„Trotz eines Rückgangs der Anleiherenditen am vergangenen Freitag herrscht an den Märkten weiterhin Nervosität vor. Immerhin war der Februar 2021 mit einer Wertentwicklung von -2,73 % der schlechteste Monat an den Treasury-Märkten seit dem Januar 2009. Die Renditen von T-Notes stiegen am Mittwoch auf ein Hoch von 1,60 % und lösten damit eine Korrektur im Nasdaq aus.

Der Höchststand der Renditen fiel mit dem Wochentief des US-Dollars zusammen. Der Greenback bleibt das Barometer der Risikoaversion. Der Dollar-Rebound, der auf höhere US-Realrenditen zurückzuführen ist, bremst den Ansturm auf Krypto­währungen und hoch bewertete Wachstumsaktien.

Die Abflüsse an den US-Aktienmärkten könnten sich nun auf die Kreditmärkte auswirken. Die Wahrnehmung einer geldpolitischen Straffung löst in der Regel eine analoge Verschiebung der Zinssätze in Richtung der Spreads aus. Vorerst jedoch haben die Kreditmärkte die Spannungen bei den risikofreien Renditen überstanden.

Die erhöhte Volatilität an den Zinsmärkten spiegelt die Schwierigkeit der Zentralbanken wider, die finanzielle Repressionspolitik angesichts höherer Inflation und stärkerem Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten. Eine vorsichtige Haltung könnte für eine gewisse Zeit gerechtfertigt sein. Die Finanzmärkte werden weiterhin testen, ob die Fed bereit ist, die Verbraucherpreisinflation ansteigen zu lassen. Wir halten es für höchst zweifelhaft, dass die Federal Reserve den geldpolitischen Status Quo bis 2023 beibehalten wird. Die Renditekurve verändert bereits ihre Dynamik.“