2017 wird ein Super-Wahljahr, und zwar in ganz Europa. Das steht zwar nicht in den Sternen, aber im Kalender: Am 15 März, also schon in drei Wochen, wählen die Holländer einen neuen Regierungschef. Im April und Mai sind die Franzosen dran, bei den Italienern weiß man es noch nicht so genau, Neuwahlen wären jedenfalls keine Überraschung.

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Und dann Deutschland:

Am 26. März wählen die Saarländer einen neuen Landtag. Am 7. Mai sind Holsteiner und Nordfriesen in Schleswig-Holstein dran – zeitgleich mit der voraussichtlichen präsidialen Stichwahl in Frankreich.

Am 14. Mai wählt Nordrhein-Westfalen einen neuen Landtag – und am 24. September schließlich darf das deutsche Stimmvieh bei den Bundestagswahlen „Demokratie“ spielen. Es wird in diesem Jahr demnach ausreichend Gelegenheit geben, die einigermaßen dämliche Bemerkung unters Volk zu bringen, wonach politische Börsen kurze Beine haben.

Gut möglich, dass wir Europa in ein paar Monaten nicht mehr wiedererkennen werden, auch die Börsen nicht. Tatsächlich sind diese Beine nämlich gewissermaßen endlos lang, weil sich die Kapitalmärkte schon seit einigen Jahren fest im Klammergriff der Politik befinden, und weil nichts das Geschehen auf dem Parkett mehr bestimmt, als das Schmierentheater, das auf der politischen Bühne dargeboten wird. Man denke etwa an Mario Draghi, der auch „nur“ Politik macht – Geldpolitik eben.

Deshalb ist es auch nicht ganz unwichtig, was die Menschen in Deutschland beispielsweise von Martin Schulz halten.

Der neue Heilsbringer der SPD wird von den Medien derzeit ja geradezu in den Himmel gelobt. „St. Martin“, so lautete kürzlich allen Ernstes der Titel eines gewissen „Nachrichtenmagazins“

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Die geradezu hysterische Begeisterung der Mainstream-Medien in Sachen Schulz ist hochverdächtig. Irgendetwas ist immer im Busch, wenn sich die selbsternannten „Meinungsmacher“ so auffallend einig sind. Denn merke: Mit solchen Kampagnen wird IMMER ein ganz bestimmtes Ziel verfolgt. Derzeit sollen die Deutschen offenbar zu der „Überzeugung“ gelangen, dass dieser Martin Schulz, den die SPD nach Brüssel weggelobt hatte, und der dort als Parlamentspräsident außer hohler Phrasendrescherei nichts auf die Reihe bekommen hat, plötzlich zur ganz großen Lichtgestalt mutiert ist.

Wer die Ereignisse in der Medienlandschaft in den vergangenen Jahren aufmerksam verfolgt hat, der kann nur zu dem Schluss kommen, dass sich die Eliten auf Martin Schulz festgelegt haben und dass der ehemalige Alkoholiker jetzt Kanzler der Bundesrepublik Deutschland werden soll. Anders lässt sich der mediale Kniefall vor dem früheren Würseler Bürgermeister, der in seiner politischen Karriere noch keine einzige demokratische Wahl gewonnen hat, nicht erklären.

Weil sich die Vermutung elitärer Schützenhilfe nicht beweisen lässt, jedenfalls noch nicht, muss man sich zur Bestätigung dieser These andernorts umsehen:

Nach Lage der Dinge scheint es keine einzige nennenswerte parlamentarische Initiative zu geben, die mit dem Namen Martin Schulz verknüpft ist - Gegenbeweise können gerne unten im Kommentarbereich verankert werden.

Eine erstaunliche Bilanz, wenn man bedenkt, dass der Kanzlerkandidat der SPD seit 30 Jahren auf Kosten der Steuerzahler durchgefüttert wird. Und so jemand soll nun Impulse geben für die Lösung von Problemen, die seit Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland noch nie größer waren?

Hören wir doch einmal, was Ulrike Trebesius, eine Insiderin aus dem EU-Parlament, über Martin Schulz zu berichten hat. Zitat: Ich bin sehr froh, dass wir ihn los sind.“ Und: "Vielleicht ist es Schulz' Vorteil, dass seine Rolle in Brüssel bei uns zu Hause in Deutschland nicht bekannt ist."

Seine über Jahre gepflegte Anonymität dürfte in der Tat das größte Pfund sein, mit dem dieser Martin Schulz jetzt wuchern kann: Weil die Bürger in Deutschland schlicht keine Ahnung haben, wen sie da vor sich haben, sind sie durchaus bereit, ihn zu wählen.

Nein, das ist kein Widerspruch, wie schon Napoleon Bonaparte erkannte, als er sagte:

"Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: die Deutschen glauben sie“.

Und so glauben sie jetzt also, diese Deutschen, dass man ihnen wieder einmal (!) einen Messias auf dem Silbertablett präsentiert. Angeblich würden sich bei einer Direktwahl des Kanzlers derzeit 50 Prozent der Bundesbürger für Martin Schulz entscheiden. Nur 34 Prozent wären für Angela Merkel.

Tatsächlich lässt sich am Beispiel des SPD-Kanzlerkandidaten trefflich studieren, wie die "negative Selektion" in unserem politischen System funktioniert: Je verlogener, korrupter, geldgieriger und charakterlich ungeeigneter ein Kandidat, desto größer sind seine Chancen, bis ganz nach oben aufzusteigen. Martin Schulz steht da seinem Parteifreund, dem stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden Ralf Stegner in nichts nach.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ein aktuelles Statement des früheren stellvertretenden Bild-Chefredakteurs Nicolaus Fest. Schulz sei „aufbrausend, großmäulig, geltungssüchtig, maßlos eitel mit den Allüren eines Sonnenkönigs“. „Ein Anti-Deutscher und Antisemit, ein Lügner und Rechtsbrecher“. „Ein Großmaul, ein Pöbler und Wichtigtuer“. Der frühere Bild-Vizechef, der Martin Schulz vermutlich besser beurteilen kann, als die meisten von uns, kommt zu folgendem Schluss:

Martin Schulz ist eine Gefahr und muss verhindert werden.

Das ist doch mal ein Wort. Glücklicherweise sind es noch sechseinhalb Monate bis zum Wahlentscheid am 24. September. Genügend Zeit also, um zur Besinnung zu kommen, damit diesem geschundenen Land wenigstens ein Rot-Rot-Grünes Horrorkabinett unter der Leitung eines ehemaligen Alkoholikers erspart bleibt...

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de