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Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Wegen der trockenen Witterung schmilzt der erwartete Vorsprung des EU-Maisertrages 2020/21 vor dem Fünfjahresdurchschnitt immer mehr zusammen. Nach der jüngsten Kürzung durch die Prognoseeinheit MARS der EU-Kommission beträgt er nur noch drei Prozent, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl im „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Die EU-Kommission rechne bisher mit einer Maisernte in der EU-27 in Höhe von 70,2 Millionen Tonnen, marginal über dem Vorjahr und sieben Prozent über dem Fünfjahresmittel. Bei Zuckerrüben sei der erwartete EU-Ertrag schon im August-Bericht von MARS unter den Fünfjahresdurchschnitt gefallen, nun liege der Rückstand bei zwei Prozent, heißt es weiter.

„Nach wie vor leiden auch hier wichtige Anbaugebiete in Rumänien, Frankreich, den Benelux-Staaten und Deutschland unter Niederschlagsmangel. Während in Deutschland der Ertrag noch leicht über dem Vorjahr und dem Fünfjahresmittel liegen soll, dürfte er in Frankreich spürbar darunter fallen“, so Helbing-Kuhl.

Der französische Anbauverband CGB sei mit einem geschätzten Rückstand des französischen Ertrags hinter dem Fünfjahresmittel von 15 Prozent noch skeptischer als MARS (sechs Prozent) und mache dafür neben der Trockenheit auch das Verbot der Pflanzenschutzgruppe der Neonikotinoide verantwortlich. Gemeinsam mit einer kleineren Anbaufläche – laut Kommission in der EU-27 insgesamt minus zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr, in den größten Anbauländern Frankreich und Deutschland sogar jeweils rund minus sieben Prozent – dürften die geschätzten Erträge zu einer geringeren Zuckerproduktion als 2019/20 führen, heißt es weiter.

„In ihrem Sommergutachten, der jüngsten offiziellen Schätzung, war die EU-Kommission noch von einer stabilen Produktion ausgegangen (EU-27 2019/20: 16,2 Millionen Tonnen, inkl. UK 17,4 Millionen Tonnen). Für Deutschland rechnet der Industrieverband WVZ in seiner ersten Schätzung von Anfang September bei unveränderten Erträgen, aber einer etwas kleineren Fläche mit einer Zuckerproduktion von 4,12 Millionen Tonnen nach 4,23 Millionen Tonnen 2019/20“, so Helbing-Kuhl. Das französische Agrarministerium schätze die Zuckerrübenernte des Landes in seiner am Dienstag veröffentlichten ersten Prognose 15 Prozent niedriger als 2019/20.

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