"Die Geldpolitik der US-amerikanischen Notenbank ist nach wie vor entscheidend für das finanzielle Gleichgewicht. Und ihr Zeitplan beschleunigt sich: schnelleres Ende des Ankaufs von Vermögenswerten, drei Zinserhöhungen im Jahr 2022 und Abbau der Bilanz. Der letzte Punkt spielte in der Diskussion bisher kaum eine Rolle. Aber die Fed wird den Betrag ihrer Reinvestitionen reduzieren, sobald der Zinserhöhungszyklus in Gang gesetzt ist. Die Bilanzpolitik wird nun im Protokoll als Instrument genannt, um eine übermäßige Abflachung der Renditekurve zu vermeiden, wie seinerzeit Greenspans "Dilemma", das zur Aufblähung der Immobilienblase beitrug und zu der anschließenden verheerenden Finanzkrise im Jahr 2008 führte.

Vor diesem Hintergrund könnte der Ausübungspreis des angeblichen Fed-Puts, dessen Legende immer noch den Trend zu flacheren Renditekurven und geringeren Risiko- und Laufzeitprämien, viel niedriger sein, als die Anleger denken. Der Anstieg des S&P um 27 % im Jahr 2021 lässt der Fed viel Spielraum, bevor sie eingreift, vor allem in einem Inflationsumfeld, das sich stark von dem des Jahres 2018 unterscheidet.

Zwar beendete die 10-jährige US-Anleihe die vergangene Woche mit einem Anstieg von mehr als 20 bp über die Höchststände von 2021 hinaus. Dennoch haben die Märkte das mögliche Ausmaß von Zinserhöhungen noch nicht vollständig eingepreist.“