Deutschland hat ein Schutzmasken-Problem. Weil auch in der Politik niemand für eine Krise wie aktuell vorgesorgt hat, gibt es zu wenige Schutzmasken für medizinisches Personal und für den Gebrauch im Alltag.

In Krisen ist es eine beliebte Strategie von Politikern, auf Spekulanten zu schimpfen. Das ist auch in dieser Krise so. Mit einem wichtigen Unterschied: Dieses Mal stehen nicht Währungs- oder Rohstoffspekulanten am Pranger, sondern Schutzmasken-Spekulanten. Es gab nämlich einige findige Unternehmer, die sich vor Beginn der Krise mit Schutzmasken eingedeckt haben und sie jetzt mit deutlichem Gewinn verkaufen.

Der 24-jährige Timo Klingler aus dem baden-württembergischen Sandhausen etwa soll Medienberichten zufolge mehrere Millionen mit Schutzmasken verdient haben (siehe hier). Der Online-Unternehmer kaufte die Masken in großen Mengen ein, als die Krise noch nicht in Deutschland angekommen war. Jetzt kann er die Masken mit einem kräftigen Aufschlag verkaufen.

Es ist leicht, das Geschäft von Timo Klingler und anderen ähnlichen Spekulanten als unmoralisch zu verurteilen. Es ist auch nicht verwunderlich, dass aus der Politik die Forderung erhoben wird, die Schutzmasken von staatlicher Seite zu beschlagnahmen. Eine solche Forderung stellte etwa die Chefin der Linksfraktion im Bundestag, Amira Mohamed Ali, in einem Tweet auf.

https://twitter.com/Amira_M_Ali/status/1244564509295104006

Aber wäre es tatsächlich klug, die Masken zu beschlagnahmen? Kurzfristig würde sich die Verfügbarkeit von Masken damit sicherlich verbessern. Mittel- bis langfristig wäre eine Beschlagnahmung aber stark kontraproduktiv. Denn ein gestiegener Preis erhöht ja gerade den Anreiz dafür, dass auch mehr Masken produziert werden. Genau das ist aktuell auch zu beobachten: Die Produktion von Masken wird deutlich gesteigert. Aus humanitären Gründen, aber ganz sicher auch, weil man mit Masken aktuell mehr Geld verdienen kann.

Spekulation erfüllt in der Marktwirtschaft eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Spekulation sorgt dafür, über steigende Preise die Knappheit von Gütern zu signalisieren. Wenn sich Spekulanten auf Schutmasken stürzen, steigen dadurch die Preise von Schutzmasken und die Produzenten haben deshalb einen großen Anreiz, ihre Produktion auszuweiten. Neue Produzenten werden auf den Markt gelockt und stellen künftig Schutzmasken anstelle anderer Textilwaren her, einfach weil sich mit Schutzmasken mehr Geld verdienen lässt. Weil sich die Spekulanten vor den Konsumenten auf die Schutzmasken stürzen, beschleunigen und verstärken sie diese Entwicklung.

Ganz ähnlich funktioniert das auch bei Immobilien: Steigen die Immobilienpreise, dann wird auch der Anreiz größer, mehr Immobilien zu errichten. Auch das war in den vergangenen Jahren zu beobachten.

Problematisch ist nicht die Spekulation, sondern wenn der Staat Hürden aufbaut, die den Ausgleich von Angebot und Nachfrage behindern. Müssen Schutzmasken etwa erst aufwändig zugelassen werden, dann sinkt der Anreiz für neue Produzenten, auf diesem Markt tätig zu werden. Mehr Markt und nicht weniger Markt würde die Situation auf dem Markt für Schutzmasken aktuell deutlich entspannen.

Ein Unternehmen, das von der aktuellen Situation profitiert, ist der Medizin- und Sicherheitstechnikhersteller Drägerwerk, der unter anderem Atemschutzmasken und Beatmungsgeräte produziert. Die Aktien des Unternehmens konnten seit Beginn der Krise deutlich zulegen.

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Drägerwerk-Stammaktien

Ist es unmoralisch, dass Drägerwerk Geld mit dringend benötigter Schutzausrüstung und Medizintechnik verdient? Das Gegenteil ist der Fall: Die Gesellschaft profitiert davon, dass bei Drägerwerk die Maschinen aktuell auf Hochtouren laufen und das Geschäft brummt.


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