Teun Draaisma, Chef des europäischen Aktien Researchteams der (Investment)Bank Morgan Stanley, hat sich mit einer aktuellen Researchstudie an die institutionelle Klientel der Bank gerichtet. Ich verfolge viele Analystenstimmen und Draaisma gehört m.E. zur ersten Klasse derer, die gute Prognosen abgeben. Diesmal war er allerdings deutlich zu früh.

Im zweiten Quartal 2010 erwarten die Analysten eine Korrektur an den Märkten. Wahrscheinlich starte die Korrektur jetzt aber noch nicht. Die US Notenbank FED halte sich noch immer mit Mitteilungen bzgl. möglicher Leitzinssenkungen zurück. Im April sei nicht mit einer Änderung des Tonlauts zu rechnen. Das nächste FOMC Meeting nach dem 28. April 2010 finde aber erst am 23. Juni statt.

Außerdem schreibt Draaisma : " we have seen further loosening – not tightening". Die US Regierung greife nach wie vor US Hausbesitzern bei der Bewältigung der Hypothekenbewältigung unter die Arme und in Europa zeige der "Bailout" Griechenlands, dass noch immer Stützungsmaßnahmen nötig seien.

"Our market timing indicators are not signaling the end of the rally". Das 12-Monats-Kursziel für den MSCI Europe index heben die Analysten von 1.030 auf 1.280 Punkte an.

"We are expecting a correction ... 3-6 month outlook: good growth will become bad market news for a while and lead to a correction in equities.in the next few months because we believe growth will be strong, leading to a reaction in the bond market and/or by policy makers that will induce a setback in equities (like 1994, 2004). On 25 January 2010 we already moved UW equities (S&P 500 was around 1100) on this basis. Clearly we have been too early, as we were right on the good growth, but early on the start of tightening."

In den nächsten Monaten sei mit einer Korrektur zu rechnen. Die Situation sei vergleichbar mit denen von 1994 und 2004. Bereits im Januar 2010 hatte Morgan Stanley Aktien auf "Untergewichten" gestellt. Mit dieser Einschätzung seien sie zu früh gewesen.

Wenn Aktien (MSCI Europe Index) über 50% auf Jahressicht angestiegen seien, erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit für eine Korrektur drastisch. Nach der Korrektur komme es statistisch gesehen aber zu Folgeanstiegen.

Der OECD World Leading Indikator habe ein 34-Jahreshoch erreicht. Die Wahrscheinlichkeit eines Peaks steige und ein Peak in dem Indikator sei mit fallenden Aktienmärkten verbunden.