Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Zwar hat das US-Landwirtschaftsministerium USDA gestern wie erwartet seine Angabe für die US-Maisfläche 2019/20 gesenkt. Allerdings tat es dies nur sehr moderat, während am Markt mit einer Reduktion um fast fünf Prozent gerechnet wurde, wie Commerzbank-Analystin Michaela Kuhl im aktuellen „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

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Eine große Überraschung habe es bei den erwarteten Erträgen gegeben: Zwar bleibe das USDA mit seiner Prognose unter dem Vorjahr, liege aber deutlich höher als die meisten Beobachter, die eine Absenkung erwartet hätten, nachdem sich in den letzten Wochen die Pflanzenbewertungen etwas verschlechtert hatten. In Summe habe das USDA statt der erwarteten merklichen Reduktion der US-Ernteprognose gestern sogar eine marginale Anhebung vorgenommen, heißt es weiter.

„Gemeinsam mit der Rekordernte in der Ukraine führt dies zu einer höher angesetzten Weltproduktion, während die Nachfrage nicht zuletzt wegen China nun sogar leicht unter Vorjahr gesehen wird. Daher schätzt das USDA das globale Defizit statt auf bisher 30 Millionen Tonnen „nur" noch auf 21 Millionen Tonnen - weit niedriger als der Internationale Getreiderat IGC, der Ende Juli seine Defizitprognose von nahe 50 Millionen Tonnen bestätigt hatte“, so Kuhl.

Der Maispreis habe in Reaktion auf die USDA-Schätzungen um den maximal möglichen Tagesbetrag nachgegeben. Er notiere auch am Morgen deutlich im Minus und nur noch unwesentlich über dem Niveau im Winter, bevor die Aussaatverzögerungen für starken Preisauftrieb gesorgt hätten, heißt es weiter.

„Der Sojabohnenpreis fiel gestern im Schlepptau von Mais, obwohl das USDA hier die US-Fläche sogar stärker gekürzt hatte als erwartet. Dies zieht eine Absenkung der US-Ernte um 4,5 Millionen Tonnen nach sich, die nicht von anderen Produzenten kompensiert wird. Die weltweiten Bestände sinken 2019/20 daher um fast 13 Millionen Tonnen und damit stärker als bisher prognostiziert. Heute macht der Preis die Verluste daher wieder wett“, so Kuhl.