London (Godmode-Trader.de) - Das schwächere makroökonomische Umfeld, die Besorgnis über eine zweite Virenwelle und die Eskalation der Spannungen zwischen den USA und China haben der Stimmung an den Metallmärkten zuletzt schwer zugesetzt. An der LME verharrten letzte Woche die Nichteisenmetalle mit Ausnahme von Zink im Contango.

Zu Beginn der neuen Handelswoche kam es zu einem Stimmungsumschwung, da sich die Großwetterlage zu entspannen scheint. So wird erwartet, dass sich die Wirtschaft in vielen Ländern nach den Lockerungen der Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus nach und nach erholt und damit auch die Nachfrage nach Metallen steigt. Kupfer kostete am Montag wieder über 5.200 US-Dollar je Tonne, auch alle anderen Metallpreise zogen an.

Was die jüngsten Datenveröffentlichungen anbelangt, so gab das Nationale Statistikamt Chinas (NBS) die aggregierte Aprilproduktion von Nichteisenmetallen (einschließlich Kupfer und Aluminium) bekannt. Dabei kam es insgesamt zu einem Wachstum von 2,1 Prozent zum Vormonat bzw. (+3,8 % im Jahresvergleich) auf insgesamt 4,93 Mio. Tonnen. Die Aluminiumproduktion des Landes erholte sich von 95,8 Kilotonnen (kt) im März auf 99 kt/Tag im April und erreichte damit den höchsten Tagesausstoß seit Juni 2019.

China hat zudem weitere wirtschaftspolitische Maßnahmen angekündigt. Die weltweite Nachfrage sei infolge des Ausbruchs des Coronavirus deutlich eingebrochen und der Handel stünde vor beispiellosen Herausforderungen, sagt Chinas Handelsminister Zhong Shan auf einer Pressekonferenz in Peking. Die Unternehmen hätten eine extrem schwierige Zeit. Da neue Konjunktur-Stimuli wohl auch Infrastrukturmaßnahmen betreffen, dürften die Industriemetalle hiervon profitieren. „Dies nehmen die Metallpreise heute möglicherweise schon vorweg“, meinte Coba-Anylst Daniel Briesemann.