Bayer wird am Donnerstag die Übernahme des US-Pflanzenschutzkonzerns Monsanto abschließen, wie der deutsche Pharma- und Chemiekonzern am Morgen mitgeteilt hat. Der Kauf wird inklusive der Übernahme von Monsanto-Schulden rund 63 Milliarden Dollar kosten. Die Aktionäre von Monsanto erhalten (spätestens wohl in ein paar Wochen) genau 128 Dollar je Anteilsschein an dem Unternehmen, wie bereits vor mehr als zwei Jahren vereinbart wurde.

    Erstaunlicherweise sind die Monsanto-Aktien an den deutschen Börsen am Morgen noch immer für unter 128 Dollar zu haben, und zwar recht deutlich. Bei Tradegate betrug der Ask-Kurs zum Beispiel zuletzt rund 109,15 Euro bzw. umgerechnet 127,73 Dollar. Pro Monsanto-Aktie wäre hier also ein (bezogen auf die Monsanto-Kursentwicklung) scheinbar risikoloser Gewinn von 27 Dollar-Cent bzw. 0,21 Prozent der investierten Summe möglich.

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    Wirklich risikolos ist dieser Gewinn natürlich nicht, denn der EUR/USD-Wechselkurs kann bis zum Abschluss der Übernahme noch schwanken. Dagegen könnte man sich durch den Kauf passender Derivate absichern, was aber natürlich ebenfalls mit Kosten verbunden wäre.

    Insgesamt dürften die Kosten des Kaufs der Monsanto-Aktien und passender Derivate zur Absicherung ziemlich genau in der Größenordnung des scheinbar "risikolosen" Gewinns von 0,21 Prozent der investierten Summe liegen, so dass sich das Geschäft, jetzt noch bei Monsanto einzusteigen, kaum noch lohnen dürfte.

    Anders sieht die Sache natürlich aus, wenn man ohnehin auf einen schwächeren EUR/USD-Kurs wetten möchte oder bereits eine Long-Position in dem Währungspaar hat, die man schließen möchte. In diesem Fall könnte ein Kauf von Monsanto-Aktien bei kurzfristiger Betrachtung tatsächlich eine Art "risikolosen" Gewinn ermöglichen.

    Außerdem gibt es noch die (sehr theoretische) Möglichkeit, dass die Übernahme gerichtlich angefochten wird und im Nachhinein noch ein höherer Kaufpreis durchgesetzt werden kann. Im Fall der Monsanto-Übernahme dürfte das sehr unwahrscheinlich sein, aber es gibt tatsächlich Investoren, die sich auf diese Art der Spekulation spezialisiert haben. Da trotz einer Anfechtung der bisher vereinbarte Kaufpreis ausgezahlt wird, ist eine solche Spekulation (abgesehen von Gerichtskosten) quasi fast ohne Kapitaleinsatz möglich.

    Wirklich lohnend war die Monsanto-Übernahmespekulation für "normale Anleger", wenn man bereits direkt nach der Ankündigung der Übernahme vor mehr als zwei Jahren die Aktien des Pflanzenschutzkonzerns erwarb. In dem Value-Musterdepot auf meinem Guidants-Desktop wurden bereits am 14.09.2016 auf Grund der angekündigten Übernahme Monsanto-Aktien erworben - damals noch zu deutlich unter 128 Dollar. Werden die Aktien zu genau 128 Dollar verkauft oder ausgebucht, ergibt sich hier ein Gewinn von ca. 12,7 Prozent bzw. währungsbereinigt sogar 17,3 Prozent.


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