Die „Fridays for Future“-Bewegung – repräsentiert durch die junge schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg – ist wegen der Corona-Krise beinahe ein wenig in Ver­ges­sen­heit geraten. Dabei sind die Probleme, die von den Aktivisten adressiert werden, drängender denn je. Denn die Bewältigung der Klimakrise ist und bleibt die Haupt­auf­gabe des 21. Jahrhunderts. Der Druck, dem Thema Nachhaltigkeit in der Gesellschaft einen höheren Stellenwert einzuräumen, dürfte spätestens nach dem Abflauen der Pandemie wieder spürbar zunehmen. Auch in der Geldanlage ist der Trend zur Nachhaltigkeit nicht mehr aufzuhalten. Laut dem Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) hat das unter Nachhaltigkeitskriterien angelegte Vermögen 2019 in Österreich mit einem Volumen von 30,1 Mrd. Euro einen Rekord erreicht. Gegenüber dem Vorjahr betrug das Plus 38 Prozent. Dabei flossen rund 3 Mrd. Euro von Privatanlegern in nachhaltige Fonds und Mandate. Das entspricht einem Wachstum von 77 Prozent. Mit insgesamt mehr als 6,8 Mrd. Euro hielten Privatanleger rund 25 Prozent der nach­hal­tigen Geld­anlagen in Österreich, 75 Prozent der Gesamtsumme von 30,1 Mrd. Euro entfielen auf institutionelle Investoren.

Die Ursache für das deutlich gestiegene Interesse privater Anleger liegt nach Ein­schätzung des FNG insbesondere in der deutlich intensivierten Berichterstattung über nachhaltige Geldanlagen im Zuge der verschiedenen europäischen Maßnahmen zur Förderung dieser Anlageform und der damit gestiegen Bekanntheit entsprechender Anlagen. Zudem tragen Fridays for Future, die Diskussionen zum Kohleausstieg, zur CO2-Steuer und weiteren Initiativen zu einem gesteigerten gesellschaftlichen Klima- und Umweltbewusstsein bei. „Mit einem Anteil von 15,9 Prozent sind nachhaltige Fonds und Mandate ein fester Bestandteil des österreichischen Finanzmarktes – Tendenz wachsend. Denn mit der verpflichtenden Abfrage der Nachhaltig­keits­prä­fe­renz in der Anlageberatung werden sich auch immer mehr Privatanleger dem Thema Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage zuwenden“, stellt Wolfgang Pinner, stell­vertreten­der Vorstandsvorsitzender des FNG und Leiter für Österreich, fest.

Weiteren Rückenwind dürften nachhaltige Geldanlagen erhalten, wenn sich die ersten Studien bestätigen, die nachhaltigen Anlagen eine höhere Krisenfestigkeit attes­tie­ren als ihren konventionellen Pendants. So zeigt beispielsweise eine Analyse der Wert­entwicklung von mehr als 2.000 Aktienfonds durch Scope Analysis, dass nach­haltige Aktienfonds im ersten Quartal 2020 in allen betrachteten Regionen – Global, Europa, Nordamerika und Schwellenländer – weniger an Wert verloren als ihre kon­ven­tio­nellen Wettbewerber.

Auch Zertifikateanbieter sind längst mit eigenen Angeboten am Markt. Als Pionier im Bereich Strukturierte Produkte beschäftigt sich die Raiffeisen Centrobank (RCB) schon seit Langem mit diesem Thema und hat bereits 2005 Index-Zertifikate mit einem Nachhaltigkeits-Bezug emittiert. Später hat das Zertifikatehaus auch Kapitalschutz-Zertifikate auf verschiedene STOXX ESG-basierte Indizes ausgegeben, um das Thema Nachhaltigkeit für Anleger einfach und mit Kapitalschutz investierbar zu machen. Seit 2014 erfolgen die Emissionen in Form einer speziellen Zertifikate-Serie. Zwei neue Zertifikate, den Nachhaltigkeits Bond 90 % IV (ISIN AT0000A2H9E8) und den Nachhaltigkeits Winner 3 (ISIN AT0000A2H9A6) hat die RCB aktuell in der Zeichnung

CHRISTIAN SCHEID

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