• Mais - ISIN: XC000A0AEZE1
    Börse: ARIVA Indikation / Kursstand: 697,59 US¢/bu.

Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Hohe Defizite am Maismarkt in den letzten Jahren, eine nur marginale Ausdehnung der US-Fläche für 2021 und eine hohe Nachfrage, vor allem aus China – gute Gründe, warum der Maispreis im Mai auf den höchsten Stand seit acht Jahren stieg, bevor ihn die überraschende USDA-Prognose eines Überschusses für 2021/22 absacken ließ. Doch er hält sich weiter auf hohem Niveau, zuletzt auch wegen der heißen Witterung im Mittleren Westen der USA, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Auch von anderer Seite komme Unterstützung: Nach dem Einbruch während der Frühphase der Corona-Krise habe sich die US-Ethanolindustrie in den letzten Monaten zunehmend erholt. Wie gestern veröffentlichte Daten der US-Energiebehörde EIA zeigten, liege die tägliche US-Ethanolproduktion inzwischen wieder auf dem Niveau von vor 15 Monaten. Im Durchschnitt der letzten vier Wochen habe sie nur noch marginal unter der zu dieser Zeit in den Jahren 2017-19 durchschnittlich produzierten Menge gelegen. Zum Plus der letzten Wochen habe beigetragen, dass die Profitabilität der Ethanolproduktion nach dem Absacken des Maispreises in der zweiten Maihälfte so hoch gewesen sei wie seit sieben Jahren nicht, heißt es weiter.

„Inzwischen hat sich dies mit dem leichten Wiederanstieg des Maispreises etwas normalisiert, doch sind die Margen noch höher als zu diesem Zeitpunkt im Jahr üblich. Im Zuge der Pandemie war wegen der schwachen Nachfrage nach Kraftstoff und der Einschränkung der Ethanolherstellung die Menge an US-Mais, die in die Ethanolproduktion ging, 2019/20 um elf Prozent gegenüber dem Durchschnitt der vorherigen drei Jahre gefallen. Auch 2020/21 und selbst 2021/22 soll sie laut der Prognose des USDA noch dahinter zurückbleiben“, so Helbing-Kuhl.

Die starke Erholung der Ethanolproduktion könnte aber Aufwärtsrevisionen nach sich ziehen. Denn noch seien die Lagerbestände niedrig. Gleichzeitig steige der Bedarf an Ethanol zur Beimischung zu Benzin, nachdem die Corona-Restriktionen in den USA deutlich gelockert worden seien und die Reisetätigkeit zunehme. Aktuell liege der Ethanolverbrauch noch drei Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau. Doch nun habe die berühmte „Summer Driving Season“ begonnen, heißt es abschließend.

Mais-Wiederanstieg-der-US-Ethanolproduktion-führt-zu-Mehrbedarf-Tomke-Hansmann-GodmodeTrader.de-1
Mais