• S&P 500 - Kürzel: S500 - ISIN: US78378X1072
    Börse: JFD Bank / Kursstand: 3.218,20 Pkt
  • Dirk Müller Premium Aktien R - Kürzel: OD6H - ISIN: DE000A111ZF1
    Börse: Stuttgart / Kursstand: 96,00 €

Der Corona-Crash ist nach Einschätzung des Fondsmanagers und Börsenhändlers Dirk Müller noch nicht vorüber. Stattdessen rechnet Müller weiter mit einer erneuten Abwärtswelle an den Aktienmärkten.

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Dirk Mueller Premium Aktien

"Im Augenblick ist nach wie vor meine Erwartungshaltung, dass wir ein sehr, sehr brutales Winterhalbjahr bekommen", sagte Müller in einem Interview mit "Mission Money". Dies gelte sowohl für die Wirtschaft als auch die Finanzmärkte. "Alles andere würde mich extrem wundern, aber die Börse besteht voller Wunder", schränkte Müller scherzhaft ein.

"Meine Ankündigung war in den letzten Monaten, wir werden nach dem ersten Schlag im Frühjahr (...) eine Gegenbewegung sehen, vermutlich sogar einen ruhigen Sommer, eine Art Sommerfrische (...), und ich befürchte dass wir ein sehr, sehr heißes Winterhalbjahr bekommen." Börse sei allerdings immer ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten, weshalb auch eine gegenteilige Entwicklung möglich sei.

Die anfängliche Erholung etwa im S&P 500 von 2.200 bis 2.900 Punkte sei als "normale Gegenbewegung nach dem schweren Crash" zu werten gewesen. "Aber dann kam noch mal etwas, was nahezu alle Profi-Investoren kalt erwischt hat, nämlich die weitere Aufwärtsbewegung Richtung 3.200 und im Nasdaq sogar auf neue All-Time-Highs." Dafür seien aber wohl nicht die professionellen Anleger verantwortlich, sagt Müller. "Alle Informationen, die mir vorliegen, sagen, dass die ganz großen Häuser weitgehend nicht mit dabei sind, ganz im Gegenteil, die laden weiter ab."

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S&P 500

Stattdessen seien wohl "private Zocker" in den USA für die jüngste Überhitzung des Marktes verantwortlich, sagt Müller. "Das ist ein vollkommen verrücktes Phänomen, das da in kürzester Zeit entstanden ist, dass plötzlich Millionen neue Glücksspieler an den Tisch gekommen sind, junge Menschen, Durchschnittsalter 31, die Gratiskonten aufgemacht haben (...), die ohne Risikoprüfung die abenteuerlichsten Produkte dort handeln können und mit unglaublichen Summen (...)." So seien mehrere Millionen neue Zocker an den Markt gekommen, die individuell zwar nur geringe Summen bewegen, die aber häufig gehebelt operieren und deshalb zusammen Summen bewegen, "dass es einem die Schuhe auszieht", so Müller. Diese Anleger seien in der Regel völlig ahnungslos und betrachteten den Markt als reines Glücksspiel. "Ich kaufe irgendwas und wenn es eine Tüte Hundekot ist, in der Hoffnung, dass mir morgen einer mehr bezahlt. Ein reines Pyramidenspiel." Dabei gebe es einige Ikonen in den sozialen Medien, die bestimmte Aktien pushen und so von der Kaufwut der Massen profitieren würden, sagt Müller. Auch Profi-Investoren profitierten davon, dass sie weiter Aktien "abladen" könnten, während private Zocker häufig auf Kredit die Aktien zu überteuerten Preisen aufkauften.

"Es kann passieren, dass zum ersten Mal in der Geschichte eine Horde zockender Jugendlicher die ganze Wall Street alt aussehen lässt und die ganzen Profis (wie) Warren Buffett als Vollidiot beschimpft [werden]", sagt Müller. "Oder, es passiert das, was immer passiert, zum Schluss lacht [Buffett] am besten und dann lacht die Wall Street und sagt, 'herzlichen Dank dass Ihr uns Euer Taschengeld überwiesen habt'".

Im Video-Interview hat sich Dirk Müller zu weiteren Themen geäußert, unter anderem zum Wirecard-Skandal und dem Wasserstoff-Boom. Das ganze Video kann bei Youtube angesehen werden.

https://www.youtube.com/watch?v=ED5R79S9xqw


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