• Mais - ISIN: XC000A0AEZE1
    Börse: ARIVA Indikation / Kursstand: 340,87 US¢/bu.

Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Die Überraschungen im am Dienstag erschienenen Flächenbericht des US-Landwirtschaftsministeriums USDA hatten den gleichzeitig veröffentlichten Bericht zu den Lagerbeständen in den Hintergrund treten lassen. Dabei wurden diese bei Mais mit Stand 1. Juni deutlich höher gemeldet als von Marktbeobachtern im Vorfeld erwartet, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl im „Tagesinfo Rohstoffe“ schreibt.

Die Nachfrage im Quartal März bis Mai sei also schwächer gewesen als gedacht. Dabei hätten die Analysten in einer Reuters-Umfrage im Durchschnitt bereits einen Rückgang der Maisnachfrage gegenüber dem Vorjahresquartal um sieben Prozent unterstellt. Die Juni-Bestände seien bei Mais der letzte Zwischenschritt zu den Endbeständen, denn die Saison ende mit dem August. Am nächsten Freitag gebe das USDA neue Prognosen zu diesen Endbeständen ab, heißt es weiter.

„Der Markt wird mit Interesse beobachten, ob und in welchem Ausmaß das USDA für das letzte Quartal der Saison die Nachfrage implizit nach unten anpassen und entsprechend die Saisonendbestände höher schätzen wird als bisher. Während Größen wie die Maisnachfrage zum Export und zur Ethanolproduktion einigermaßen gut dokumentiert sind und in kurzen Abständen gemeldet werden, ist die Höhe der Futternachfrage (und die einer Restgröße) schwieriger einzuschätzen“, so Helbing-Kuhl.

Bisher habe sich das USDA für die Gesamtsaison 2019/20 für die Maisnachfrage zur Verfütterung optimistisch gezeigt und ein Plus von fünf Prozent gegenüber 2018/19 und ein Zwölfjahreshoch angesetzt. Während die gestiegene Zahl der Schweine für diese Größenordnung spreche, sei die Zahl der Rinder in den Aufzuchtstationen jedoch deutlich zurückgegangen. Dies könnte die unerwartet hohen Juni-Maisbestände erklären und auch für das letzte Quartal Kürzungen notwendig machen, heißt es weiter.

„Positiv für die Nachfrage – insbesondere für die kommende Saison – wurde gestern aufgenommen, dass das USDA chinesische Käufe von US-Mais und -Sojabohnen meldete. Es waren die ersten Bestellungen, seit China letzte Woche Lieferanten aufgefordert hatte, Corona-Freiheit zu garantieren. Die schriftlichen Versicherungen von US-Exporteuren, dass ihre Ware in Einklang mit den Sicherheitsbestimmungen und medizinischer Sorgfalt geerntet, verarbeitet und verladen wurde, scheinen von chinesischer Seite akzeptiert zu werden“, so Helbing-Kuhl.