• EURO STOXX 50 - Kürzel: SX5E - ISIN: EU0009658145
    Börse: STOXX / Kursstand: 3.594,00 Punkte

Zürich (BoerseGo.de) - Europas Aktienmarkt zerfällt derzeit in zwei Teile. Das verdeutlicht Hans Ulrich Jost, Manager des JB Euroland Value Stock Fund, in einem aktuellen Marktkommentar: „Die eine Hälfte des Marktes, defensive Titel aus Sektoren wie Healthcare, Telekommunikation, Versorgung, Informationstechnologie und Basiskonsumgüter, wird zu historisch hohen Bewertungen gehandelt. Die andere Hälfte besteht aus zyklischen Sektoren, Aktien von Banken, Versicherungen, Industrieunternehmen, Grundstoffunternehmen oder Ölkonzernen. Diese werden von Investoren links liegen gelassen, obwohl sie vom anziehenden Wachstum in Europa profitieren, und sind daher sehr niedrig bewertet.“

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liege bei diesen Titeln zwischen sieben und elf, während defensive Werte für das 25-Fache des Jahresgewinns gehandelt würden. Dies mache zyklische Aktien attraktiv für Anleger. Wann es zu einer Trendumkehr komme, sei nicht genau vorhersagbar, aber die derzeitige Situation sei nicht nachhaltig. Die Zweiteilung des Marktes führe darüber hinaus zu einem interessanten Paradox: Einerseits suchten Investoren verzweifelt nach attraktiven Ausschüttungen, weil die Anleiherenditen sich nahe am Nullpunkt bewegten und auf dem Anleihemarkt in den kommenden Jahren zudem das Risiko negativer Erträge bestehe. Andererseits gäben sich dieselben Investoren damit zufrieden, teure Aktien zu kaufen, die kaum Aussicht auf weiteres Dividendenwachstum böten, heißt es weiter.

„Das liegt daran, dass die betreffenden Unternehmen bereits 70 Prozent ihres freien Cashflows ausschütten und zugleich in den vergangenen fünf Quartalen negative Gewinnrevisionen hinnehmen mussten“, so der Fondsmanager. Im Gegensatz dazu liege die Ausschüttungsquote der Unternehmen in Josts Portfolio lediglich bei 30 Prozent des freien Cashflows. „Der Grund dafür liegt im Schuldenabbau im Nachgang der Finanzkrise“, erläutert Jost. „Dieser Prozess ist nun abgeschlossen und wir beobachten, dass Unternehmen wieder höhere Ausschüttungsquoten ankündigen.“