• Kupfer - ISIN: XC0007203216
    Börse: London Metal Exchange / Kursstand: 6.719,00 $/t

London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Die Corona-Krise hat die Welt seit Monaten fest im Griff. Die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr schrumpfen, und zwar so stark wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Für konjunktursensible Rohstoffe, wie beispielsweise Kupfer, sind das im Allgemeinen keine guten Zeiten, denn die Nachfrage lässt in schwache Konjunkturphasen gemeinhin kräftig zu wünschen übrig. Dennoch erfreuen sich die Industriemetalle mehrheitlich satter Preisaufschläge. Zum Teil verzeichnen sie sogar neue Höchststände.

Der Nickel-Preis liegt in dieser Woche auf dem höchsten Stand seit zehn Monaten, Zink stieg auf fast 2.600 Dollar/Tonne, was dem höchsten Niveau seit Mai 2019 entspricht und Kupfer ist mit über 6.800 Dollar/Tonne so teuer wie seit Juni 2018 nicht mehr. Die hohen Preisniveaus wurden zwar nicht ganz gehalten, dennoch ist die Rally beachtlich. Was sind die Gründe?

Einerseits an robusten Konjunkturdaten aus den großen Volkswirtschaften China und USA. Im August ist der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe der USA deutlich stärker als erwartet auf 56 Punkte gestiegen, die Auftragskomponente zog sogar noch stärker an. Auch die Zahlen aus der chinesischen Industrie signalisieren eine fortschreitende Erholung. Der Caixin-Einkaufsmanagerindex als Frühindikator der Konjunktur erreichte den höchsten Stand seit Januar 2011.

Derweil sind die Lagerbestände nach Daten der Londoner Metallbörse zuletzt kontinuierlich auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2005 gefallen. Anleger setzen angesichts eines boomenden Immobilienmarktes in den Vereinigten Staaten und der umfangreichen Konjunkturprogramme darauf, dass es auch anderswo in der Welt zu Knappheiten kommen werde.

Neben den Wirtschaftsdaten beflügelt aber auch das aktuelle Umfeld an den Finanzmärkten die Preise. Diese Woche legten die Metallpreise auch im Zuge des schwachen US-Dollars zu. Als der Greenback seine Verluste aufholte, mussten auch die Metalle einen großen Teil ihrer Gewinne wieder abgeben. Der negative Zusammenhang mit einem schwachen Dollar ist bei den Metallpreisen mit am stärksten ausgeprägt.

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