• DAX - Kürzel: DAX - ISIN: DE0008469008
    Börse: XETRA / Kursstand: 12.716,00 Pkt

Um mehr als 50 Prozent hat der DAX seit seinem Tief nach dem Corona-Crash Mitte April zugelegt. Sogar das im Februar markierte Allzeithoch kommt langsam wieder in Reichweite. Doch trotz der deutlichen Kurserholung bleiben die deutschen Anleger sehr skeptisch, wie verschiedene Stimmungsindikatoren zeigen.

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DAX-Chart

Nach der wöchentlichen Sentix-Umfrage "Global Investor Survey" zeigt sich sogar eine extreme Diskrepanz zwischen der Stimmung der institutionellen Anleger und der Kursentwicklung. So ist der "strategische Bias" der institutionellen Anleger in der vergangenen Woche auf den tiefsten Stand seit November 2011 gesunken. Der strategische Bias bildet die mittelfristigen Erwartungen der Anleger ab und sollte laut Sentix anders als die meisten Stimmungsindikatoren in der Regel nicht antizyklisch interpretiert werden. "Die Profis sehen die angestiegenen Kurse als Verkaufsgelegenheit an", schreibt Sentix zur schwachen Anlegerstimmung. "Die Luft wird langsam dünn!"

Auch deutsche Privatanleger stehen der Rally skeptisch gegenüber, wie ebenfalls die Sentix-Umfrage oder auch ein Blick auf das Euwax-Sentiment zeigt. Das Euwax-Sentiment basiert nicht auf einer Umfrage, sondern bildet ab, ob Anleger an der Börse Stuttgart bei Hebelprodukten vor allem auf steigende oder auf fallende Kurse setzen.

Der 20-tägige Durchschnittswert des Euwax-Sentiments ist mit minus 14,37 Punkten zuletzt auf den tiefsten Stand seit mehreren Jahren gefallen. Das bedeutet: Privatanleger wetten auf fallende Kurse und kaufen vor allem Put-Produkte und trennen sich von ihren Call-Produkten. Zwar hat die schlechte Stimmung der Privatanleger nach der jüngsten Rally einen neuen Tiefpunkt erreicht. Doch der längerfristige Durchschnitt des Euwax-Sentiments befindet sich bereits seit Mitte März im negativen Bereich. Bereits seit Beginn der Erholungsrally stehen die deutschen Privatanleger also tendenziell auf der Verkäuferseite und setzen auf fallende Kurse. Wie so häufig dürfte die Mehrzahl der Privatanleger die weitere Entwicklung falsch eingeschätzt haben.

Erstaunlicherweise sieht die Stimmung in den USA deutlich anders aus. Der "Fear & Greed Index" des US-Nachrichtensenders CNN steht mit 66 Punkten im Bereich "Greed" (Gier) und zeigt, dass Anleger vor allem auf steigende Kurse setzen. Einige der Teilindikatoren des "Fear & Greed Index" zeigen sogar "extreme Gier" der Anleger an. So befindet sich der 5-Tages-Schnitt der sogenannten Put/Call-Ratio auf einem ausgesprochen niedrigen Niveau. "Während der letzten fünf Handelstage blieb das Volumen der Put-Optionen um 54,71 % hinter dem Volumen der Call-Optionen zurück, da die Anleger in ihren Portfolios bullische Wetten abschließen", schreibt CNN dazu. "Dies ist eines der niedrigsten Levels an Put-Käufen in den letzten zwei Jahren, was auf extreme Gier der Anleger hinweist."

Anders als in Deutschland wurden an der Wall Street zuletzt vor allem bullische Wetten auf die künftige Kursentwicklung abgeschlossen. Dies könnte mit ein Grund dafür sein, warum die Kurse auch in Deutschland zuletzt so stark gestiegen sind. Der Optimismus ist gewissermaßen über den Atlantik geschwappt und hat auch die Kurse in Deutschland und der Eurozone steigen lassen. Dabei sind die Kurse auf dieser Seite des Atlantiks zuletzt sogar stärker gestiegen als in den USA.

Fazit: Die schlechte Stimmung der deutschen Anleger bedeutet nicht, dass die Kurse nicht weiter steigen können. Ganz im Gegenteil war die Anlegerstimmung hierzulande schon seit Beginn der Erholung Mitte März mies und hat sich weiter eingetrübt, je weiter die Erholungsrally lief, während an der Wall Street die Anleger zunehmend optimistischer wurden und zuletzt wieder wie verrückt auf steigende Kurse spekulierten. Zumindest der "Fear & Greed Index" von CNN scheint dabei trotz des kräftigen Anstiegs noch nicht unbedingt ein Extremniveau erreicht zu haben. Obwohl die Luft zuletzt sicher dünner geworden ist, muss die Rally also noch nicht zu Ende sein.


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