hatte der Industrielle zunächst offen gelassen.
    • Mit einer Summe von gut 10 Mrd. Euro will der Bayer-Konzern das größte Problem seit der Übernahme des US-Konzerns Monsanto vor zwei Jahren loswerden: die Rechtsstreitigkeiten in den USA um Produkte von Monsanto, genauer: um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat. Durch den Kompromiss sollen laut Bayer rund 75 Prozent der aktuellen Prozesse abgeschlossen werden - mit insgesamt etwa 125.000 eingereichten und nicht eingereichten Klagen - und zugleich drohenden Rechtsrisiken in der Zukunft vorgebeugt werden. In der Summe enthalten sei eine Pauschale, mit der Ansprüche abgedeckt werden sollen, die noch nicht beigelegt sind sowie 1,25 Mrd. Dollar, um eine separate Vereinbarung für potenzielle künftige Klagen zu ermöglichen, hieß es.
    • Die Lufthansa und die Flugbegleitergewerkschaft Ufo haben sich auf ein Sparpaket zur Bewältigung der Folgen der Corona-Krise geeinigt. Wie das Unternehmen mitteilte, sind darin Einsparungen von über 500 Mio. Euro bis Ende 2023 vorgesehen. Damit einhergehen soll ein vierjähriger Kündigungsschutz. So sollen Vergütungsanhebungen ausgesetzt, Flugstunden reduziert und Gehälter entsprechend gesenkt sowie Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung vorübergehend gekürzt werden.
    • Die London Stock Exchange (LSE) bekommt eine neue Finanzchefin. Anna Manz ersetzt zum 21. November den bisherigen Finanzvorstand David Warren, teilte der Börsenbetreiber am Donnerstag mit. Manz ist bisher in gleicher Position beim Spezialchemie-Hersteller Johnson Matthey angestellt.
    • Der britische Billigflieger Easyjet will sich in der Corona-Krise frisches Kapital von Anlegern besorgen. Durch die Ausgabe neuer Anteilsscheine im Umfang von bis zu 14,99 Prozent des bisherigen Aktienkapitals sollen 400 bis 450 Mio. Pfund eingenommen werden, teilte Easyjet am Mittwochabend mit. Die Corona-Krise hat Easyjet wie andere Fluggesellschaften schwer belastet.
    • Der Autozulieferer ZF will in den nächsten Jahren bis zu 15.000 Stellen weltweit streichen, die Hälfte davon in Deutschland. ZF-Beschäftigte wollen heute in Friedrichshafen am Bodensee gegen die Pläne demonstrieren. Wegen der Corona-Pandemie verzichtet man allerdings auf eine Fußgänger-Demo. Stattdessen wollen die Teilnehmer Fahrräder, Motorräder, Autos und andere Fahrzeuge nutzen. Die Gewerkschaft rechnet mit rund 1.000 Demonstranten.
    • Die durch die Corona-Krise schwer getroffene australische Fluggesellschaft Qantas streicht 6.000 Stellen. Zudem solle mehr als die Hälfte der verbleibenden 23.000 Mitarbeiter monatelang beurlaubt werden, teilte das Unternehmen mit. Weiter hieß es, insgesamt 100 Qantas-Maschinen würden bis zu einem Jahr lang am Boden bleiben.

    Konjunktur & Politik

    • Das Mietmoratorium, das Mieter wegen der Corona-Pandemie vor Kündigung des Mietverhältnisses wegen ausbleibender Mietzahlungen schützt, könnte verlängert werden. "Ich fände das, wenn das jetzt noch mal verlängert wird, eine vertretbare, gute Maßnahme", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz am Donnerstag laut einem Bericht von "Dow Jones Newswires". Nach derzeitiger Gesetzeslage läuft das Mietmoratorium Ende Juni aus.
    • Kanada hat die Corona-Krise die Bestnote bei der Ratingagentur Fitch gekostet. Die Bewertung der Kreditwürdigkeit sinke um eine Stufe auf "AA+", teilte Fitch am Mittwoch mit. Der Ausblick für das Rating bleibt jedoch stabil. „Die Herabstufung des Ratings spiegelt die Verschlechterung der öffentlichen Finanzen Kanadas im Jahr 2020 infolge der Coronavirus-Pandemie wider", erklärte Fitch. Das gesamtstaatliches Defizit werde im Jahr 2020 deutlich steigen. Das Land werde zudem mit einem deutlich höheren Schuldenstand aus der Rezession herauskommen. Kanada hat seine Staatsausgaben deutlich erhöht, um die Folgen der Corona-Krise einzudämmen.
    • Die US-Wirtschaft ist wegen der Corona-Krise im 1. Quartal laut US-Handelsministerium um annualisiert 5,0 Prozent geschrumpft. Damit wurde eine vorherige Erhebung bestätigt. Analysten hatten dagegen mit einem stärkeren Einbruch von im Mittel 6,0 Prozent gerechnet.
    • In der Woche bis 20. Juni stellten 1,48 Mio. Menschen in den ASA einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Zwar gingen damit rund 60.000 weniger Erstanträge ein als in der Vorwoche, von einem deutlichen Rückgang kann aber nicht die Rede sein.
    • Der Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter in den USA ist im Mai überraschend deutlich gegenüber dem Vormonat um 15,8 Prozent gestiegen, wie das US-Handelsministerium mitteilte. Dies ist der stärkste Anstieg seit fast sechs Jahren. Volkswirte hatten einen Anstieg um 10,5 % erwartet.
    • Die vollständige Erholung der US-Wirtschaft dürfte sich nach Einschätzung von Chicago-Fed-Präsident Charles Evans noch Jahre hinziehen. Es werde voraussichtlich bis Ende 2022 dauern, bevor die Leistung wieder das Vorkrisen-Niveau erreiche, sagte Evans. Seine Prognose gehe davon aus, dass auf zwischenzeitliche lokale Virusausbrüche reagiert werden müsse - und durch schneller als erwartete Wiedereröffnungen könnte die Lage womöglich noch schlimmer werden.
    • Die US-Bundesstaaten Florida, Oklahoma und South Carolina meldeten gestern einen Rekordanstieg bei Corona-Neuinfektionen, sieben weitere Bundesstaaten verzeichneten Anfang der Woche Rekordwerte. Die Gouverneure von New York, New Jersey und Connecticut ordneten für Reisende aus neun anderen Bundesstaaten eine Selbst-Isolation an.
    • Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich merklich erholt. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Juni von minus 26,7 auf minus 2,3 Punkte gestiegen – so stark wie nie zuvor innerhalb eines Monats. „Die deutsche Industrie arbeitet sich aus dem Keller“, kommentierte das ifo-Institut.
    • Der preisbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe in Deutschland war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im April saison- und kalenderbereinigt 2,7 Prozent höher als im März. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich sank das reale Volumen der saison- und kalenderbereinigten Auftragseingänge von Februar bis April gegenüber November 2019 bis Januar 2020 um 11,9 Prozent. Dieser Rückgang ist laut Bundesamt hauptsächlich auf die außergewöhnlich hohen Auftragseingänge im November zurückzuführen.
    • Die Preise für Wohnimmobilien (Häuserpreisindex) in Deutschland lagen im ersten Quartal durchschnittlich um 6,8 Prozent höher als in der gleichen Vorjahresperiode, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Wohnimmobilien verteuerten sich demnach weiterhin sowohl in der Stadt als auch auf dem Land. In den sieben größten Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) waren Ein- und Zweifamilienhäuser 9,5 Prozent und Eigentumswohnungen 7,4 Prozent teurer als im Vorjahresquartal. In den anderen Großstädten ab 100.000 Einwohnern stiegen die Häuserpreise um 8,3 Prozent und die Preise für Eigentumswohnungen um 9,3 Prozent. Auch in dünn besiedelten ländlichen Kreisen wurden Wohnimmobilien im Durchschnitt teurer. Dort erhöhten sich die Preise für Häuser um 6,1 Prozent und für Eigentumswohnungen um 4,9 Prozent.
    • Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Konjunkturprognose erneut gesenkt: Die Weltwirtschaftsleistung soll demnach in 2020 um 4,9 Prozent einbrechen. Im April hatte der IWF noch einen Rückgang um 3 % prognostiziert. „Wir sind in einer beispiellosen Krise", sagte Chefvolkswirtin Gita Gopinath am Mittwoch bei der Vorlage der jüngsten IWF-Prognose in Washington. Dies werde die „schlimmste Rezession seit der Weltwirtschaftskrise" vor rund 90 Jahren sein, warnte Gopinath. Die globale Wirtschaftsleistung werde infolge der Pandemie in diesem und im nächsten Jahr insgesamt um 12,5 Bio. Dollar geringer ausfallen. Für 2021 erwartet der IWF eine Erholung. Die globale Wirtschaft soll dann um 5,4 %Prozent zulegen. Das wären 0,4 Prozentpunkte weniger, also noch im April angenommen.
    • Die zügige Öffnung von Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland lässt die Verbraucher den Corona-Schock mehr und mehr vergessen. Zum zweiten Mal in Folge legt das Konsumklima zu. Der Konsumforscher GfK prognostiziert für Juli einen Wert von -9,6 Punkten und damit neun Punkte mehr als im Juni dieses Jahres (revidiert -18,6 Punkte). Damit hat der Indikator seit seinem Tiefpunkt im April dieses Jahres insgesamt mehr als 13 Punkte hinzugewonnen. Allerdings ist ein Wert von -9,6 Zählern noch immer der drittniedrigste Wert, der in der Historie des Konsumklimas jemals gemessen wurde. „Das schwache Licht am Ende des Tunnels, das sich bereits im vergangenen Monat abzeichnete, wird offenbar etwas heller“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Dazu tragen sicherlich auch die umfangreichen Hilfen durch die Konjunkturprogramme wie die Ankündigung einer befristeten Mehrwertsteuerabsenkung bei“.
    • US-Präsident Trump will nach dem geplanten Abzug von US-Soldaten aus Deutschland auch die US-Truppen in Polen verstärken. Trump begründete den Truppenabzug bei einer Pressekonferenz mit dem polnischen Präsidenten Duda im Weißen Haus mit den nach seiner Ansicht mangelnden Verteidigungsausgaben Deutschlands. Trump sagte, einige der Soldaten aus Deutschland sollten in die USA zurückkehren. Andere Soldaten würden an Standorte in Europa verlegt.
    • In Russland beginnt die umstrittene Abstimmung über die große Verfassungsänderung. 110,5 Mio. Wahlberechtigte können bis zum kommenden Mittwoch über das Referendum abstimmen. Auf Kritik stösst vor allem die Ausweitung der Machtbefugnisse des Präsidenten. Der 67 Jahre alte Kremlchef Putin könnte so 16 weitere Jahre im Amt bleiben.

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