• US-Leistungsbilanz mit Rekorddefizit
  • Klatsche für Verbio und Cropenergies
  • Kreml rückt nicht von Maximalforderungen für Frieden ab
  • Habeck: 'Wir stecken in einer Gaskrise'
  • S&P Global: Eurozonen-Wirtschaftswachstum geht die Puste aus
  • Bundesregierung ruft Gas-Alarmstufe aus
  • Umfrage: Verhältnis zu Russland dauerhaft beschädigt
  • Musk: Tesla verbrennt gerade Milliarden

Markt

  • Nach dem Inkraftsetzen der Alarmstufe im Notfallplan Gas der Bundesregierung und nach deutlich schwächer als erwartet ausgefallenen Einkaufsmanagerindizes preisen die Kapitalmärkte zunehmend die Möglichkeit einer Rezession in Deutschland und Europa ein. Der DAX beendete den Xetra-Handel 1,76 Prozent schwächer bei 12.912,59 Punkten und rutschte damit auch wieder unter die vielbeachtete Marke von 13.000 Punkten. Besonders schwach schnitten konjunktursensible Werte wie Banken und Automobilwerte ab. Die Banken litten auch darunter, dass in einem Rezessionsszenario deutliche Zinserhöhungen durch die EZB wieder unwahrscheinlicher werden. Banken gelten als Profiteure höherer Zinsen. Heute Vormittag lieferten die Einkaufsmanagerindizes einen weiteren Nackenschlag für die Marktstimmung. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global fiel im Juni auf den tiefsten Stand seit 18 Monaten. Dem Wirtschaftswachstum gehe allmählich die Puste aus, kommentierte Chris Williamson, Chefökonom von S&P Global daraufhin. Bundeswirtschaftsminister Habeck kündigte außerdem die Inkraftsetzung der Alarmstufe des Notfallplans Gas an.

Chartanalysen & Artikel des Tages

Unternehmen & Branchen

  • Laut einem Bericht von Reuters planen die G7-Staaten kurzfristig einen Verzicht von Biokraftstoffen. Nahrungsmittel sollen aufgrund der Knappheit nicht mehr für Biokraftstoffe verwendet werden. So sollen wohl die Beimischquoten im Sprit künftig gesenkt werden dürfen, um mehr Nahrungsmittel für die Bevölkerung bereitzustellen. Die Aktien von Verbio brechen nach dieser Meldung zweistellig ein. S. auch hier: Verbio und Cropenergies brechen ein.
  • Die US-Drogeriekette Rite Aid erhöhte ihre Umsatzprognose. Für 2023 wird nun ein Gesamtumsatz zwischen 23,6 und 24 Mrd. Dollar erwartet. Die Analystenschätzungen lagen bislang bei 22,9 Mrd. Dollar. Der bereinigte Verlust soll unter dem Strich zwischen 0,66 Dollar und 1,19 Dollar je Aktie liegen und würde damit geringer ausfallen als erwartet.
  • Im Jahr 2000 ist Immunomedics von Gilead für rund 21 Mrd. Dollar gekauft worden, die Immunomedics-Aktionäre erhielten seinerzeit eine Übernahmeprämie von mehr als 100 Prozent. Die ehemalige Chefin der Unternehmenskommunikation der früheren Immunomedics, Lauren Wood, hat Insiderhandel auf Basis von Informationen zugegeben, die sie von ihrem Freund erhielt. Sie bekannte sich vor einem Bundesgericht in Newark, New Jersey des Wertpapierbetrugs für schuldig. Der Freund Usama Malik war zu der Zeit Finanzchef des Biotech-Unternehmens. Im Dezember war sie verhaftet worden.
  • Die vergangenen zwei Jahre waren laut Tesla-Chef Elon Musk ein „Albtraum“ für sein Unternehmen, mit Unterbrechungen der Lieferketten und immer neuen Problemen. „Und wir sind noch nicht damit durch", sagte er in einem Interview mit dem Tesla Owners Silicon Valley, das am 31. Mai geführt wurde. Zuletzt habe der Lockdown in Shanghai nicht nur die Autoproduktion vor Ort behindert, sondern auch im kalifornischen Werk, das einige in China hergestellte Fahrzeugteile verwende, sagte Musk. Die größte Sorge für Tesla sei: „Wie können wir die Fabriken am Laufen halten, damit wir unsere Mitarbeiter bezahlen können und nicht Pleite gehen?"
  • Das US-Beratungsunternehmen Accenture hat im vergangenen Quartal mehr umgesetzt als erwartet, allerdings wurde das Ergebnis durch hohe Kosten für den Ausstieg aus dem Russland-Geschäft ausgebremst. Accenture hob seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr an, senkte jedoch das obere Ende der prognostizierten Gewinnspanne aufgrund eines unerwartet starken negativen Einflusses der Wechselkurse.
  • Die Muttergesellschaft von Olive Garden, Darden Restaurants, hat im vergangenen Quartal bei Gewinn und Umsatz stärker abgeschnitten als erwartet. Das Unternehmen erhöhte außerdem seine Quartalsdividende um 10 Prozent und genehmigte ein neues Aktienrückkaufprogramm im Wert von 1 Mrd. Dollar.
  • Der Finanzinformationsanbieter FactSet übertraf in seinem letzten Quartal die Marktschätzungen für den Umsatz und das Ergebnis. Das Unternehmen bestätigte zudem seine Jahresprognose, die ein Wachstum am oberen Ende der prognostizierten Spanne vorsieht.
  • KB Home meldete für das vergangene Quartal einen Gewinn von 2,32 Dollar je Aktie und übertraf damit die Konsensschätzung von 2,03 Dollar. Auch der Umsatz des Hausbauers lag über den Prognosen der Analysten. Allerdings befürchtet das Management, dass steigende Zinsen und höhere Immobilienpreise sich negativ auf das Umsatzwachstum auswirken werden.
  • Die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hat weitere 9,6 Mio. Aktien von Occidental Petroleum erworben und erhöhte damit die Beteiligung an dem Energieproduzenten auf 16,3 Prozent.
  • Der Streamingdienst Netflix verhandelt laut einem Bericht des Wall Street Journals mit möglichen Partnern, um eine Werbungs-basierte Version seiner App zu launchen.
  • Siemens Energy und der französische Gasehersteller Air Liquide wollen Elektrolyseure für Wasserstoff im industriellen Maßstab aus erneuerbaren Energien anbieten. Bis 2025 soll eine jährliche Produktionskapazität von 3 Gigawatt erreicht werden, wie die beiden Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Der Start der Produktion ist für die zweite Jahreshälfte 2023 geplant. Siemens Energy wird einen Anteil von 74,9 Prozent am Joint Venture haben. Der Konzern bringt dabei seine in Berlin entstehende Elektrolyseur-Fertigung mit einem Investitionsvolumen von rund 30 Mio. Euro ein.
  • Der Flugzeugbauer Airbus will bei der Entwicklung einer Wasserstoff-Infrastruktur an Flughäfen mit Linde kooperieren. Dabei geht es um die Versorgung mit Wasserstoff von der Produktion über die Speicherung am Flughafen bis zur Betankung der Flugzeuge. Beide Gesellschaften hätten eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet, teilte Airbus am Donnerstag mit. Die Infrastruktur soll die Voraussetzungen für das erste Airbus-Passagierflugzeug mit Wasserstoff-Antrieb schaffen, das der Hersteller bis zum Jahr 2035 entwickeln und zum Einsatz bringen will.
  • Die Alarmstufe bei der Gasversorgung in Deutschland kann laut dem Energiekonzern Uniper nur ein Zwischenschritt sein. „Es ist wichtig, dass mit der so genannten Alarmstufe sehr zügig Klarheit geschaffen wird, welche Kosten durch die derzeit angespannte Versorgungslage entstehen", sagte Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach am Donnerstag. Klar sei auch, dass dies für diesen Winter keine Lösung sei, wenn die Versorgungslage so bleibe oder sich über die kommenden Wochen weiter verschärfe. „Die Gasspeicherfüllstände sind eine 'Fieberkurve' für die Versorgungssicherheit Deutschlands". Wenn diese 'Fiebermessung' zeige, dass eine Auffüllung der Gasspeicher bis Oktober nicht wie gesetzlich vorgesehen möglich sei, seien weitere Schritte dringend geboten." Der Branchenverband der Energiewirtschaft BDEW lobte die Ausrufung der Alarmstufe. „Wir brauchen jetzt eine gemeinsame Kraftanstrengung“, sagte Verbandschefin Kerstin Andreae. Auch sie lenkte den Blick auf die steigenden Großhandelspreise und die höheren Einkaufskosten der Versorger. „Die Handlungsfähigkeit der Unternehmen muss bei Bedarf sehr kurzfristig gesichert werden können, damit sie die erforderlichen Gasmengen trotz extrem steigender Börsenpreise beschaffen und liefern können“.
  • Nach einem skeptischen Blick von JPMorgan auf die europäische Stahlbranche am Vortag inkl. einer Abstufung auf „Underweight" waren die Tiel von Salzgitter gestern zweistellig in die Tiefe gerauscht. Nun stufte die US-Bank Morgan Stanley die Papiere des Stahlherstellers von "Underweight" auf "Equal-weight" hoch. Zwar wurde zugleich das Kursziel von 46,00 auf 40,80 Euro gesenkt, doch aktuell bedeutet dies noch immer ein Kurspotenzial von 60 Prozent.
  • Erschreckende Worte von Tesla-CEO Elon Musk zu den Fabriken in Grünheide und Texas. Die beiden Produktionsstätten würden derzeit Milliarden verbrennen. Gründe sei der Mangel an Batterien und die allgemeinen Lieferkettenprobleme. „Die beiden Fabriken in Berlin und Austin sind im Moment gigantische Geldöfen“, dort verbrenne hörbar Geld, sagte er dem Tesla Owners Silicon Valley laut Reuters. In Texas würden derzeit nur eine geringe Anzahl von Autos vom Band rollen. Es gebe Schwierigkeiten, die Produktion der neuen Batteriegeneration zu steigern und die Werkzeuge für die Herstellung der herkömmlichen Akkus säßen „in einem Hafen in China fest“, so Musk. Die Fabrik in Grünheide sei in einer „etwas besseren Position“.
  • Im Mai sind mit 136.410 Einheiten EU-weit 18 Prozent weniger gewerblich genutzte Fahrzeuge neu zugelassen worden als im Vorjahresmonat, wie der Branchenverband ACEA mitteilte. Seit Jahresbeginn belaufe sich das Minus damit auf ein Fünftel auf 673.095 Fahrzeuge.
  • Autos, die mit synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels) laufen, sind im Vergleich zu herkömmlichen Benzin- oder Dieselfahrzeugen nur geringfügig umweltfreundlicher. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die von „Transport and Environment" (T&E) veröffentlicht wurde. In der Analyse wurden die Emissionen eines kompletten Lebenszyklus von Autos berechnet, die im Jahr 2030 gekauft werden (Herstellung und Betrieb). Ein Fahrzeug, das mit einer Mischung aus E-Fuels und Benzin angetrieben wird, würde seine Emissionen im Vergleich zu konventionellen Kraftstoffen nur um 5 Prozent reduzieren. Ein Elektrofahrzeug, das mit einer Batterie und Elektromotoren angetrieben wird, würde über seinen Lebenszyklus 78 Prozent weniger Emissionen verursachen als ein Verbrenner.

Konjunktur & Politik

  • Die US-Leistungsbilanz hat im ersten Quartal ein Rekorddefizit markiert. Gegenüber dem Schlussquartal 2021 stieg der Fehlbetrag um 66,6 Mrd. auf 291,4 Mrd. Dollar, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Solch ein hohes Defizit gab es noch nie. Die Leistungsbilanz stellt den volkswirtschaftlichen Austausch der USA mit dem Ausland dar.
  • Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA gingen um 2.000 auf 229.000 und damit etwas weniger stark als erwartet zurück. Die wöchentlichen Erstanträge gelten als kurzfristiger Indikator für die Entwicklung des US-Arbeitsmarkts.
  • Die Fed strebt laut Philadelphia Fed-Präsident Patrick Harker bis zum Jahresende einen Leitzins von mehr als 3 Prozent an. Für die kommende Sitzung im Juli sei aber noch nichts entschieden, es sei ein Schritt um 0,5, aber auch um 0,75 Prozentpunkten möglich.
  • Fed-Chef Powell äußerte sich am Mittwoch in der Senats-Anhörung wie folgt: Zinsentscheidungen fallen von Sitzung zu Sitzung und sind datenabhängig – Zinsanhebungen um bis zu 1 Prozent seien nicht ausgeschlossen. Die Wirtschaft ist laut Powell stark genug, eine straffere Geldpolitik zu verkraften, „man sei stark engagiert, um die Inflation zu senken“.
  • US-Präsident Joe Biden hat den Kongress am Mittwoch aufgefordert, die landesweite Steuer auf Benzin und Diesel für drei Monate auszusetzen, um die hohen Tankstellenpreise zu dämpfen. Die Maßnahme alleine könne den Anstieg der Benzinpreise nicht wettmachen, aber sie werde für Familien unmittelbar eine Erleichterung darstellen", sagte Biden am Mittwoch im Weißen Haus. Die Steuer soll von Juli bis September nicht erhoben werden. Auch die Bundesstaaten sollten ihre Benzinsteuern aussetzen, forderte Biden.
  • Die USA betrachten den Beitrittsprozess Finnlands und Schwedens in die NATO mit Zuversicht. Es werde hoffentlich bald eine positive Lösung geben, sagt die Top-Diplomatin des US-Außenministeriums für Europa, Karen Donfried. Die USA versuchten Einstimmigkeit vor dem NATO-Treffen in der nächsten Woche in Madrid zu erzielen.
  • Der Kreml will mit Blick auf mögliche künftige Verhandlungen nicht von seinen Forderungen abrücken. „Was einen Friedensplan betrifft, so ist der möglich, nachdem Kiew alle Forderungen der russischen Seite erfüllt hat", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge. Peskow nannte die Forderungen nicht im Detail. Die Ukraine kenne sie genau, sagte er nur. Aktive Verhandlungen über einen Friedensschluss zwischen Moskau und Kiew hatte es zuletzt Ende März in Istanbul gegeben. Seither stocken die Gespräche.
  • Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat am Vormittag die nächste Srtufe im Notfallplan Gas gezündet. Die Alarmstufe ist die zweite von drei Etappen des Notfallplans Gas, der nach dem russischen Angriff auf die Ukraine eingeführt wurde. Die dritte und höchste Stufe würde der Bundesregierung erlauben, Gas zu rationieren. Die Alarmstufe folgt auf die seit dem 30. März geltende Frühwarnstufe. Laut dem Notfallplan Gas liegt bei der Alarmstufe eine Störung der Gasversorgung oder eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas vor, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage führt. Gas ist laut Habeck „von nun an ein knappes Gut in Deutschland". „Dies sage ich, obwohl die Versorgungssicherheit aktuell gewährleistet ist. Auch wenn aktuell noch Gasmengen am Markt beschafft werden können und noch eingespeichert wird: Die Lage ist ernst, und der Winter wird kommen. Es sind die Versäumnisse der letzten Dekade, die uns jetzt in diese Bedrängnisse geführt haben", so Habeck. „Es sind die Versäumnisse der letzten Dekade, die uns jetzt in diese Bedrängnisse geführt haben", sagte der Minister. Man stünde anders da, wenn man in den vergangenen Jahren bei der Energieeffizienz und beim Ausbau der erneuerbaren Energien wirklich vorangekommen wäre.
  • Im Gebiet Luhansk droht ukrainischen Truppen südlich der Stadt Lysytschansk die Einkesselung durch russische Einheiten. „In der Richtung Sjewjerodonezk hat der Gegner die Siedlungen Loskutiwka, Raj-Olexandriwka erobert“, teilte der ukrainische Generalstab am Donnerstag via Facebook mit. Damit steht den ukrainischen Einheiten nur noch maximal ein Engpass von vier Kilometern Breite für den Rückzug zur Verfügung. Nach Angaben britischer Geheimdienste zogen sich einige ukrainische Truppen zurück.
  • Russland will die Rückzahlung einiger Auslandsschulden vorübergehend auch in Rubel anbieten. Die Verpflichtungen gegenüber Inhabern russischer Eurobonds sollen künftig auch dann als getätigt angesehen werden, wenn sie in Rubel beglichen wurden, wie aus einem Dekret hervorgeht, das Kremlchef Wladimir Putin am Mittwoch unterzeichnete.
  • Das Wirtschaftswachstum der Eurozone hat sich im Juni aufgrund der stagnierenden Nachfrage stark verlangsamt. Dies signalisiert der S&P Global Flash Eurozone Composite Einkaufsmanagerindex (PMI), der gegenüber Mai um 2,9 auf 51,9 Zähler sank. Der Indikator notiert damit auf dem tiefsten Wert seit Beginn des Post-Corona-Aufschwungs vor 16 Monaten. Die Industrieproduktion wurde laut S&P Global erstmals seit zwei Jahren gedrosselt, und die Geschäftstätigkeit im Servicesektor habe sich spürbar abgekühlt, insbesondere in konsumnahen Bereichen. Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist fielen demnach so wenig optimistisch aus wie zuletzt im Oktober 2020. „Zurückzuführen waren die Nachfrageflaute sowie der eingetrübte Ausblick auf die steigenden Lebenshaltungskosten, die verschärften Finanzierungsbedingungen, die Besorgnis über die Energieversorgung und Lieferketten im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg und die anhaltenden coronabedingten Störungen“, so die Marktforscher. „Dem Wirtschaftswachstum der Eurozone geht allmählich die Puste aus, da der vormals kräftige Rückenwind durch den pandemiebedingten Nachfragestau mehr und mehr nachlässt und vom Schock der steigenden Lebenshaltungskosten und dem sinkenden Unternehmens- und Verbrauchervertrauen überkompensiert wurde“, kommentierte S&P Global-Chefökonom Christ Williamson.
  • Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat sich für längere Laufzeiten der drei verbliebenen deutschen Atomkraftwerke, die Ende 2022 vom Netz gehen sollen, stark gemacht. „Für die kommenden Jahre, in denen wir noch nicht ausreichend Erneuerbare Energien zur Verfügung haben, kann die Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke etwas Luft verschaffen", sagte Grimm den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Ökonomin warnte zudem vor einem Zusammenbrechen der Lieferketten, sollte Russland Deutschland kein Gas mehr liefern. „Die Auswirkungen müssten dann mit staatlichen Hilfsmaßnahmen adressiert werden, ähnlich die in der Corona-Pandemie: Unternehmenshilfen und Kurzarbeit", sagte Grimm.
  • In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Zeitschrift „Internationale Politik“ halten es mehr als zwei Drittel der Befragten (71 Prozent) in Deutschland für kaum wahrscheinlich, dass mit dem russischen Präsidenten Putin eine Rückkehr zu den Beziehungen zwischen Moskau und Berlin möglich ist, wie sie vor Kriegsbeginn bestanden hatten. Nur ein knappes Viertel glaubt, die Beziehungen könnten nach einem Ende des Krieges wieder so werden wie davor.
  • Die Europäische Union entscheidet an diesem Donnerstag bei einem Gipfel-Treffen in Brüssel, ob die Ukraine den Status eines EU-Beitrittskandidaten erhält. Im Vorfeld hat sich eine breite Unterstützung für eine dahingehende Empfehlung der EU-Kommission abgezeichnet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte: „Es ist nun am Europäischen Rat zu entscheiden und der historischen Verantwortung gerecht zu werden, vor der wir stehen". Das Verfahren zur Aufnahme von Ländern wie der Ukraine gründe auf Leistung. „Aber wie wir auf ihre Leidenschaft und ihren Fortschritt reagieren, ist unsere Sache."
  • Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will heute nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa die zweite von drei Eskalationsstufen des Notfallplans Gas ausrufen. Wie aus gut informierten Kreisen verlautete, sollen Versorgungsunternehmen aber noch keine Möglichkeit erhalten, ihre Gaspreise nach dem Energiesicherungsgesetz zu erhöhen. Habeck habe für diesen Vormittag, 10.00 Uhr zu einem Statement geladen, hieß es.
  • In der französischen Wirtschaft herrscht im Juni schlechtere Stimmung. Dies signalisiert der Insee-Indikator, vergleichbar mit dem hiesigen ifo-Geschäftsklima, der in diesem Monat zwei Punkte abgibt auf 104 Zähler. Während sich das Klima im Dienstleistungsgewerbe und im Einzelhandel verdüsterte, hat sich die Lage in der Industrie und am Bau verbessert.
  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich in seiner täglichen TV-Ansprache dafür ausgesprochen, russische Kriegsverbrechen von einem Sondergericht untersuchen zu lassen. „Russland muss für all das Böse zur Verantwortung geben, das es der Ukraine gebracht hat", sagte er. Am Jahrestag des Überfalls Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion 1941 verwies er auf die Nürnberger Prozesse nach dem Zweiten Weltkrieg.
  • Der Bund stellt 15 Mrd. Euro bereit, um die Befüllung der Gasspeicher in Deutschland zu sichern. Der Haushaltsausschuss des Bundestags bestätigte am Mittwoch diese Summe, wie das Wirtschaftsministerium in Berlin mitteilte. Es handelt sich um einen Teil des Maßnahmenpakets, mit dem die Vorsorge erhöht werden soll.
  • Russland hat seine Angriffe im Osten der Ukraine nochmals intensiviert. So nahmen die russischen Streitkräfte in der Nacht vor allem die strategisch wichtige Stadt Lyssytschansk im Gebiet Luhansk ins Visier. Die Positionen der ukrainischen Armee im östlichen Industriegebiet Donbass seien vom russischen Militär mit Flugzeugen bombardiert und mit Raketen und Artillerie beschossen worden, teilte der Generalstab der Ukraine mit. Russland setzt stark auf Artillerie aus der Ferne. Nach massivem Beschuss rückt die Armee von Ort zu Ort vor.

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