Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Der Bericht für das dritte Quartal bestätigte die Ende Oktober veröffentlichten Eckdaten. Das Zahlenwerk war erneut stark durch die Covid-19-Pandemie belastet. Es kam u. a. zu einem massiven Umsatzeinbruch, Ergebnisverschlechterungen und Verlusten, sowie einem hohen Mittelabfluss. Die Bilanz- und Verschuldungskennzahlen haben sich im Quartalsverlauf weiter verschlechtert.

Die Liquiditätssituation (per 30.09.) stellt sich hingegen noch als robust dar, v. a. wegen nicht in Anspruch genommener Staatshilfen. Der Mittelabfluss wird sich im vierten Quartal den Unternehmensangaben zufolge wieder erhöhen. Die Lufthansa hält an dem Ziel fest, im Jahresverlauf 2021 wieder einen positiven freien Cashflow zu erwirtschaften.

Zuletzt war der Newsflows für die Lufthansa aus Sicht der National-Bank wieder positiv. Vor allem die Studienergebnisse zu Covid-19-Impfstoffen, die Einigung mit der Gewerkschaft Verdi und die Platzierung einer Wandelanleihe seien hier zu nennen. Allerdings sehe man dies im jüngsten Kursanstieg der Lufthansa-Aktie mehr als eingepreist. Die Fluggesellschaft befinde sich nach wie vor im Wettlauf zwischen anstehender Markterholung und anhaltender Erosion der Bilanz.

In Erwartung eines negativen Gesamtertrags lautet das Votum der National-Bank für die Lufthansa-Aktie nach wie vor Verkaufen (Kursziel: 9,00 (alt: 6,00) Euro.

Bernstein Research hat die Aktie der Lufthansa nach vielversprechenden Testdaten zu zwei Impfstoff-Kandidaten gegen Covid-19 auf „Market-Perform" mit einem Kursziel von 8,60 Euro bestätigt. Zwar sei es noch zu früh auf eine Nachfrageerholung zu setzen, doch Fluggesellschaften und ihre Investoren hätten nun einen Grund, sich zumindest mit der Aussicht auf eine solche zu befassen.

Die Lufthansa bleibe hoch verschuldet und der Aktienkurs dürfte weiter stark in Abhängigkeit externer Faktoren, wie der Entwicklung der Treibstoffkosten, schwanken.

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