Als Tesla-Gründer und Technologie-Visionär Elon Musk im Jahr 2013 das Hyperloop-Konzept öffentlich vorstellte, war die Resonanz groß. Unabhängig von Musk wurden schnell mehrere Unternehmen gegründet, die das Konzept einer Magnetschwebebahn in Vakuumröhren in die Realität umsetzen wollen. Die beiden wichtigsten Unternehmen sind heute Hyperloop One, das von Personen gegründet wurde, die über enge Kontakte zu Musk verfügen, sowie Hyperloop Transportation Technologies (HTT), das bereits im Auftrag mehrere Regierungen Machbarkeitsstudien für den Bau von Hyperloop-Strecken durchführt und das vom deutschen CEO Dirk Ahlborn geleitet wird.

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    Nun wurde bekannt, dass sich ausgerechnet die Lufthansa, Deutschlands größte Fluggesellschaft, für das Hyperloop-Konzept interessiert. "Hyperloop ist eine wichtige Entwicklung, die wir uns genau anschauen", sagte eine Lufthansa-Sprecherin der "Bild am Sonntag". Das Lufthansa-Innovationszentrum in Berlin arbeite mit Hyperloop Transportation Technologies zusammen, heißt es in dem Bericht. Die Lufthansa-Sprecherin bestätigte auch, dass es einen Austausch mit dem Unternehmen gibt. Eine strategische Partnerschaft bestehe aber nicht.

    Vier mögliche innerdeutsche Strecken hat sich die Lufthansa laut Bericht schon genauer angesehen: Auf den Verbindungen Berlin-München, Hamburg-München, Berlin-Köln und Düsseldorf-München könnten Kurzstreckenflüge durch die Hyperloop-Technologie überflüssig werden. Da die Hyperloop-Züge eine Spitzengeschwindigkeit von 1.200 Kilometern pro Stunde erreichen sollen, könnte sich etwa die Fahrzeit zwischen Berlin und München auf 30 Minuten verkürzen.

    Die große Resonanz auf das Hyperloop-Konzept von Musk ist eigentlich aus zwei Gründen überraschend: Zum einen ist das Konzept gar nicht neu, zum anderen gibt es viel Kritik von Fachleuten. Bereits seit Jahrzehnten gab es Visionen von superschnellen Transportsystemen in Vakuumröhren. In der Schweiz wurde etwa bereits in den 90er Jahren das Konzept "Swissmetro" entwickelt. Die größten Schweizer Städte sollten mit einer unterirdischen Magnetschwebebahn in Vakuumtunneln verbunden werden. Die Höchstgeschwindigkeit der Swissmetro-Züge sollte zwar "nur" bei 500 km/h liegen, doch das Projekt kam nie über das Konzeptstadium hinaus - vor allem aus Kostengründen.

    Auch viele Experten stehen dem Hyperloop-Konzept skeptisch gegenüber. So würde ein Bau des Systems wohl so teuer, dass es sich kaum wirtschaftlich betreiben ließe. Aber auch viele technische Fragen sind noch ungelöst und lassen sich auch nur sehr schwer lösen. Wie etwa können Passagiere bei einem Notfall möglichst schnell aus den Hochgeschwindigkeitskapseln in den Vakuumröhren befreit werden? Hält das Transportsystem tatsächlich auch stärkeren Erdbeben stand, wie Musk behauptet? Wie kann die in und an den Kapseln entstehende Abwärme nach außen abgeleitet werden, wenn in der Transportröhre ein Vakuum herrscht?

    Trotz der ungelösten Fragen gibt es auch handfeste Gründe, die das Hyperloop-Konzept für die Lufthansa tatsächlich interessant machen könnten: Wer die erste Hyperloop-Strecke zwischen zwei Städten errichtet, hat vermutlich auf lange Sicht ein Monopol auf diese Verbindung. Die Konkurrenz durch Billiganbieter wäre wegen der hohen Investitionssummen - anders als bei Flugverbindungen - nicht wirtschaftlich. Anders als Flughäfen könnten Hyperloop-Haltestellen direkt in der Innenstadt errichtet werden. Da zudem die Höchstgeschwindigkeit nur knapp unter der Schallgeschwindigkeit liegen soll, wären die Hyperloop-Verbindungen tatsächlich mit einer merklichen Verkürzung der Reisezeit verbunden.

    Doch das alles ist noch Zukunftsmusik. Niemand hat bisher den Beweis angetreten, dass sich das Hyperloop-Konzept unter vertretbarem wirtschaftlichen Aufwand und mit der notwendigen Sicherheit für die Passagiere überhaupt in die Realität umsetzen lässt. So lange dies so bleibt, handelt es sich beim Hyperloop um nicht mehr als eine kühne Vision.

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    Deutsche Lufthansa AG

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