Hannover/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Nachdem die Lufthansa in der vergangenen Woche das Übernahmeangebot für die österreichische Air Berlin-Tochter Niki in Folge kartellrechtlicher Bedenken zurückgezogen hatte, hat die EU-Kommission am 21. Dezember nach weitreichenden Zugeständnissen durch den Kranich-Konzern - u. a. verzichtet die Lufthansa auf Slots am Flughafen Düsseldorf - die Übernahme der ebenfalls zur Air Berlin Gruppe zählenden Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) gebilligt. Die Transaktion der Übernahme kann im Januar 2018 vollzogen werden.

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Damit stoßen 33 Flugzeuge zur Flotte von Eurowings. Sämtliche Mitarbeiter der LGW wechseln mit ihren bestehenden Arbeitsverträgen zu Eurowings. Durch zusätzliche Neueinstellungen soll der LGW- Flugbetrieb innerhalb der Eurowings-Gruppe auf 870 Mitarbeiter wachsen.

In den vergangenen Wochen wurden weitere 500 Mitarbeiter (darunter Piloten und Flugbegleiter) innerhalb der Eurowings-Gruppe eingestellt. In dieser Woche gelang auch eine tarifvertragliche Einigung zwischen Eurowings und den Gewerkschaften Verdi und Vereinigung Cockpit, so dass die Weichen für das geplante deutliche Wachstum auf insgesamt 210 Flugzeuge in der Eurowings-Gruppe gestellt sind. Die nichterfolgende NIKI-Übernahme soll durch zusätzliches organisches Wachstum kompensiert werden.

Die wichtigsten Weichen für das geplante starke Wachstum der Eurowings in 2018 sind nun gestellt, formuliert es NordLB-Analyst Wolfgang Donie in einer Studie von Donnerstag. Dieser Expansionkurs werde aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit und der Komplexität - rechtliche Themen im Rahmen der Übernahmen, technische und operative Integration der Flotten, Integration neuer Mitarbeiter, Aufbau Streckennetz - im kommenden Jahr voraussichtlich Reibungsverluste hervorbringen. Nichtsdestotrotz halte er die Strategie für richtig. Die Lufthansa dürfte langfristig zu den Gewinnern, zumindest am europäischen Himmel, zählen.