Der Wirtschaftsprofessor und Fondsmanager Max Otte, der durch seinen im Jahr 2006 veröffentlichten Bestseller "Der Crash kommt" einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde, hat scharfe Kritik an der US-Wirtschaftspolitik geübt.

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    "Verwerflich ist, dass die USA einen gnadenlosen Wirtschaftskrieg gegen Europa und den Rest der Welt führen und sich Stück für Stück mehr von unserem Volksvermögen sichern. Traurig ist, dass die EU und die nationalen Regierungen nichts dagegen unternehmen", sagte Otte in einem Interview mit Börse Online.

    Unter anderem die Dieselaffäre wie auch die Schwäche der Deutschen Bank seien auf gezielte US-Kampagnen zurückzuführen, meint Otte. "Völlig offensichtlich ist, dass deutsche Konzerne durch Kampagnen und Sammelklagen plattgemacht werden sollen: Bayer, VW und die Deutsche Bank werden systematisch geschwächt, wenn sie nicht gar übernahmereif geschossen werden. Dazu ziehen Politik, Wirtschaft und Justiz in den USA an einem Strang, ob geplant oder ungeplant."

    Auch die kritischen Berichte der britischen "Financial Times" über angebliche Ungereimtheiten beim Zahlungsdienstleister Wirecard sieht Otte als gezielten Angriff. "Ein deutscher Zahlungsabwickler von internationaler Bedeutung ist den US-Oligopolen ein Dorn im Auge", so Otte.

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    Wirecard-Aktien

    Trotz der gezielten Angriffe auf die deutsche Wirtschaft meide er allerdings deutsche Aktien nicht grundsätzlich, so Otte. "Werte aus der zweiten Reihe kann man sich ansehen. Punktuell kann man nach stärkeren Rücksetzern auch beim einen oder anderen DAX-Titel zugreifen. Lufthansa haben wir gerade zum dritten Mal gekauft, bislang mit Erfolg", so Otte.

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    Lufthansa-Aktien

    Deutschland steuere auf eine "brutale Form des Staatssozialismus" zu, so Otte. "Als Investor und als Staatsbürger möchte ich nicht in einem solchen System leben".

    Max Otte steht auch selbst in der Kritik, zum einen weil er (als CDU-Mitglied) mitunter öffentlich mit der AfD sympathisiert, zum anderen, weil zwei von ihm gemanagte Fonds in den vergangenen Jahren nicht besser abgeschnitten haben als der DAX, wie der folgende Chart zeigt.

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    Max-Otte-Fonds im 5-Jahres-Vergleich mit dem DAX

    Auf Ein-Jahres-Sicht konnten die Otte-Fonds allerdings besser performen als der Gesamtmarkt, da sie 2018 weniger starke Verluste verbuchen mussten als der DAX.

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    Otte-Fonds und DAX seit einem Jahr

    Für den Gesamtmarkt erwartet Otte in den kommenden Jahren nicht weniger als einen "Systemcrash". Der Kollaps werde wohl in die Amtszeit von US-Präsident Donald Trump fallen, könne sich aber womöglich auch noch zwei oder drei Jahre mehr Zeit lassen. "Aber was dann droht, ist Systemcrash, gegen den uns die Finanzkrise 2008/09 vorkommen wird wie ein Wellnessurlaub", so Otte.


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