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    von Michael Thaler, Vorstand der Top Vermögen in Starnberg.


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    Gerade bei einem fortgeschrittenen Investmentzyklus, wie derzeit in den USA, siegt häufig die Gier bei Anlegern und es geht nur noch um schnelle Gewinne. Bildlich gesprochen ähnelt dies dann einem Kochtopf mit heißem Wasser, in dem sich Blasen bilden können.

    Um es vorweg zu nehmen. Die Aktienmärkte in der Gesamtheit sind keineswegs zu teuer und in einigen Regionen, wie Europa und Japan angesichts der Nullzinsen geradezu preiswert. Einzig in den gut gelaufenen Märkten, speziell den USA gibt es in einzelnen Sektoren Anzeichen einer Überhitzung. Die folgenden Zeilen sollen Ihnen also konkret helfen solche Sektoren für langfristige Anlagen zu vermeiden oder aber gegebenenfalls sogar für kurzfristige Gewinnmöglichkeiten zu identifizieren.

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    US-Technologiebörse NASDAQ vs. Eurostoxx 50 und Nikkei 225

    Was sind also die Zutaten für einen Hype?

    Neu entstehende Märkte für welche es noch so gut wie keine Vergleichswerte gibt sind prädestiniert für Übertreibungen. Es fehlen damit einfach realistische Leitplanken. So toll das Potential des 3D-Druckes auch sein mag, die praktischen Anwendungen für Konsumenten fehlen einfach noch, so dass die potentiellen Wachstumsraten von 3D-Drucker-Verkäufen in der Übertreibungsphase einfach viel zu hoch angesetzt wurden.

    Eng damit verknüpft ist auch die Definition eines Gesamtmarktes. Es ist sozusagen die Königsdisziplin der Investment-Banker den potentiellen Markt eines neu an die Börse kommenden Aktienunternehmens möglichst aufzublähen. Bei UBER und Lyft, den beiden Chauffeurservice-Unternehmen, wird von vielen Analysten nicht der Taximarkt als zu erobernder Gesamtmarkt betrachtet, sondern alle Formen der Mobilität.

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    Entwicklung von UBER seit Börsengang im Mai 2019

    Bei den Essenslieferanten um Delivery Hero, Just Eat neben vielen weiteren Anbietern sehen sich die Anbieter nicht im Wettbewerb um den relativ engen Markt des Take-Away, sondern wollen die Küche zu Hause ersetzen. „The sky is the limit“. Der Highflyer Beyond Meat, in den ersten Wochen mit einem Zuwachs von in der Spitze über 600 Prozent an die Börse gekommen, geht es nicht darum mit einem Fleischersatz einen Markt für Vegetarier aufzurollen, sondern das Unternehmen will den Fleischkonsum zu einem Großteil ersetzen. Dies könnte sogar funktionieren, wenn die Konsumenten wirklich nicht unterscheiden können, ob es sich um Fleisch oder einen Erbsenpüree-Fleischersatz handelt. Allerdings fehlt für diese Marktdefinition wohl noch ein entscheidendes Detail. Auch die Herstellungskosten müssen vergleichbar sein.

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    Entwicklung von "Beyond Meat" seit Börsengang im Mai 2019

    Damit rückt das Börsenthema Fleischersatz wohl eher in die Nähe zur Internet-Blase um die Jahrtausend-Wende. Es wird kommen, nur lange nicht so schnell, wie sich dies die enthusiastischen Anleger gerne wünschen würden. Um die Jahrtausendwende war das Problem sicherlich, dass die Übertragungsraten für Internetanwendungen noch nicht adäquat waren und Konsumenten lange benötigen, um neue Dienste zu adaptieren.

    Anders verhält es sich mit Marihuana. Diesen Markt hat es bisher schon gegeben, nur illegal. Damit dürfte an dem Marktpotential kein Zweifel bestehen. Die große Herausforderung für die Anbieter ist dabei sicherlich eher, den Marktpreis hoch zu halten. Dies kann gelingen, in dem Marken geschaffen werden. Und wahrscheinlich auch in dem Teilsegment des medizinisch wirksamen Cannabis. Alle Anbieter die sich nicht in diese beiden Schutzzonen bewegen, werden aber mit ziemlicher Sicherheit von fallenden Marktpreisen hinweggefegt werden.

    Die perfekte Zutatenmischung für die Mutter aller Übertreibungen bieten aber die so genannten Kryptowährungen, sprich rein digitale Zahlungsmittel. Der Markt für Zahlungsmittel ist potentiell gigantisch groß, gerade in Ländern mit dysfunktionalen Institutionen, wie Venezuela, Zimbabwe oder auch dem Iran gibt es auch ein echtes Bedürfnis nach einer Währung, die nicht politisch getrieben gegen Null tendiert.

    Das perfide am Markt für Zahlungsmittel – und dies gilt auch für Kryptowährungen – ist aber, dass es einen selbstverstärkenden Effekt gibt. Je mehr Nutzer eine Währung nutzen, umso mehr Legitimität und Nutzen stiftet diese dann auch. Dies heißt, steigende Kurse ziehen potentiell mehr Nutzer an. Dieser positive Rückkopplungseffekt dürfte damit bei Kryptowährungen zu verhältnismäßig lange beständigen Blasen führen.

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    Entwicklung des Bitcoin seit Jahresbeginn in Prozent

    Fazit: Wer sinnvoll und langfristig investieren will, sollte um solche Sektoren weitgehend einen Bogen machen. Es gibt noch genug weitere Aktienunternehmen mit soliden und bewährten Geschäftsmodellen. Wer spekulieren muss, weil noch kein Vermögen da ist, sollte sich bewusst sein, dass es in Sektoren, die zu Übertreibungen neigen, sehr schnell nach oben gehen kann, aber leider meist noch schneller nach unten. Verschiedene Faktoren, wie potentielle Marktgröße, selbstverstärkende Effekte, Neuheit des Marktes werden dabei die Dauer einer Übertreibungsphase maßgeblich bestimmen.


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