Es gehört zu einem Kernanliegen der Politik von US-Präsident Joe Biden, die teilweise völlig marode Infrastruktur in den USA auf Vordermann zu bringen. Gestern stimmte der Senat mit großer Mehrheit für ein riesiges Paket, mit dem u.a. Straßen, Brücken, Bahnstrecken, das Stromnetz und der öffentliche Nahverkehr modernisiert und ausgebaut werden sollen. Auch Investitionen in den Ausbau des schnellen Internets enthält das Paket. Der Gesetzestext umfasst insgesamt rund 2.700 (allerdings teilweise eher dünn beschriebene) Seiten.

Insgesamt könnten sich die Ausgaben im Rahmen des Pakets auf bis zu 1,2 Billionen US-Dollar, also 1.200 Milliarden US-Dollar belaufen. Allerdings ist dieser hohe Betrag eine Mogelpackung, weil auch bereits separat beschlossene Maßnahmen in das neue Infrastrukturpaket aufgenommen wurden. Wirklich neu sind Ausgaben von rund 550 Milliarden Dollar.

Die zweite Kongresskammer, das Repräsentantenhaus, muss dem im Senat beschlossenen Paket noch zustimmen, was zunächst schwierig werden könnte. Bidens Demokraten wollen eigentlich ein noch viel umfangreicheres Paket im Volumen von 3,5 Billionen US-Dollar beschließen, mit dem vor allem Investitionen in den Klimaschutz und die Armutsbekämpfung getätigt werden sollen. Nancy Pelosi, die Sprecherin des Repräsentantenhauses, sagte nun, dass man das Infrastrukturpaket des Senats erst beraten wolle, wenn der Senat auch das 3,5-Billionen-Dollar-Paket beschließe. Am Mittwoch wurde für dieses 3,5-Billionen-Paket bereits gegen die Stimmen der Republikaner ein sogenannter Budget Blueprint beschlossen. Es könnte aber schwierig werden und einige Zeit dauern, das Paket tatsächlich zu beschließen.

So oder so ist klar, dass die Ausgaben für Infrastruktur in den kommenden Jahren deutlich steigen dürften, und zwar nicht nur in den USA. Denn jahrzehntelang wurde in die Infrastruktur vielerorts weniger investiert, als allein für deren Erhaltung eigentlich notwendig wäre. Das gilt auch für Deutschland, wie beispielsweise die vielen maroden Brücken hierzulande zeigen. Die Explosion der Geldmenge und billionenschwere Konjunkturpakete im Nachgang der Corona-Pandemie dürften fast schon automatisch zu einer Erhöhung der öffentlichen Investitionen in Infrastruktur in den kommenden Jahren führen.

Mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) können Anleger auch gezielt in die Infrastrukturbranche investieren und damit indirekt von steigenden Ausgaben in dem Bereich profitieren.

Der bei vielen Brokern in Deutschland leider nicht handelbare U.S. Infrastructure Development ETF (ISIN: US37954Y6730) des ETF-Anbieters Global X investiert in US-Unternehmen, die vom Ausbau der Infrastruktur profitieren, so etwa in Baumaschinenhersteller und Rohstoffproduzenten. Die derzeit größten Positionen sind etwa das Stahlunternehmen Nucor, der Hersteller von Energieverteilungssystemen Eaton sowie der Klimaanlagenhersteller Trane Technologies.

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U.S. Infrastructure Development ETF

Anders als der gezeigte US-ETF investieren die in Europa handelbaren Infrastruktur-ETFs in die weltweite Infrastrukturbranche und konzentrieren sich auf Unternehmen, die die Infrastruktur betreiben. So erlaubt der iShares Global Infrastructure UCITS ETF (ISIN: IE00B1FZS467) etwa die global breit gestreute Investition in Infrastrukturunternehmen aus den Industrie- und Schwellenländern. Die größten Positionen sind derzeit der Energieversorger Nextera Energy, das Eisenbahnunternehmen Union Pacific und der Funkmastenbetreiber American Tower REIT. Die sogenannte Gesamtkostenquote (TER) beträgt relativ hohe 0,65 Prozent p.a. Erträge werden ausgeschüttet.

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iShares Global Infrastructure UCITS ETF

Anders als der iShares-ETF investiert der SPDR Morningstar Multi-Asset Global Infrastructure UCITS ETF (ISIN: IE00BQWJFQ70) nicht nur in Aktien, sondern auch in festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen) von Unternehmen aus der Infrastrukturbranche. Die Gesamtkostenquote (TER) beträgt 0,40 Prozent und Erträge werden ebenfalls an die Anleger ausgeschüttet.

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SPDR Morningstar Multi-Asset Global Infrastructure UCITS ETF

Wer gezielt in die Infrastruktur der Zukunft investieren will, kann sich auch den iShares Smart City Infrastructure UCITS ETF USD (Acc) (ISIN: IE00BKTLJC87) ansehen. Der ETF investiert in Unternehmen, die am Ausbau von sogenannten Smart Cities beteiligt sind und etwa Lösungen für intelligente Mobilität, Infrastruktur oder das Internet der Dinge (IOT) anbieten. Größte Positionen sind der Energiemanagementsystemanbieter Monolithic Power Systems, der Cybersecurity-Spezialist Fortinet und das japanische Beratungsunternehmen BayCurrent Consulting, das unter anderem Beratungsdienstleistungen im Bereich der Digitalisierung anbietet. Die Gesamtkostenquote (TER) beträgt 0,40 Prozent und Erträge werden thesauriert.

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iShares Smart City Infrastructure UCITS ETF USD (Acc)

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