Der Markt weiß noch nicht so recht, wohin er gehen will. Anleger sind ziemlich verunsichert. Einige Großbanken wagen sich in inzwischen vor und erklären, dass der Melt-up (letzte Übertreibungsphase des Bullenmarktes) vorbei ist. Das ließ zumindest Morgan Stanley verlauten.

    Wie schon mehrmals beschrieben, traue ich dem Markt noch ein neues Allzeithoch zu, zumindest in den USA. Viel Luft ist aber trotzdem nicht mehr. Technologiewerte konnten bereits neue Hochs markieren und beim S&P 500 fehlen auch nur gut 5 %. Es ist also nicht so, dass man noch einmal eine 50 %-Rally erwarten müsste.

    Das kann eine Gelegenheit sein, das Portfolio neu auszurichten. Hier bieten sich konservative Werte an. Dazu gehören vor allem nichtzyklische Konsumgüter. Es sind Güter, die immer nachgefragt werden, unabhängig davon, ob die Konjunktur brummt oder nicht. Die Schwankungen sind über den Konjunkturzyklus hinweg gering.

    Unternehmen der Branche sind etwa Procter & Gamble, Colgate-Palmolive, Nestlé und Kraft Heinz. Im Kern geht es darum, dass Konsumenten im Notfall auch noch ein Jahr auf das neue iPhone warten können, wenn die Zeiten unsicher sind. Zahnpasta und Essen wird trotzdem gekauft.

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    The Procter & Gamble Co.
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    Colgate-Palmolive Co.
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    Kraft Heinz Co., The
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    Nestlé S.A.

    Derzeit sind nichtzyklische Konsumgüterhersteller im Vergleich zum Markt mehr oder minder günstig zu haben. Die Performance hinkt dem Markt seit August 2016 deutlich hinterher (Grafik 1). Unterm Strich haben die Aktien des Sektors kaum gewonnen. Immerhin werfen sie eine Dividendenrendite von knapp 3 %. Beim S&P 500 sind es nur 2 %.

    Auf lange Sicht (Grafik 2) ist die Performance des Sektors ziemlich gut. Nichtzyklische Güter laufen im Abschwung besser. Das war zur Jahrhundertwende ebenso sichtbar wie 2007/08. Es gibt aber auch Zeiten, in denen die Aktien gar nicht gut performen.

    Als sich die Internetblase bildete, wollte niemand langweilige Aktien halten. Es gab einen regelrechten Selloff, während junge Internetfirmen, die hunderte Millionen Geld verbrannten, am ersten Tag an der Börse 70 % gewannen. Gerade in solchen Zeiten lohnt es sich zuzugreifen.

    Aktuell erleben wir wieder so eine Zeit. Die letzten zwei Jahre waren die Jahre von Technologiewerten, ob nun FAANG speziell oder weiter gefasst. Jeder will bzw. wollte diese Aktien haben und konservative Werte nicht anfassen. Die Underperformance der nichtzyklischen Konsumgüter ist kein Zufall. Die Underperformance hält an, seitdem Technologiewerte den Markt von hinten aufrollen.

    Wer übrigens in schwierigen Zeiten daran denkt, Aktien von Unternehmen zu kaufen, die ihre eigenen Aktien zurückkaufen, sollte dies besser bleiben lassen. In Korrekturen und Bärenmärkten performen genau diese Werte meist schlechter als der Markt.