Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Der Großaktionär Thiele sei nach seiner Anteilsaufstockung bildhaft ausgedrückt zum Zünglein an der Waage geworden, schrieb Analyst Dirk Schlamp in einer am Montag vorliegenden Studie. Sollte er nicht zustimmen, dürfte das Rettungspaket scheitern, betonte Schlamp. Möglicherweise nutze Herr Thiele aber auch die gestiegene und von ihm gestreute Verunsicherung dazu, um weitere Lufthansa-Aktien zu erwerben und stimme dann doch für das Rettungspaket.

Eine Insolvenz in Eigenverwaltung würde einen erheblichen Wertverlust von Thieles Beteiligung an der Airline bedeuten. Im Falle einer sich anschließenden regulären Insolvenz könnte sogar der Totalverlust drohen. Möglicherweise könne beim heute stattfindenden Krisentreffen zwischen Herrn Scholz, Herrn Spohr und Herrn Thiele ein Kompromiss gefunden werden, hofft die DZ Bank.

Unter Berücksichtigung seiner EBITDA-Schätzung für 2022 und eines EV/EBITDA-Multiplikators von 3,4 ermittelte Schlamp einen unveränderten fairen Wert von 6,50 Euro je Aktie. Mit Blick auf die gestiegenen Insolvenzrisiken wurde das Verkaufen-Votum bestätigt.

Die Lufthansa fürchtet angesichts einer gering erwarteten Aktionärspräsenz auf der Hauptversammlung an diesem Donnerstag einen ungewissen Ausgang bis hin zu einer Insolvenz. Denn die Zustimmung zu den neun Milliarden Euro schweren Staatshilfen ist nach den Registrierungen der Anteilseigner keineswegs gesichert.

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